Edin Terzic KehlGetty Images

Kehls durchwachsenes Fazit beim BVB: Ein Bärendienst von Edin Terzic, ein tragischer "Fehlgriff" und einige Transfercoups

Es war eine Hammermeldung, mit der Borussia Dortmund am Sonntagmittag Fußballdeutschland überraschte: Sebastian Kehl verlässt den Verein mit sofortiger Wirkung, ist fortan nicht mehr Sportdirektor des BVB.

"Borussia Dortmund hat mich mein halbes Leben begleitet und ich habe eine extreme Verbundenheit zu diesem großartigen Klub. Trotzdem haben wir nun gemeinsam das Gefühl entwickelt, dass es an der Zeit ist, neue Wege zu gehen – sowohl für den BVB als auch für mich", sagte Kehl zu seinem Aus, das man bewusst schon jetzt vollzog, damit beide Seiten bis Sommer genug Zeit haben, um sich neu aufzustellen. Kehl wurde zuletzt bekanntlich als Nachfolger von Stefan Kuntz als neuer Sportvorstand des Hamburger SV gehandelt. Er will angeblich in die erste Reihe, die in Dortmund der ebenfalls nicht unumstrittene Sport-Geschäftsführer Lars Ricken besetzt.

Als Spieler, der von 2002 bis 2015 das BVB-Trikot trug, blieben von Kehl bei der Borussia vor allem drei deutsche Meistertitel (2002, 2011 und 2012), ein DFB-Pokaltriumph (2012) und das Vermächtnis als Kapitän einer der erfolgreichsten Mannschaften der Klubgeschichte, die unter Trainerikone Jürgen Klopp Begeisterung versprühte. Von 2018 an lernte Kehl dann in zweiter Reihe unter dem langjährigen Sportdirektor Michael Zorc - und trat 2022 schließlich dessen Erbe an.

Gut dreieinhalb Jahre später stellt sich die Frage: Was bleibt vom Sportdirektor Kehl beim BVB? Eine Bilanz.

  • Kehls tragischer "Fehlgriff" beim Haaland-Ersatz

    Als Zorc 2022 sein Amt als Sportdirektor zur Verfügung stellte und damit eine Ära endete, Kehl in seine Fußstapfen trat und fortan auch offiziell mehr Verantwortung übernahm, hatte Dortmund gerade eine mäßige Saison hinter sich. Zwar wurde man hinter dem FC Bayern Vizemeister, in der Champions League verpasste der BVB trotz machbarer Gruppe (Ajax Amsterdam, Sporting Lissabon und Besiktas) aber als Dritter den Sprung in die K.o.-Phase. Zu allem Überfluss war dann nach dem Abstieg in die Europa League dort schon in der Zwischenrunde gegen die Glasgow Rangers gleich wieder Schluss, im DFB-Pokal war der damalige Zweitligist FC St. Pauli im Achtelfinale Endstation.

    Trainer Marco Rose musste daher nach nur einem Jahr schon wieder gehen. Mit Edin Terzic sollte ein Trainer mit Stallgeruch, der 2020/21 als Interimscoach den DFB-Pokal-Titel verantwortet hatte, die Westfalen wieder in die Erfolgsspur führen. Und auf Sportdirektoren-Ebene hatten sich die Borussen ganz bewusst dafür entschieden, nach der langen Amtszeit von Zorc erneut einen verdienten ehemaligen Spieler einzusetzen. "Natürlich tritt er in große Fußstapfen, aber wir sind davon überzeugt, dass Sebastian über das für seine Aufgabe notwendige Rüstzeug verfügt", betonte der damalige Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zu Kehls Beförderung.

    Dessen erste ganz große Aufgabe im Wind der sportlichen Verantwortung war im Sommer 2022 die Verpflichtung eines Nachfolgers für Torjäger Erling Haaland, dessen 60 Millionen Euro schwerer Wechsel zu Manchester City bereits im Mai 2022 verkündet worden war. Eine komplizierte Aufgabe, da ein Ersatz in der gleichen Kategorie wie Haaland für den BVB utopisch war. Sebastien Haller zählte zu dem Stürmerregal, in das Dortmund greifen konnte, und wurde mit 31 Millionen Euro zum zweitteuersten Neuzugang der Vereinsgeschichte nach Ousmane Dembele (35 Millionen Euro) gemacht.

