West Ham United v Arsenal - Premier LeagueGetty Images Sport

"Das ist ein Erdbeben": England diskutiert hitzig über späten VAR-Eingriff beim Sieg des FC Arsenal

Ein nicht gegebenes Tor in der 95. Minute sorgt für Ekstase bei Arsenal. Gary Neville spricht von einem historischen Einschnitt, der die Meisterschaft entscheiden wird. "Das ist ein Erdbeben, ein Beben, das nur einen Augenblick dauert", beschrieb Neville die Szenerie als Experte beim Spiel zwischen West Ham United und den Gunners, das der Tabellenführer mit 1:0 für sich entschied. Für die Legende von Manchester United war klar: "Das ist der größte Moment in der VAR-Geschichte der Premier League."

  • Was war geschehen? In der fünften Minute der Nachspielzeit drückte West Hams Callum Wilson den Ball zum vermeintlichen 1:1 über die Linie. Declan Rice versuchte noch alles, um die Kugel von der Linie zu kratzen, doch vergebens. 

    Schiedsrichter Chris Kavanagh zeigte sofort zur Mitte: Tor, Ausgleich, Schockstarre für Arsenal, das im Titelrennen gegen Manchester City nicht nachlassen darf, soll es etwas mit der ersten Meisterschaft nach 22 Jahren werden. 

    Dann schaltete sich Video-Assistent Darren England ein. Was folgte, war eine Zerreißprobe für die Nerven aller Beteiligten. Erst nach 17 Wiederholungen und einer Unterbrechung von über vier Minuten revidierte Kavanagh seine Entscheidung. Er erkannte ein Foulspiel von Pablo an Arsenal-Keeper David Raya.

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  • Keane kritisiert West Ham United

    Die Tragweite dieser Entscheidung kann kaum überschätzt werden. Neville legte sich fest: "Der erste Titel des FC Arsenal seit 22 Jahren könnte davon abhängen. Das ist einer dieser Momente, in denen Arsenal vielleicht glaubt, sein Name stünde schon auf dem Pokal." Tatsächlich haben es die Gunners nun weiter in der eigenen Hand. Zwei Siege trennen sie noch von der Krönung.

    Während die einen vom Titel träumen, ist die Entscheidung für West Ham ein Genickschlag im Abstiegskampf. Die 18. Saisonniederlage bedeutete, dass Nottingham Forest und Leeds United den Klassenerhalt sicher haben. Die einzige Hoffnung der Hammers besteht nun darin, Tottenham zu überholen, das bei einem Punkt Vorsprung noch eine Partie mehr zu absolvieren hat. Am Montagabend geht es gegen Leeds.

    Experte Roy Keane hatte für die Verlierer wenig Mitleid übrig. "Das Einzige, was man sagt: Der VAR wird alles überprüfen, also leg deine Hände nicht an den Torwart! Und tu es auf keinen Fall drei oder vier Sekunden lang", wetterte der Ire. Sein Fazit: "Das war wirklich dumm von West Ham. Man sollte kein so offensichtliches Foul begehen, denn das wird überprüft werden."

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    Arteta: "Ein Wechselbad der Gefühle"

    Auch Keans Kollegen Jamie Redknapp und Ian Wright sprachen von einer "mutigen", aber "zweifellos richtigen" Entscheidung. Wright analysierte: "Ich glaube, David Raya hätte den Ball einfach gehalten, wenn er nicht behindert worden wäre. Er wird dort gezogen und dann kommt der Arm ins Spiel."

    In den Katakomben standen sich nach dem Abpfiff zwei völlig gegensätzliche Gefühlswelten gegenüber. Arsenal-Coach Mikel Arteta, der in der Vergangenheit oft genug mit den Unparteiischen gehadert hatte, schlug dieses Mal ungewohnt versöhnliche Töne an. "Ich werde mich ganz sicher an diesen Tag erinnern. Es war ein Wechselbad der Gefühle", gestand der Spanier bei Sky Sports. "Heute muss ich ihnen [den Schiedsrichtern] gratulieren. Man braucht viel Mut und Tapferkeit, um sich zu behaupten."

