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Max EberlGetty

Es gibt gleich mehrere Probleme: Muss Max Eberl den FC Bayern München verlassen?

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Während sportlich alles glatt läuft, brodelt es beim FC Bayern München offenbar hinter den Kulissen. Allen voran Max Eberl soll vom mächtigen Aufsichtsrat kritisch gesehen werden.

  • FC Bayern: Zwist zwischen Freund und Eberl?

    Nach Informationen des kicker wird das Gremium des deutschen Rekordmeisters um Präsident Herbert Hainer, Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Ex-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge neben der obligatorischen Planung des Transfersommers auch über die Zukunft der aktuellen Führungsetage diskutieren, wenn es Ende Mai turnusmäßig tagt. 

    Ab 1. Juli, wenn Sportvorstand Max Eberl, Sportdirektor Christoph Freund und CEO Jan-Christian Dreesen ins letzte Vertragsjahr gehen, sollen konkrete Gespräche über deren Zukunft geführt werden. Eine Weiterbeschäftigung Freunds sei grundsätzlich angedacht, heißt es im kicker. Man sei mit der Arbeit des Österreichers zufrieden, der sich künftig mit Campus-Chef Jochen Sauer und dem neuen Leiter der Nachwuchsarbeit Michael Wiesinger um die Geschicke am NLZ kümmern wird. 

    Allerdings sei es fraglich, dass Freund noch mittel- bis langfristig lange an der Seite von Eberl arbeite. Das Verhältnis zwischen beiden sei angespannt, die Differenzen sollen sich gar häufen. Der Wunsch, beide könnten ein ähnliches Zweiergespann wie Hoeneß und Rummenigge bilden, habe sich bislang nicht erfüllt. Stattdessen schreibt der kicker von einer "Zwangsehe". Während es hinter den Kulissen brodeln würde, soll die Mannschaft davon nicht beeinflusst werden. Zunächst liege die volle Konzentration auf den anstehenden Entscheidungen in der Champions League (Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid) und im DFB-Pokal (Halbfinale gegen Bayer Leverkusen). 

    Es hätten sich zwei Lager gebildet. Auf der einen Seite stünden Eberl und Scouting-Leiter Nils Schmadtke, dessen Arbeitspapier kürzlich bis 2027 verlängert worden sein soll - auf der anderen Freund und dessen langjähriger Weggefährte Sauer, die gemeinsam schon bei RB Salzburg eng zusammenarbeiteten. Die Ursache des Zwists: Nachdem Eberl ein halbes Jahr nach Freund bei den Bayern unterschrieben hatte, installierte er nach und nach Vertraute, denen zudem eine Nähe zu Berater Marc Kosicke nachgesagt wird. Darunter Markus Weinzierl (Sportlicher Leiter NLZ, Vertrag läuft nach der Saison aus), Andre Hechelmann (Chefscout, jetzt in Mönchengladbach), Christoph Kresse (Scout) und eben Schmadtke. 

  • Freund EberlGetty Images

    Auch wegen Eberl: FC Bayern drohen finanzielle Probleme

    Dem Duo Eberl/Freund werde zudem angekreidet, dass sich die finanzielle Situation nur bedingt verbessert hat. Selbst bei einem Einzug ins Halbfinale der Königsklasse werde es schwierig, eine positive Bilanz vorzulegen. Das Festgeldkonto ist geschmolzen, wie Hoeneß schon mehrfach betonte. Ein wesentlicher Grund dafür sind die kostspieligen Vertragsverhandlungen, die kaum eingesparten Gehälter und die Zusatzzahlungen wie Handgeld und Beraterhonorare bei Transfers. 

    Verfehlungen, die vor allem Eberl zu verantworten hat. Dessen Zukunft sei deshalb völlig offen. Ihm werde vorgeworfen, beispielsweise Dayot Upamecano und Jamal Musiala zu viele Zugeständnisse bei deren Vertragsverlängerungen gemacht zu haben. Außerdem schaffte er es nicht, die Verkaufskandidaten zu veräußern. Stattdessen ist es alles andere als unwahrscheinlich, dass Joao Palhinha (Tottenham Hotspur), Bryan Zaragoza (AS Rom), Sacha Boey (Galatasaray Istanbul) und Alexander Nübel (VfB Stuttgart) nach ihren Leihen zurückkehren und dem Verein wieder auf der Tasche liegen. 

    Darüber hinaus hätte die Haben-Seite noch geringer sein können, hätte der Aufsichtsrat bei den geplanten Transfer-Vorstößen kein Veto eingelegt. Unter anderem bei Xavi Simons oder Christopher Nkunku stieß Eberl auf taube Ohren, der nach Ersatz für Leroy Sane und Kingsley Coman suchte. Stattdessen kamen "nur" Luis Diaz (FC Liverpool) und Nicolas Jackson (FC Chelsea, Leihe), während sich Lennart Karl aus dem Nachwuchs in den Vordergrund spielte. Für seine Entwicklung wäre ein weiterer Neuzugang wohl kaum förderlich gewesen. Der eingeschlagene Weg, die eigene Jugend zu fördern, soll zudem fortgeführt werden, was sich somit auch vehement auf die Kaderplanung auswirkt - und das NLZ-Trio Freund/Sauer/Wiesinger stärkt. 

  • Eberl: Retten ihn Kompany, Diaz und der sportliche Erfolg?

    Positiv werden indes die Verpflichtungen von Diaz und Trainer Vincent Kompany gesehen, die Eberl jeweils federführend vollzogen hatte. In die Beurteilung fließe jedoch auch ein, dass die Bayern bei der Suche nach einem Nachfolger für Thomas Tuchel ein mindestens unglückliches Bild abgegeben hatten. Gleichwohl gibt Eberl der sportliche Erfolg in dieser Saison recht, was eine mögliche Trennung schwieriger gestaltet. Dass sich das Gremium in derartigen Fällen gnädig zeigt, war einst auch bei Trainer Niko Kovac zu sehen. Weil die Münchner trotz einer gewissen Unzufriedenheit innerhalb der Mannschaft das Double holte, blieb der heutige BVB-Coach im Amt. Rund fünf Monate später war der Kredit jedoch verspielt und Hansi Flick übernahm. 

    Das Treffen im Mai soll eine erste Tendenz für die Verhandlungen ab Juli liefern, wie es um Eberls Zukunft im Verein steht. Gleiches gelte auch für Dreesen, bei dem die Zeichen aber wie bei Freund aber auf Verlängerung stehen. Der Vorstandschef, der ursprünglich aus dem Finanzsektor kommt und sich seit dem Abschied Michael Diederich auch wieder darum kümmert, werde insbesondere als Kommunikator geschätzt. 

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