    Haller zu holen, ergab Sinn. Der Ivorer war seinerzeit mit 28 im besten Fußballeralter, hatte in der Saison zuvor für Ajax Amsterdam in acht Champions-League-Spielen elf Tore erzielt und seine Mannschaft mit 21 Ligatreffern zum niederländischen Meistertitel geschossen. Er empfahl sich unter anderem direkt beim BVB, als er beim 4:0-Erfolg in einem der beiden CL-Gruppenspiele gegen die Westfalen einmal selbst traf und zwei Assists lieferte. Dazu kannte Haller die Bundesliga aus seinen zwei erfolgreichen Jahren bei Eintracht Frankfurt (2017 bis 2019) bestens.

    Tragischerweise wurde bei dem Angreifer im Sommer 2022 bekanntlich Hodenkrebs diagnostiziert, noch bevor er sein erstes Pflichtspiel für den neuen Verein bestreiten konnte. Kehl und Co. standen in dieser schweren Zeit stets hinter Haller und warteten geduldig auf dessen Genesung, die glücklicherweise erfolgte. Und Haller, inzwischen beim FC Utrecht aktiv, kämpfte sich nach mehrmonatiger Leidenszeit zurück in Topform, nahm in der Endphase der Beinahe-Meister-Saison noch eine wichtige Rolle ein. Beispielsweise, als er beim vermeintlich vorentscheidenden 3:0 in Augsburg am vorletzten Spieltag zuerst mit seinem Führungstor den Bann brach und später auch noch das wichtige 2:0 nachlegte. Hätte Haller sechs Tage später den Elfmeter im traumatischen Saisonfinale gegen Mainz verwandelt, würden wir heute möglicherweise davon sprechen, dass Kehl Dortmunds Meistermacher als Haaland-Ersatz geholt hat.

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  • Borussia Dortmund v FC Augsburg - BundesligaGetty Images Sport

    BVB-Coup mit Schlotterbeck und das Süle-Dilemma

    Es kam anders und Haller wurde beim BVB langfristig kein sportlicher Erfolgsfall. Aufgrund der Krebserkrankung ist das aber eigentlich Nebensache und eine faktische Bewertung des Transfers würde der Thematik sicherlich nicht gerecht. Stattdessen sollte in Erinnerung bleiben, dass Kehl Haller menschlich stets zur Seite stand.

    Die zweite große Aufgabe von Kehls erstem Sportdirektor-Sommer war derweil, den abwanderungswilligen Manuel Akanji zu ersetzen. Dass der Innenverteidiger knapp ein Jahr später als Stammspieler mit Manchester City das Triple aus Champions League, englischer Meisterschaft und FA Cup gewann, war aus Dortmunder Sicht rückblickend zwar ziemlich unglücklich. Doch Kehl kann man hier keinen Vorwurf machen.

    Der BVB hätte Akanji gerne gehalten, der Schweizer lehnte ein Angebot zur Verlängerung seines 2023 auslaufenden Vertrages jedoch ab und signalisierte den Verantwortlichen, eine neue Herausforderung suchen zu wollen. Daher waren Kehl und Co. dazu gezwungen, Akanji im Sommer 2022 zu verkaufen, um noch eine Ablösesumme zu erzielen. 20 Millionen Euro bekam man aus Manchester und hatte damit exakt die Summe wieder drin, die man zuvor für Nico Schlotterbeck an den SC Freiburg überwiesen hatte.

    Der heutige Abwehrchef unterschrieb zwar schon im Mai 2022, als offiziell noch Zorc BVB-Sportdirektor war. Doch Kehl war in den Transfer freilich schon intensiv involviert und konnte Schlotterbeck auch mit seiner eigenen Vergangenheit überzeugen. "Nicos Weg erinnert mich an meinen eigenen, denn auch ich kam als junger Nationalspieler in seinem Alter aus Freiburg zum BVB", sagte Kehl zur Verpflichtung des Linksfußes. Vor allem, da auch der FC Bayern München schon damals an Schlotterbeck dran gewesen sein soll, darf er als absoluter Volltreffer bewertet werden. Der 26-Jährige ist in Dortmund zur Identifikationsfigur geworden und soll nach den Gesprächen der vergangenen Monate, an denen auch Kehl selbstredend noch in wichtiger Funktion teilnahm, trotz namhafter Interessenten mittlerweile dazu tendieren, seinen 2027 auslaufenden Vertrag beim BVB zu verlängern. Und möglicherweise das Gesicht einer Mannschaft zu sein, die in Zukunft wieder Titel gewinnt.

