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Super als Joker, mau als Starter: Warum Fabio Silva beim BVB gemischte Gefühle auslöst

Gleich 13 Spieler haben mehr Tore geschossen. Darunter mit Serhou Guirassy und Julian Brandt (jeweils drei) sogar zwei seiner Mitspieler bei Borussia Dortmund. Einen Treffer weniger markierte Fabio Silva in der Bundesliga bislang, nachdem er eingewechselt wurde. Dennoch lässt sich sagen: Der Portugiese ist der beste Joker der Liga.

  • 25 Partien hat der 23-Jährige bislang im deutschen Oberhaus absolviert, 18-mal davon kam er von der Bank. Und brachte dann starke sieben seiner acht Torbeteiligungen zustande. Einzig beim 3:2-Heimsieg gegen St. Pauli Mitte Januar stand Silva in der Startelf des BVB, als er das 2:0 von Karim Adeyemi auflegte.

    "Ob ich in der Startelf stehe oder nicht: Wann immer der Trainer mich auf dem Platz haben will, versuche ich, der Mannschaft zu helfen", sagte der im vergangenen Sommer für 22,5 Millionen Euro von den Wolverhampton Wanderers fest verpflichtete Offensivspieler vor wenigen Tagen. Dann schob er einen Satz nach, der für die Bewertung des Spielers Silva essentiell ist: "Ich denke, alle sehen, dass ich mehr als ein Spieler bin, der nur Tore schießt."

    Silva steckt in seiner ersten Saison beim BVB damit in einer wahren Zwickmühle. Damit ist nicht die Adduktorenverletzung gemeint, die er nach seinem Wechsel mit zur Borussia schleppte und durch deren OP-Nachwirkungen er mit riesigem Rückstand ankam. Silva ist längst körperlich auf der Höhe, sieben seiner insgesamt nur neun Startelfeinsätze bekam er im Jahr 2026.

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    Fabio Silva in Frankfurt mit einem der besten BVB-Jokerauftritte

    Der einmalige Nationalspieler hat als Joker bisher schlicht einen viel besseren Einfluss auf die Mannschaft gehabt. Denn wenngleich Silva alles andere als einen idealen Start bei seinem neuen Klub hinlegte - auf dem Feld machte er stets Eindruck.

    Kommt Silva ins Spiel, zeigt er meist auf Anhieb vorbildlichen Einsatz und bringt genau jene Energie mit, die ein Team zu einer späteren Spielphase benötigt und die man sich freilich auch als Trainer wünscht. Seine Einsatzbereitschaft ist hervorragend, er ist temporeich, bewegt sich sehr gut in die Tiefe und bindet sich dank seiner tollen Technik sowie der hohen Spielintelligenz gut ins Kombinationsspiel ein. Sein Auftritt beim 3:3 zum Jahresauftakt in Frankfurt etwa war einer der besten Jokereinsätze beim BVB in den vergangen Jahren.

    Damit qualifizierte er sich zu Recht einige wenige Male für die Anfangsformation. In diesen Begegnungen brachte Silva die genannten Merkmale zwar genauso ein, doch der Ertrag war - siehe oben - äußerst mau. Das wiederum brachte ihn schnell auf die Bank zurück.

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    Mit Fabio Silva spielt der BVB in der Offensive flüssiger und unberechenbarer

    Zwar ist stets zu sehen, wie sehr sich Dortmunds Offensive durch Silva im Vergleich zu Guirassy verändert. Mit ihm spielt es der BVB vorne flüssiger und unberechenbarer, der Guineer wird dagegen ausschließlich als Wandspieler gesucht. Zahlreiche hohe Bälle und noch mehr Flanken werden in seine Richtung gedonnert.

    Doch wie ab und an Guirassy hing Silva bei seinen Startelfeinsätzen dennoch häufig in der Luft, besonders in den beinahe chronisch schwachen ersten Halbzeiten, die die Borussia im Laufe der Spielzeit hinlegte. Das hat nicht ausschließlich, aber auch mit dem simplen Umstand zu tun, dass man als Joker gegen Ende einer Partie meist auf müdere Gegner trifft und sich größere Räume öffnen.

    "Natürlich ist es als Stürmer wichtig, ein Tor zu schießen - das ist das beste Gefühl", sagte Silva zuletzt und erklärte: "Manchmal kommen die Dinge nicht, manchmal braucht man mehr Zeit. In manchen Momenten dieser Saison war es wichtiger, Tore vorzubereiten. Ich denke, jeder sieht an meiner Spielweise, dass ich der Mannschaft helfen kann. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung und dem, was ich der Mannschaft geben kann."

