BVB-Ikone Kevin Großkreutz hat sich einen langjährigen Torhüter von Borussia Dortmunds Erzrivale Schalke 04 vorgeknöpft.
"Was Trainer oder Mitspieler erzählen, das plappert man nicht in die Öffentlichkeit weiter (außer es wurde vorher abgestimmt). Das hat was mit Ehre zu tun", kommentierte Großkreutz einen Instagram-Beitrag von ran mit einem Zitat von S04-Ikone Ralf Fährmann aus dessen Mitte Oktober erscheinendem Buch "Schalke und ich - eine Liebesgeschichte".
Sport Bildhatte einige Ausschnitte aus dem Buch zuletzt vorab veröffentlicht, unter anderem eine Anekdote von einer Schimpftirade des damaligen Schalke-Trainers Dimitrios Grammozis aus der Saison 2021/22. "Wie kann ich ihn am besten beschreiben? Nach einem 1:2 in Düsseldorf polterte er einen Tag später in der Spielanalyse: 'Ihr wollt mich f*cken? Ihr wollt meinen Staff f*cken? Ihr könnt eure Insta-Bräute f*cken, aber nicht mich'", enthüllte Fährmann in der von Großkreutz kommentierten Buchpassage, wie Grammozis ihn und seine Teamkollegen seinerzeit zusammengefaltet hatte.
BVB-Ikone Kevin Großkreutz vermisst Diskretion bei Ralf Fährmann
"Das macht man nicht", legte Großkreutz in seinem Podcast Viertelstunde Fussball in Richtung Fährmann nach, der seine Karriere mittlerweile beendet hat. "Ich weiß auch vieles von Mitspielern. Was der gesagt hat, was der mir vielleicht anvertraut hat. Das bleibt bei mir. Solche Sachen bleiben in der Kabine", betonte Großkreutz, der Fährmann mit seinem Co-Host Cornelius Küpper dennoch in den Podcast einlud.
Großkreutz und Fährmann trafen siebenmal direkt aufeinander, erstmals übrigens noch in der U19. Dabei holte Großkreutz im Dezember 2005 mit der A-Jugend von LR Ahlen ein 1:1 gegen den Schalker Nachwuchs um Fährmann, Benedikt Höwedes oder Mesut Özil. Großkreutz brachte die Ahlener dabei in Führung, erst kurz vor Schluss konnte S04 durch Giuseppe Pisano ausgleichen.
Von den sechs Aufeinandertreffen im Profibereich waren indes drei Revierderbys zwischen BVB und S04, wobei hiervon zwei Duelle an Fährmanns Schalker gingen und eines mit einem torlosen Unentschieden endete.
Getty ImagesRalf Fährmann enthüllte Ritual vor Spielen in Dortmund
Als Ikonen der beiden Erzrivalen verbindet Großkreutz und Fährmann zumindest im sportlichen Sinne von Natur aus eine gewisse Abneigung. "Wenn ich in Dortmund zum Aufwärmen den Platz betrat, war meine erste Amtshandlung immer, herzhaft Richtung Südtribüne, der 'Gelben Wand', zu rotzen. Auf der 'Süd' stehen mehr als 20.000 Wahnsinnige, die uns alle den Tod wünschen. Das Rotzen war immer mein besonderer Gruß an sie", verriet Fährmann passenderweise.
Während Großkreutz, gebürtiger Dortmunder, schon von Kindesbeinen an glühender BVB-Anhänger ist, war Fährmann als 14-Jähriger vom Chemnitzer FC ins weit entfernte Gelsenkirchen ausgezogen und schaffte bei S04 später den Sprung zu den Profis. Obwohl das Ende seiner Zeit auf Schalke keineswegs frei von Nebengeräuschen verlief, sind die Königsblauen weiterhin fest in Fährmanns Herz. "So sehr ich versucht habe, Schalke zu ignorieren, es gelingt mir nicht. Ich verfolge alle Spiele im TV und wünsche den Fans so sehr sportlichen Erfolg. Trotz allem: Ich liebe Schalke. Das ist die Wahrheit", betont der 38-Jährige in seinem Buch.