    Mit Niklas Süle verpflichteten Zorc und Kehl 2022 noch einen weiteren zentralen Abwehrspieler, dessen ablösefreier Wechsel vom FC Bayern München in den Signal-Iduna-Park als großer Coup gefeiert wurde. Zurecht, schließlich ist Süle vom Potenzial her weiterhin einer der besten deutschen Innenverteidiger und war zum Zeitpunkt des Transfers Stammspieler in der Nationalmannschaft. Doch obwohl Süle auch seine guten Phasen beim BVB hatte, muss man ihn nach vier Jahren in Schwarzgelb als Enttäuschung einstufen, weil er die Erwartungen schlichtweg nicht erfüllen konnte. Im Sommer wird Süle Dortmund bekanntlich ablösefrei verlassen.

  • Terzics Transfer-Veto bei Alvarez: Ein Bärendienst für Kehl und Nmecha-Coup mit Verzögerung

    Die beiden ersten Neuzugänge, die Kehl gänzlich ohne Zorc zu verantworten hatte, nahmen dann sehr unterschiedliche Entwicklungen. Etwas überraschend holte er im Januar 2023 Julian Ryerson von Union Berlin nach Dortmund - und das für nur fünf Millionen Euro. Bedenkt man, welche Konstanz Ryerson seit seiner Ankunft an den Tag legt und wie er sich diese Saison aufgrund seiner starken Standards und immer besseren Flanken sogar zum Unterschiedsspieler entwickelte, hat Kehl dem BVB ein absolutes Schnäppchen beschert.

    Julien Duranville war derweil ein Versprechen für die Zukunft, das der damals 16-Jährige auch aufgrund häufiger Verletzungsprobleme bisher bekanntlich nicht einlösen konnte. Seit Januar ist das Offensivtalent an den FC Basel verliehen, sammelt in der Schweiz regelmäßige Einsatzzeit. Die leise Hoffnung, dass er doch noch beim BVB durchstartet, besteht weiterhin.

    Im Sommer 2023 musste Kehl nach dem dramatisch verspielten Meistertitel dann wieder einen abgewanderten Superstar ersetzen. Jude Bellingham wechselte für eine Sockelablöse in Höhe von gut 100 Millionen Euro zu Real Madrid, rund 67 Millionen davon sollte der Sportdirektor in die Kaderauffrischung investieren. Der Plan sah dabei vor, die Last der Bellingham-Nachfolge bestenfalls auf die Schultern von zwei Spielern zu verteilen, da das gleiche Problem wie bei Haaland bestand: Auf fertige Spieler in der Kategorie Bellingham hat Dortmund schlichtweg keine Chance.

    Kehl trieb zunächst eine Verpflichtung des mexikanischen Nationalspielers Edson Alvarez, Typ klassischer Sechser, voran. Doch weil Trainer Edin Terzic hier lieber auf Emre Can setzen wollte, scheiterte der Deal - und Kehls Position wurde durch die entsprechenden Enthüllungen in der öffentlichen Wahrnehmung geschwächt. Zu allem Überfluss ist Alvarez' Position bis heute eine Kaderbaustelle beim BVB. Insofern erwies Terzic Kehl mit seinem Veto durchaus einen Bärendienst.

    Dass er statt Alvarez für 30 Millionen Euro Felix Nmecha als Bellingham-Ersatz holte, hat sich nach dessen durchwachsenen ersten beiden Jahren in Dortmund mittlerweile dennoch ausgezahlt. Unter Niko Kovac ist der 25-Jährige aus dem Mittelfeld der Borussia nicht mehr wegzudenken und eine absolute Schlüsselfigur, könnte zudem auch beim DFB-Team bei der WM eine wichtige Rolle spielen. Kehl zeichnete zuletzt noch für die Vertragsverlängerung des umworbenen Nmecha verantwortlich, der zusammen mit Schlotterbeck und einigen weiteren Akteuren das Grundgerüst einer erfolgreichen Zukunft stellen könnte.

