Northampton Town v Leyton Orient - Sky Bet League OneGetty Images Sport

"Die beste Wutrede der Saison": Trainer putzt Mannschaft trotz Klassenerhalt herunter

Obwohl Leyton Orient den Gang in Englands viertklassige League Two abwendete, rechnete Trainer Richie Wellens anschließend mit seiner Mannschaft ab. 

  • "Ich habe ein Jahr meiner Trainerkarriere verschwendet"

    Leyton Orient hatte am finalen 46. Spieltag der League One mit einem 2:2 gegen Burton Albion den Klassenerhalt perfekt gemacht und beendete die Spielzeit als Tabellen-20. knapp über dem Strich, weil Exeter City parallel mit 1:2 gegen Bradford City verlor und damit abgestiegen ist. 

    Coach Wellens hätte also durchaus Grund zur Freude gehabt. Stattdesen putzte er sein Team auf schon jetzt legendäre Art und Weise herunter. The Athletic titelte hinterher: "War das die beste Wutrede dieser Saison?"

    In einem Interview mit einigen Medienvertretern spiegelte Wellens wider, was er zu seinen Spielern gesagt habe. "Applaudiert den Fans, sie haben die ganze Saison über Geld bezahlt, um uns zu Hause und auswärts zu sehen - sie verdienen es, beklatscht zu werden. Aber feiert dann nicht mit euren Familien. Verlasst den Platz. Es war eine peinliche Saison. Zu viele Spieler haben zehn Monate ihrer Karriere verschwendet. Ich habe ein Jahr meiner Trainerkarriere verschwendet", erklärte er. Der Clip ging in den Sozialen Medien in kürzester Zeit viral.

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    Radikaler Umbruch! Spieler machen Wellens fassungslos

    Auch Wellens selbst bat um Entschuldigung, da er Kritik an den eigenen Fans geübt hatte. "Ich werde euch erklären, warum ich das getan habe. Wir haben eine schwache Mannschaft - wirklich, wirklich schwach, okay? Und wenn unsere Fans sie kritisieren, versuche ich, diese Kritik von ihnen abzulenken. Also trete ich vor die Presse und sage, die Stimmung sei nicht besonders gut gewesen, und dann lassen die Fans ihre Wut an mir aus." Allerdings hätten seine Spieler den Klubanhängern "Woche für Woche nur Mist serviert".

    Außerdem rechnete Wellens mit der Einstellung seiner Spieler ab und zog das FA-Cup-Halbfinale zwischen Manchester City und dem FC Southampton als Beispiel heran, das auf dem TV im Mannschaftsbus lief. Das Spiel habe jedoch "kein einziger" angeschaut. "Sie sind an ihren Handys, was auch immer sie da tun. Wie kann man sich die Elite nicht anschauen und von den Allerbesten lernen?"

    Die Konsequenzen? Ein radikaler Umbruch, wie Wellens ankündigte. "Es gibt bestimmte Spieler, deren Verträge auslaufen und die im Moment wahrscheinlich keinen neuen Vertrag zu denselben Konditionen bekommen werden. Diejenigen, die Verträge haben, werden Schwierigkeiten haben, einen neuen zu bekommen. Und dann wird es Spieler mit Verträgen geben, von denen wir uns trennen wollen. Wir brauchen mehr Athletik in unserer Mannschaft und mehr Charakter", sagte er.

    Der 46-Jährige ist seit 2022 bei Leyton Orient im Amt und führte den Verein ein Jahr später in die League One und 2025 sogar in die Aufstiegs-Playoffs. Nun gab Wellens den Startschuss für einen Neuanfang. 

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