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    Trotz großer Fortschritte und mannschaftsdienlicher Spielweise: Drei Tore sind für einen BVB-Stürmer zu wenig

    Das kann er sicherlich sein. Schon vor rund drei Wochen attestierte ihm Niko Kovac eine gute Entwicklung. "Ich sehe seit gefühlt drei, vier Wochen einen Fabio im Training, der nochmal eine Schippe draufgetan hat. Ich sehe einen richtig großen Fortschritt."

    Nach Silvas Tor zum 4:0 gegen Freiburg am Sonntag sagte der Coach: "Was ihm sicherlich gefehlt hat, war die Körperlichkeit. Da mussten wir schon sehr viel Hand anlegen und das bedarf seiner Zeit. Zweimal ein bisschen im Wald laufen, damit wirst du nicht gleich bundesligatauglich. Man sieht: Mit der körperlichen Entwicklung kommt dann die Fähigkeit, so ein Bundesligaspiel zu spielen."

    Silva wird bei der Neuausrichtung des BVB, die offenbar ein deutliches Mehr an spielerischen Elementen vorsieht, dank seines Profils eine gute Perspektive haben. Zumal angesichts nicht enden wollender Gerüchte die Zukunft von Guirassy auch im kommenden Transferfenster diskutiert werden dürfte.

    Dortmund jedoch benötigt von Silva mehr Tore, daran führt bei einem Stürmer kein Weg vorbei. Drei Treffer in 36 Pflichtspielen, in denen er durchschnittlich 32 Minuten zum Einsatz kam, sind zu wenig. Dass er angesichts dieser Spielzeit jedoch alle 115 Minuten an einem Tor beteiligt ist, kann sich durchaus sehen lassen. Darin liegt seine Problematik: Beide Betrachtungen haben ihre Berechtigung.

  • Fabio Silva: Leistungsdaten beim BVB

    PflichtspieleToreVorlagenGelbe Karten
    36375

Häufig gestellte Fragen

Der Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund wurde am 19. Dezember 1909 in Dortmund gegründet. 

Die Lizenzfußballabteilung des BVB ist seit 1999 als Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA aus dem Ballspielverein Borussia 09 e.V. ausgegliedert und börsennotiert. Aktionäre mit höheren Anteilen sind beispielsweise die Sponsoren Evonic, Signal Iduna und Puma. Die Kontrolle über den Verein behält allerdings die Komplementär-GmbH Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH, die dem Verein weiterhin zu 100 Prozent gehört.

Das Stadion heißt seit Dezember 2005 offiziell Signal-Iduna-Park, wird allerdings häufig noch Westfalenstadion genannt - der frühere Name.

Der Signal-Iduna-Park ist mit einer Kapazität von 81.365 Fans bei nationalen Spielen eines der größten Fußballstadien Europas. Bei internationalen Partien, wenn Steh- zu Sitzplätzen umgewandelt werden müssen, passen rund 66.000 Menschen in das Stadion. 

Borussia Dortmund hat in der Vereinsgeschichte insgesamt 22 Titel gewonnen, darunter auch einmal die Königsklasse: Im Jahr 1997 schlug der BVB im Finale Juventus Turin mit 3:1.

Die Dortmunder haben neben fünf DFB-Pokalsiegen auch die nationale Meisterschaft häufig gewonnen. Mit acht Titeln sind sie der dritterfolgreichste Klub nach dem 1. FC Nürnberg (9 Meisterschaften) und dem FC Bayern München (34 Meisterschaften).

Die meisten Pflichtspiele im BVB-Trikot hat Michael Zorc absolviert (562 Partien von 1981 bis 1998), gefolgt von Mats Hummels (508 Einsätze zwischen 2008 und 2024).

Toptorschütze der Borussia ist Adi Preißler mit 177 Toren in 278 Einsätzen in den 40er- und 50er-Jahren. Knapp hinter ihm liegt Marco Reus mit 170 Buden.

Der BVB hatte zahlreiche prominente Spieler in seinen Reihen, beispielsweise Matthias Sammer, Michael Zorc, Lars Ricken, Karl-Heinz Riedle, Jürgen Kohler, Stefan Reuter, Dede, Robert Lewandowski, Marco Reus, Jude Bellingham, Erling Haaland oder Mats Hummels.

Auch an der Seitenlinie standen einige prominente Namen. Unter Ottmar Hitzfeld gewann der Klub neben Meisterschaften in 1997 die Champions League, auch unter Jürgen Klopp (u.a. 2x Meisterschaft, 2x DFB-Pokal), Thomas Tuchel (DFB-Pokal) und Matthias Sammer (Meisterschaft) sammelte Dortmund einige Trophäen.

Spitznamen hat Borussia Dortmund einige. Die Abkürzung "BVB" ist die gängigste Bezeichnung, auch "die Schwarz-Gelben" und "die Borussen" fallen oft.