    Neben Nmecha kam als zweiter Pfeiler des Bellingham-Erbes Marcel Sabitzer für 19 Millionen Euro vom FC Bayern München. Der Österreicher nahm in seinen nun fast drei Jahren beim BVB allerdings nur selten den Einfluss, den man sich von ihm erhofft hatte.

    Und dann ließ sich Kehl wohl noch von Terzic dazu überreden, im Sommer 2023 einen weiteren großgewachsenen Stürmer zu holen. Niclas Füllkrug wurde es und hatte eine ordentliche Torquote, trug damit unter anderem zum Einzug ins gegen Real Madrid verlorene Champions-League-Finale bei. Zudem machte man mit dem deutschen Nationalspieler 2024 Transfergewinn, als er nach nur einem Jahr zu West Ham United weiter zog (für 17,25 Millionen Euro geholt, für 27 Millionen Euro verkauft). Nichts, was aus der Kehl-Ära groß in Erinnerung bleiben wird, aber immerhin wirtschaftlich ein ganz guter Deal.

    Was Kehl 2023 negativ ausgelegt werden konnte, war die Nachfolge des seinerzeit zum FC Bayern abgewanderten Raphael Guerreiro. Die Verpflichtung von Ramy Bensebaini als neuem Linksverteidiger soll von Kehl forciert geworden sein - der Algerier hat zwar auch seine Qualität und kam ablösefrei aus Mönchengladbach, war gegenüber Guerreiro aber ein Downgrade. Und: Angeblich hätte Dortmund damals statt Bensebaini auch Alejandro Grimaldo für die linke Seite verpflichten können, der Spanier wurde Kehl und Co. wohl angeboten. Nachdem der BVB die Gelegenheit verstreichen ließ, ging Grimaldo bekanntlich ablösefrei von Benfica zu Bayer Leverkusen und spielte in der folgenden Saison eine wichtige Rolle auf dem Weg zum Meistertitel der Werkself.

    Dass Kehl im Januar 2024 mit Ian Maatsen noch einen weiteren Linksverteidiger holte, der dem Spielertyp Guerreiros deutlich näher kam als Bensebaini, war gewissermaßen ein Eingeständnis. Und mit Maatsen lag er genau richtig, der damals vom FC Chelsea ausgeliehene Niederländer war auf Anhieb Stammspieler und nahm einen wichtigen Part auf dem Weg bis ins Champions-League-Finale ein. Eine feste Verpflichtung konnte Dortmund im Sommer 2024 dann ebenso wenig stemmen wie bei Jadon Sancho, mit dem Kehl sportlich und auch emotional einen Meilenstein setzte. Per Leihe holte er den Fan-Liebling von Manchester United zurück zum BVB, nach einiger Anlaufzeit wurde Sancho immer besser und sorgte zudem bei den Anhängern für Begeisterung. Nach einem halbe Jahr musste er aber wieder gehen.

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  • Sebastian KehlBorussia Dortmund

    Kehls Endphase beim BVB: Kein Watzke-Nachfolger und Machtkampf mit Mislintat

    Frühjahr und Sommer 2024 waren für Kehl dann aus persönlicher beruflicher Sicht ziemlich schwierig. Dass er gerne nach Hans-Joachim Watzkes Rückzug in den Posten als Geschäftsführer Sport aufgerückt wäre, ist kein Geheimnis. "Es wäre für mich ein logischer Schritt", hatte Kehl im März 2024 im Sport1-Doppelpass zu seinen Ambitionen gesagt. Doch statt Kehl wurde im Mai 2024 schließlich dessen ehemaliger Mitspieler Lars Ricken vom Nachwuchsleiter zum neuen Sportchef befördert.

    Und dann wurde Kehl auch noch Sven Mislintat, heute Sportvorstand bei Fortuna Düsseldorf, als neuer Kompagnon in der sportlichen Verantwortung zur Seite gestellt. Eine Konstellation, die wohl von Beginn an zum Scheitern verurteilt war, schnell Unstimmigkeiten hervor rief und im vorzeitigen Abschied Mislintats im Februar 2025 mündete.

