Die DFB-Vizepräsidenten Ralph-Uwe Schaffert und Hermann Winkler haben Uli Hoeneß für dessen Aussagen zu Bundestrainer Jürgen Klopp gegenüber Sky heftig kritisiert. Der Ehrenpräsident des FC Bayern München hatte unter anderem vor zu hohen Erwartungen an den Nachfolger von Julian Nagelsmann gewarnt und von einem "friendly takeover" gesprochen, den der DFB und seine "Landesfürsten" zugelassen hätten..
Hoeneß Aussagen würden laut Schaffert "deutlich zeigen", dass der Klub-Patron des deutschen Rekordmeisters "weder die Struktur noch die Entscheidungsprozesse des DFB kennt". Sowohl Geschäftsführer Sport Andreas Rettig als auch dessen Nachfolger Per Mertesacker (ab 1. Januar) oder auch Sportdirektor Rudi Völler könne "ernsthaft vorgeworfen werden, dass sie keine Profis im Fußballgeschäft sind. Gleiches gilt für die Aufsichtsratsmitglieder Alexander Wehrle (VfB Stuttgart), Hans-Joachim Watzke (Borussia Dortmund), Oliver Leki (SC Freiburg), Oke Göttlich (FC St. Pauli) und Steffen Schneekloth (Holstein Kiel)".
Demnach sei auch Hoeneß' Annahme, dass die seiner Ansicht nach ahnungslosen "Landesfürsten" über die Installation von Klopp entschieden hätten, "an der Realität vorbei".
In diese Kerbe schlug auch Winkler und stellte klar: "Man muss nicht jedes Wort von Uli Hoeneß ernst nehmen, aber falsche Dinge schon richtig stellen: Die Landesverbände entscheiden gar nicht über den Bundestrainer. Dies erfolgt im Aufsichtsrat der DFB GmbH. Und dort ist es gut, dass Profis und Amateure vertreten sind."
Uli Hoeneß warnt vor "Heldenverehrung" bei Jürgen Klopp
Hoeneß hatte gegenüber RTL und Sky und betont, dass er "kein großer Freund der Heldenverehrung" sei. Klopp erhalte "jetzt schon so einen Status, als wenn er über Wasser gehen kann. Er kann auch nicht per Handauflegen alles verändern", ergänzte der 74-Jährige und erklärte, dass man Klopp "Zeit geben" müsse. Es werde zwar "vieles besser werden", aber es dürfe nicht geglaubt werden, "dass er der Messias ist".
Auch hatte Hoeneß kritisiert, dass Klopps Berater Marc Kosicke "mit eingekauft" wurde. "Ich weiß nicht genau, was er da machen soll. Der hat eine Spieleragentur und die hat er als Geschäftsführer. Die Anteile auch. Das halte ich für ein Problem. Mir kommt die ganze Geschichte vor wie ein 'friendly takeover'. Klopp und Co. haben den DFB übernommen, und das halte ich für falsch".
Schaffert konterte dahingehend, dass Hoeneß "scheinbar entgangen" sei, dass besagte Geschäftsanteile "von Herrn Kosicke zuvor bereits veräußert worden sind. Die Personalie Kosicke ist im Aufsichtsrat sorgfältig beraten und sodann positiv entschieden worden". Es könne "nicht schaden, sich zu Themen sachkundig zu machen, bevor man sich dazu - kritisch oder gar abwertend - äußert".
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