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Pierre-Emerick Aubameyang Borussia Dortmund 01112017Getty Images

Borussia Dortmund: Krise trotz kleinen Fortschritts


HINTERGRUND

Der Motor von Borussia Dortmund stottert gewaltig. Auch im vierten Champions-League-Spiel dieser Saison blieb die Mannschaft von Peter Bosz sieglos und verschärfte mit dem mageren Remis im Heimspiel gegen APOEL die Ergebniskrise der vergangenen Wochen. Immerhin: Gegenüber der arg schwachen Leistung aus dem Hinspiel gab es eine kleine Steigerung. Doch auch die reichte nicht, um die extrem passiven Zyprioten in die Schranken zu weisen. Für den BVB geht es somit nur noch um den dritten Platz in der Gruppe, der zum Überwintern in der Europa League berechtigen würde.

Analyse: Dortmund so gut wie ausgeschieden

Anders als in den Spielen zuvor wäre nach der Partie vom Mittwochabnd eine Generalkritik an der Bosz-Taktik und dem System des Niederländers aber fehl am Platz. Zwar war es gegen APOEL erneut keine berauschende Vorstellung des BVB, aber die Dortmunder waren um Sicherheit und Spielkontrolle bemüht. Genau das, was vor allem gegen Hannover 96 in der Bundesliga am Wochenende gefehlt hatte und von Bosz vor der Partie gefordert worden war. Der BVB machte das bis zum Gegentor gut, doch er verfiel dann teilweise in alte Muster.

BVB um Struktur bemüht

Gegen extrem tief stehende Zyprioten hatte der BVB in der ersten Halbzeit kaum Räume zum Spielen. APOEL lief viel, die Dortmunder erarbeiteten sich aber immer mal wieder kleine Vorteile durchs Verschieben. Insgesamt kam aber das gesamte Spiel über viel zu wenig. Rotation auf den Positionen ging den Dortmundern komplett ab. Die Spieler von Bosz waren darauf bedacht, weniger Fehler zu machen. Dafür spricht auch die Passquote von knapp 90 Prozent. Es war insgesamt mehr Struktur im Spiel. Das sah auch der Trainer so. "Ich sehe einen großen Unterschied zum Hannover-Spiel. Wir haben bis zum Schluss gekämpft. Dennoch ist das Resultat enttäuschend", sagte er.

Das ist ohnehin Dortmunds größtes Problem in diesen Tagen. Die Ergebnisse stimmen einfach nicht. "Fußball ist ein Ergebnissport. Und wir brauchen es nicht schönreden. Zwei Punkte nach vier Spielen ist zu wenig und nicht unser Anspruch", sagte Mario Götze nach dem Spiel. Er war einer der wenigen Spieler, die in der kompakten Formation der Gäste Räume sah und diese besetzte. Den Ball bekam er allerdings nur selten. Das lag wohl auch daran, dass mit Marc Bartra der zentrale Aufbauspieler von hinten heraus auf der rechten Seite ranmusste. Dort gab der Spanier prompt keine glückliche Figur ab, leitete das Gegentor durch seinen Ballverlust ein.

Ist Isak schon eine BVB-Alternative?

Das Gegentor durch den ehemaligen Dresdener Stürmer Mikael Pote war sinnbildlich für die aktuelle Phase der Borussia. Bei Bartra fing die Fehlerkette an und hörte bei Ömer Toprak auf. Mit dem ersten Angriff, der wirklich aufs Tor ging, kassierte der BVB den Gegentreffer. Es fehlen aus diversen Gründen Qualität und vor allem das Selbstvertrauen. "In dieser Phase schlägt das Pendel derzeit einfach nicht für uns aus. Wir brauchen unbedingt einen Sieg, dann kommt das Selbstvertrauen sofort zurück", sagte Trainer Bosz und packte die ersten Durchhalteparolen aus: "Wir müssen das jetzt zusammen durchstehen. Wir stecken zusammen drin, aber wir kommen da auch zusammen wieder raus."

BVB rettet sich in Galgenhumor

Auch in der Offensive fehlt dieses "Momentum", wie Götze sagte, wieder einmal. Allein Pierre-Emerick Aubameyang lies erneut drei gute Chancen aus, köpfte einmal an die Latte, legte sich einmal den Ball zu weit vor und köpfte kurz vor Schluss das Leder knapp am Tor vorbei. Der Gabuner ist inzwischen seit über sechs Stunden ohne Pflichtspieltor. Mario Götze sagte zur Abschlussschwäche: "Wir kommen vor das Tor, kontrollieren das Spiel. Wir müssen mehr daraus machen. Aber wir haben die entscheidenden Momente nicht auf unserer Seite."

Pierre-Emerick Aubameyang Borussia Dortmund 01112017Getty Images
Weiterhin glücklos: Pierre-Emerick Aubameyang (l.)

Von einer Krise wollte deshalb aber auch am Mittwoch noch kein Spieler sprechen. "Wir haben keine Krise", sagte Christian Pulisic selbstsicher, gab aber auch zu: "Die letzten Spiele laufen nicht, wir haben ein bisschen Pech." Was man dagegen nun machen könne? "Es ist mein Job, den Spielern wieder Vertrauen zu geben", sagte Bosz. Und Götze fordert "mehr Arbeit, mehr Willen, bessere Fokussierung". Sein Trainer ist sich sicher, dass es schon bald besser wird: "Wenn wir einen Sieg holen, wird es einfacher."

Die nächste Chance hat Borussia Dortmund am Samstag im Topspiel gegen den FC Bayern (das Aufeinandertreffen gibt es ab 18.30 Uhr im LIVETICKER. Wer lieber im TV oder LIVESTREAM zusehen möchte, findet hier alle Informationen), der unter Jupp Heynckes allerdings eine Siegesserie hingelegt haben. Was denn die Dortmunder optimistisch machte, gegen den FC Bayern ein besseres Spiel hinzulegen? "Dass es momentan so schlecht läuft", sagte Pulisic. Den (Galgen-)Humor haben sie in Dortmund trotz der schwachen Ergebnisse in den vergangenen Tagen noch nicht verloren.

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