    Zu jenem Zeitpunkt war auch Nuri Sahin schon wieder weg, den der BVB Anfang 2024 als Co-Trainer von Terzic zurück in den Verein geholt und ein halbes Jahr später zum Chefcoach befördert hatte. Eine Entscheidung, an der Kehl natürlich maßgeblich beteiligt war, der Sahin aus gemeinsamen Spielerzeiten bei der Borussia bestens kennt. "Nuri hat sehr leidenschaftlich und sehr intensiv gearbeitet und sich total bemüht, aber die Dinge haben in einer gewissen Zeit nicht zusammengepasst", sollte Kehl im Mai 2025 im Sport1-Doppelpass zugeben müssen.

    Schon nach rund einem halben Jahr wurde Sahin entlassen, da der BVB konstant nicht überzeugte und die Champions League zu verpassen drohte. Dabei war Dortmunds Sommertransferfenster 2024 noch so gelobt worden.

    Mit Serhou Guirassy kam mit zwei Jahren Verspätung endlich der Mittelstürmer, der Haaland zumindest ansatzweise vergessen machen konnte. Zudem holte Kehl mit Waldemar Anton, Maximilian Beier und Pascal Groß drei deutsche Nationalspieler nach Dortmund. Wenngleich Groß Anfang 2026 schon wieder nach Brighton zurückkehrte, waren es allesamt auch im Rückblick gute Verpflichtungen, schließlich zählen Anton, Beier und Guirassy derzeit zu den wichtigsten Spielern der Borussia. Beier machte es möglich, Donyell Malen Anfang 2025 für 25 Millionen Euro an Aston Villa zu verkaufen. Anton trat das schwere Erbe von Vereinsikone Mats Hummels, der 2024 keinen neuen Vertrag mehr bekam, mindestens zufriedenstellend an. Und Guirassy liefert trotz einiger Störgeräusche und der einen oder anderen Schwächephase zumeist zuverlässig Tore.

    Zudem ist es Kehl gelungen, den Fehler mit Sahin mit der Installation von Kovac auszubügeln. Der Kroate sorgte dafür, dass Dortmund vergangene Saison doch noch die Champions League erreichte, stabilisierte die Mannschaft merklich und in dieser Spielzeit tütet der BVB die Qualifikation für die Königsklasse aller Voraussicht nach ziemlich sorgenfrei ein.

    Dennoch hatten die jüngsten Transferperioden auch ihre Missgeschicke. Bei Yan Couto ließ sich Dortmund beispielsweise bei der Leihe von Manchester City im Sommer 2024 auf eine ziemlich schnell erreichte Kaufpflicht ein. So musste der BVB für den Rechtsverteidiger, der in seinen bisher gut eineinhalb Jahren in Westfalen nie konstant überzeugen konnte und meist nur Rotationsspieler ist, insgesamt 25 Millionen Euro Ablöse zahlen.

    Für die bessere Breite auf der Innenverteidigerposition kam vergangenen Sommer Aaron Anselmino per Leihe vom FC Chelsea, nach nur wenigen Einsätzen musste der Argentinier im Winter aber schon wieder zurück zu den Blues und wurde nach Straßburg weiter verliehen. Sehr lobenswert war derweil das Schnäppchen mit Daniel Svensson, für den Dortmund insgesamt nur acht Millionen Euro zahlte und der auf der linken Seite Mr. Zuverlässig ist.

    Und dann wären da noch ein paar ziemlich teure Transfers, für die der BVB Kehl in Zukunft noch sehr dankbar sein könnte. Jobe Bellingham war beispielsweise im vergangenen Sommer einer der absoluten Wunschspieler des 46-Jährigen, die Borussia setzte sich im Werben um das Mittelfeldtalent gegen namhafte Konkurrenz durch und erhielt letztlich für 30,5 Millionen Euro Ablöse den Zuschlag. Die ersten Monate von Bellingham beim BVB waren dann geprägt von Problemen und meist unbefriedigenden Leistungen, doch das Potenzial des 20-Jährigen ist enorm - und war zuletzt immer häufiger deutlich sichtbar. Bellinghams Einsatzzeit ist gestiegen, ebenso wie seine Stabilität und sein Mehrwert für die Mannschaft. An diesem Jungen könnte Dortmund in den kommenden Jahren noch ganz viel Freude haben.

