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Germany v Curacao: Group E - FIFA World Cup 2026Getty Images Sport

"Die Weltspitze ist uns enteilt": Thomas Müller überraschte WM-Aus von Deutschland nicht

Der langjährige Nationalspieler Thomas Müller hat sich mit klaren Worten zum desaströsen Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM geäußert.  

  • Müller: DFB-Performance "alles andere als eine Überraschung"

    "Der Schock" über die Niederlage gegen Paraguay im Sechzehntelfinale, schrieb der 36-Jährige eingangs in seinem Statement bei LinkedIn, sei ihm "wie so vielen deutschen Fußballfans am vergangenen Montag ins Gesicht geschrieben" gewesen. Sein erstes Fazit laute: "Wir wollen aber können nicht."

    Zwar lobte Müller die Einsatzbereitschaft des DFB-Teams, kam aber zu der ernüchternden Erkenntnis, dass "die mannschaftliche und individuelle Fußballperformance aus sportlicher Sicht alles andere als eine Überraschung" gewesen sei. Ein frühes Aus habe sich gewissermaßen abgezeichnet. "Diese Elf hat zwar Spieler, die individuell die Fußballherzen höherschlagen lassen, kommt aber regelmäßig gegen Mannschaften aus vermeintlich niedrigeren Regalen ins Wanken."

    Selbst bei den elf Siegen bis zum Ecuador-Spiel am letzten Spieltag der Gruppenphase sei "die notwendige Konstanz in Sachen Spielidee oder die Bildung einer klaren Achse im Team" für ihn nicht sichtbar gewesen. "Und wenn der 'deutsche Motor' als Team nicht rund läuft, fehlt uns einfach die individuelle Weltklasse, um das kompensieren zu können. Topspieler wie Kylian Mbappe bei Frankreich, Harry Kane bei England, Erling Haaland bei Norwegen oder Lionel Messi bei Argentinien haben für ihre Mannschaften bei dieser WM in vielen Spielen den Unterschied gemacht."

  • Germany v Paraguay: Round Of 32 - FIFA World Cup 2026Getty Images Sport

    Thomas Müller fordert Antworten vom DFB

    Deshalb drängen sich für Müller gleich mehrere Fragen auf, "die mehrschichtig gelagert sind, was Inhalt und Zeitachse betrifft". So fragt er: "Ist bei allen das ehrliche Bewusstsein vorhanden, dass uns die Weltspitze enteilt ist?" Außerdem sei zu klären, was in Sachen Ausbildung und Spielweise von anderen Nationen adaptiert werden könne und mit welchem Spielstil der Erfolg zurückkomme und welche Spielertypen der DFB dafür benötige. Es sei schließlich das Ziel, spätestens bei der EM 2028 in Großbritannien wieder zu einer "schwer zu bespielenden Turniermannschaft" zu werden.

    Müller stellte dahingehend die Forderung auf, dass jetzt "angepackt" werden müsse. "Nach fünf enttäuschenden Turnieren in Folge ist ein Konzept mit neuen, tiefgründigen Denkanstößen gefragt", schrieb er. Im Fokus soll dabei auch die langfristige Entwicklung junger Talente stehen. "Es braucht eine konsequente und moderne Spielerausbildung, die der zukünftigen Spielidee Rechnung trägt", betonte der Spieler von MLS-Klub Vancouver Whitecaps. Dafür brauch es neben "Fachwissen auch den Mut, Veränderungen anzustoßen".

  • Rücktritt offiziell: Jürgen Klopp soll Julian Nagelsmann beerben

    Die ersten Konsequenzen zog der DFB bereits am Freitag. Bundestrainer Julia Nagelsmann erklärte seinen Rücktritt, der ihm zuvor vom DFB-Gremium nahegelegt worden war. Mit ihm gehen auch seine Assistenten und Sportgeschäftsführer Andreas Rettig, dessen Vertrag am Ende des Jahres "aus persönlichen Gründen" nicht verlängert wird.

    Gleichzeitig stieß der DFB die Tür für Jürgen Klopp noch weiter als ohnehin schon auf. Es werde ein Gespräch mit dem Erfolgscoach des FC Liverpool und BVB gesucht, der "bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert" habe. Dann muss auch die Frage nach einer Abfindung mit Brausehersteller Red Bull, bei dem Klopp als "Global Head of Soccer" angestellt ist, und in Sachen Gehalt geklärt werden. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus äußerte dahingehend Bedenken und prophezeite ein üppiges Gesamtpaket. 

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