    Auf der Gegenseite herrschte bei West-Ham-Coach Nuno Espirito Santo Fassungslosigkeit. "Wir sind alle aufgebracht", sagte der Portugiese. Er kritisierte die mangelnde Linie bei der Regelauslegung: "Sogar die Schiedsrichter wissen nicht mehr, was ein Foul ist und was nicht, das schafft Zweifel."

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  • Arsenal und ManCity kämpfen um den Titel

    Mit 79 Punkte führt Arsenal nun die Tabelle an. ManCity hat fünf Zähler Rückstand und ein Spiel weniger, empfängt am Mittwoch aber noch Crystal Palace.

    Am 37. Spieltag bekommen es die Gunners montags zu Hause mit dem FC Burnley zu tun. Tags darauf muss City bei AFC Bournemouth ran.

    Am letzten Spieltag, der am 24. Mai ausgetragen wird, muss Arsenal dann zu Crystal Palace. Manchester bekommt es zu Hause mit Aston Villa zu tun.

  • TOPSHOT-FBL-ENG-PR-WEST HAM-ARSENALAFP

    Premier League 2025/26: Standing und Restprogramm


    FC ArsenalManchester City
    1. / 36 Spiele / 79 Punkte / +42 Tore2. / 35 Spiele / 74 Punkte / +40 Tore
    -Crystal Palace (H)
    FC Burnley (H)AFC Bournemouth (A)
    Crystal Palace (A)Aston Villa (H)

Häufig gestellte Fragen

Der FC Arsenal wurde im Jahr 1886 in Woolwich gegründet.

Der FC Arsenal gehört der Kroenke Sports & Entertainment-Gruppe um den US-amerikanischen Milliardär Stan Kroenke. Erste Anteile kaufte der Unternehmer im April 2007, im Anschluss kaufte er Stück für Stück auch weitere Aktien auf - bis zur endgültigen Übernahme im September 2018. Neben den Gunners besitzt Kroenke auch noch weitere Sportklubs, unter anderem die Los Angeles Rams (NFL), die Denver Nuggets (NBA) und die Colorado Avalanche (NHL).

Seit der Saison 2006/07 spielt Arsenal im Emirates Stadium im Stadtteil Holloway im Norden Londons. Vorher hatte der Klub seine Heimspiele lange Jahre im Highbury ausgetragen. 

Das Emirates Stadium hat eine Kapazität von 60.704 Sitzplätzen. Damit ist es eines der fünf größten Stadien in der Premier League. 

Mit 47 Titeln sind die Gunners einer der erfolgreichsten Klubs Englands. Die meisten dieser Trophäen sammelte der Klub national - noch nie konnte Arsenal die Champions League gewinnen. 

Auf nationaler Ebene hat der FC Arsenal über die Jahre gut abgeräumt. Neben 14 Titeln im FA Cup (Rekordsieger) gewannen die Londoner auch 13-mal die englische Meisterschaft. 

Rekordspieler bei Arsenal ist David O'Leary. Satte 722 Pflichtspiele absolvierte er zwischen 1975 und 1994. 

Für die meisten Tore in der Vereinsgeschichte sorgte Thierry Henry. Der Franzose knipste in 377 Auftritten ganze 228-mal. Hinter ihm folgt Ian Wright mit 185 Toren.

Über die Jahre standen zahlreiche Superstars für die Gunners auf dem Feld. Hier eine Auswahl: Thierry Henry, Dennis Bergkamp, Patrick Vieira, Tony Adams, Ian Wright, Robert Pires, Cesc Fabregas, David Seaman, Mesut Özil, Marc Overmars, Ashley Cole oder Kai Havertz. 

Rekordtrainer des Vereins ist Arsene Wenger, der zwischen 1996 und 2018 insgesamt 17 Titel nach Nordlondon holte. Andere erfolgreiche Coaches sind Herbert Chapman (5 Titel), George Graham (6 Titel), Bertie Mee (3 Titel) oder Mikel Arteta (2 Titel).

Der Verein trägt aufgrund der Kanone im Wappen auch den Spitznamen "The Gunners", zu deutsch "die Kanoniere".