Die Vergabe von Tickets für die Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei der EM 2016 in Frankreich sorgt auch in der deutschen Politik für ersten Unmut. Özcan Mutlu, sportpolitischer Sprecher der Grünen, kritisierte die Entscheidung des deutschen Fußball-Bundes (DFB), nur zahlenden Mitgliedern des Fan Club Nationalmannschaft eine Loschance auf Eintrittskarten für die Spiele des Weltmeisters einzuräumen.
"Unorganisierte Fans vor die Wahl zu stellen, entweder 40 Euro für die Erhöhung ihrer Lotteriechance bei der Kartenauslosung zu zahlen oder sie erst gar nicht teilnehmen zu lassen, ist alles andere als gerecht", sagte Mutlu bei bild.de: "Dieses Verfahren ist weder offen noch transparent und wirft kein gutes Licht auf den DFB."
Verband verteidigt Maßnahmen
Der Verband sei "gut beraten, dieses Verfahren zu überdenken und möglichst vielen Fans die Chance auf eine EM-Teilnahme zu schaffen. Das wäre im Übrigen eine vertrauensbildende Maßnahme für den krisengeschüttelten DFB", erklärte der 47-Jährige. Wer noch kein Mitglied des Fan Club Nationalmannschaft ist, muss vor dem Kartenantrag eine Aufnahmegebühr von 10 Euro und einen Jahresbeitrag von 30 Euro bezahlen. Nicht-Mitglieder müssen in der folgenden dritten Phase auf Kartenrückläufer hoffen.
Nationalmannschafts-Sprecher Jens Grittner hatte gegenüber dem SID das Vorgehen des DFB mit Blick auf die angespannte weltweite Sicherheitslage nach den Terroranschlägen von Paris verteidigt. "Gerade als deutscher Verband mit unserer Vorgeschichte und vor dem Hintergrund der aktuellen Sicherheitslage würde man uns doch zurecht vorwerfen, wenn wir beim Thema Sicherheit nicht alle Möglichkeiten, die wir haben, ausschöpfen würden", sagte Grittner.
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