    Das gilt potenziell auch für Fabio Silva, der als Backup und mittelfristig möglicher Nachfolger von Guirassy aus Wolverhampton kam. Und auch für Carney Chukwuemeka, der seine herausragenden Anlagen in Ansätzen immer wieder zeigt. Sollte er dauerhaft verletzungsfrei bleiben, könnte es sich gelohnt haben, dass Kehl den Mittelfeldmann nach hartnäckigen Bemühungen fest vom FC Chelsea zum BVB lotsen konnte.

    Wer auch immer auf Kehl folgen sollte: Falls nach Nmecha auch noch Schlotterbeck verlängert, findet er beim BVB einen Kader mit viel Qualität und mit der nötigen Substanz wieder, der mit der einen oder anderen hochwertigen Ergänzung große Ziele verfolgen kann. Mit den Entscheidungen, die Verträge von Julian Brandt, Salih Özcan und Süle nicht zu verlängern, ist in der Struktur ein kleiner Umbruch nötig. Worauf sich Dortmund in Sachen Neuzugänge vorerst fokussieren sollte: Ein Unterschiedsspieler als Ersatz für Brandt und ein weiterer Innenverteidiger, der die Breite im Abwehrzentrum gewährleistet und möglichst mehr die Spitze bereichern kann als Süle zuletzt. Alles Weitere hängt auch von den noch offenen Zukunftsentscheidungen bei Topstars wie Karim Adeyemi oder Guirassy ab.

Häufig gestellte Fragen

Der Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund wurde am 19. Dezember 1909 in Dortmund gegründet. 

Die Lizenzfußballabteilung des BVB ist seit 1999 als Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA aus dem Ballspielverein Borussia 09 e.V. ausgegliedert und börsennotiert. Aktionäre mit höheren Anteilen sind beispielsweise die Sponsoren Evonic, Signal Iduna und Puma. Die Kontrolle über den Verein behält allerdings die Komplementär-GmbH Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH, die dem Verein weiterhin zu 100 Prozent gehört.

Das Stadion heißt seit Dezember 2005 offiziell Signal-Iduna-Park, wird allerdings häufig noch Westfalenstadion genannt - der frühere Name.

Der Signal-Iduna-Park ist mit einer Kapazität von 81.365 Fans bei nationalen Spielen eines der größten Fußballstadien Europas. Bei internationalen Partien, wenn Steh- zu Sitzplätzen umgewandelt werden müssen, passen rund 66.000 Menschen in das Stadion. 

Borussia Dortmund hat in der Vereinsgeschichte insgesamt 22 Titel gewonnen, darunter auch einmal die Königsklasse: Im Jahr 1997 schlug der BVB im Finale Juventus Turin mit 3:1.

Die Dortmunder haben neben fünf DFB-Pokalsiegen auch die nationale Meisterschaft häufig gewonnen. Mit acht Titeln sind sie der dritterfolgreichste Klub nach dem 1. FC Nürnberg (9 Meisterschaften) und dem FC Bayern München (34 Meisterschaften).

Die meisten Pflichtspiele im BVB-Trikot hat Michael Zorc absolviert (562 Partien von 1981 bis 1998), gefolgt von Mats Hummels (508 Einsätze zwischen 2008 und 2024).

Toptorschütze der Borussia ist Adi Preißler mit 177 Toren in 278 Einsätzen in den 40er- und 50er-Jahren. Knapp hinter ihm liegt Marco Reus mit 170 Buden.

Der BVB hatte zahlreiche prominente Spieler in seinen Reihen, beispielsweise Matthias Sammer, Michael Zorc, Lars Ricken, Karl-Heinz Riedle, Jürgen Kohler, Stefan Reuter, Dede, Robert Lewandowski, Marco Reus, Jude Bellingham, Erling Haaland oder Mats Hummels.

Auch an der Seitenlinie standen einige prominente Namen. Unter Ottmar Hitzfeld gewann der Klub neben Meisterschaften in 1997 die Champions League, auch unter Jürgen Klopp (u.a. 2x Meisterschaft, 2x DFB-Pokal), Thomas Tuchel (DFB-Pokal) und Matthias Sammer (Meisterschaft) sammelte Dortmund einige Trophäen.

Spitznamen hat Borussia Dortmund einige. Die Abkürzung "BVB" ist die gängigste Bezeichnung, auch "die Schwarz-Gelben" und "die Borussen" fallen oft.