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Mats Hummels 2026IMAGO / Chai v.d. Laage

"Ein bisschen einfach auch eine Charakterfrage": Mats Hummels sieht nach der Pleite gegen Ecuador vor allem ein Defizit bei der deutscne Nationalmannschaft

Die Rio-Weltmeister Thomas Müller (36) und Mats Hummels (38) haben klare Worte zur Leistung der deutschen Nationalmannschaft bei der enttäuschenden 1:2-Niederlage gegen Ecuador am letzten Vorrundenspieltag der WM 2026 gefunden.

  • Bei MagentaTV analysierten sie die Problemzonen der Elf von Bundestrainer Julian Jagelsmann (38), die vor allem in der zweiten Halbzeit große Probleme in der Defensive offenbart hatte.

    Müller betonte zunächst, dass es zwar "ein Gruppenspiel, in dem es um nichts mehr ging", gewesen sei. Dennoch zog er einen Vergleich zur Spielweise von Weltmeister Argentinien, den er zuletzt beim 2:0-Sieg gegen Österreich live erlebt hatte.

    Müller begann seinen Monolog: "Was mir so ein bisschen aufgefallen ist, wenn man es vergleicht mit der argentinischen Mannschaft. Da siehst du einfach: Wenn Argentinien keine Torchance bekommen will gegen sich, dann bekommen sie auch keine. Da sagt hinterher keiner: 'Wow, haben die die Sterne vom Himmel gespielt.'"

  • Thomas MüllerGetty Images

    Müller: Argentinien kann Spiele besser verwalten als Deutschland

    Argentinien sei aber "einfach von der Mannschaft, von den individuellen Spielern und den Profilen so abgezockt, die können Spiele verwalten und das Tempo diktieren. Und das fehlt mir so ein bisschen bei uns."

    Insbesondere viele Ballverluste, die zu großer Unordnung in der Rückwärtsbewegung führten, hätten das DFB-Team nach zwei Siegen zum Auftakt in das Turnier verunsichert. "Es herrscht nicht unbedingt eine Einigkeit", so Müller, der auch "plakativ von Naivität" sprach: "Wir spielen dann da so immer in unser Talent rein. Wenn ich Argentinien als Beispiel nenne, das ist natürlich auch der aktuelle Weltmeister. Die sind einfach auf einem abgezockteren Level unterwegs."

  • Mats Hummels sieht zu viel Passivität

    Hummels, einst Innenverteidiger, wurde gefragt, wie er dem Kontrollverlust während des zweiten Durchgangs auf dem Feld versucht hätte, entgegenzuwirken. "Ich hätte auf jeden Fall, wenn es für den Trainer okay gewesen wäre, versucht, wieder weiter vorne ins Pressing zu gehen und sich nicht zu tief fallen zu lassen", führte der langjährige Spieler von Borussia Dortmund und Bayern München aus. Denn: "Du kannst auch gegen den Ball spielen und beherrschen und dominieren und vorne angreifen. Wenn das nicht der Fall ist, ist das Mindestmaß, dass du diese Aktivität wieder herstellst."

    Diese habe er vermisst. "Wenn du tief verteidigst, muss dein Mittelfeld ultra-aggressiv angreifen. Weil wenn die gegnerischen Spieler 30, 35 Meter vor dem Tor Platz und Zeit haben, dann treffen fast alle Nationen auf der Welt die richtigen Entscheidungen und spielen die richtigen Pässe. Du musst pressen. Wenigstens dann im tiefen Block, wenn du es schon nicht schon vorne tust."

    Dies fehle ihm "ein bisschen bei der Mannschaft", so Hummels: "Es ist natürlich ein Thema der Einstudiertheit und des Wollens. Aber das ist ein bisschen einfach auch ne Charakterfrage. Es gibt mit Sicherheit auch deutsche Spieler, die das machen würden. Aber wir haben ein bisschen eine Mannschaft, die da zaghaft ist."

    Die Niederlage gegen Ecuador ändert nichts am Gruppensieg des DFB-Teams, das nun am nächsten Mittwoch in Boston auf einen der acht besten Gruppendritten trifft.

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