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Gianni InfantinoGetty

War ein Spieler nicht spielberechtig? Gianni Infantino droht der nächste große WM-Skandal

Der Weltverband soll die Demokratische Republik Kongo trotz festgestellter Zweifel an der Spielberechtigung eines Nationalspielers nicht aus der WM-Qualifikation genommen haben.

Das berichteten die New York Times und Le Monde am Dienstag unter Berufung auf interne FIFA-Dokumente und Korrespondenzen. Le Monde schrieb von einer "heiklen Angelegenheit, die die FIFA aus politischen Gründen" vertuscht habe.

Demnach stellten Rechtsexperten des Weltverbandes bei einer Untersuchung fest, dass die Unterlagen für einen Verbandswechsel von Torhüter Lionel Mpasi nicht fertiggestellt worden seien. Mpasi hatte zuvor für französische Jugendnationalteams gespielt. Die FIFA prüfte den Berichten zufolge mehrere Optionen von einer Geldstrafe bis hin zu einem Ausschluss des Kongo aus den WM-Playoffs. Letztlich wurde keine dieser Maßnahmen umgesetzt.

Mischte Infantino auch im neuen WM-Skandal um DR Kongo mit?

Ausgangspunkt der Untersuchung war eine Beschwerde des nigerianischen Verbandes. Die FIFA wies diese nach eigenen Angaben aus formalen Gründen zurück. Kongo hatte sich durch einen Erfolg über Nigeria für das Playoff-Turnier qualifiziert und gegen Jamaika das WM-Ticket gelöst. Mpasi stand bis zum Achtelfinal-Aus gegen England in allen Spielen auf dem Feld.

Die New York Times stellte eine Verbindung Infantinos zum heutigen Chef des kongolesischen Verbandes her. Véron Mosengo-Omba, demnach ein Verbündeter des Schweizers, hatte zum Zeitpunkt der Untersuchung seine Kandidatur für den Posten an der Spitze der Verbandes vorbereitet und wurde nach der Qualifikation für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada gewählt.

Eine SID-Anfrage zu diesem Thema ließ die FIFA zunächst unbeantwortet. Auf Anfrage der New York Times teilte der Weltverband mit: Ihre Ausschüsse seien "autonom und entscheiden über Fälle auf Grundlage der geltenden Vorschriften und der jeweils vorliegenden konkreten Fakten". Infantino, der für seine Wiederwahl 2027 inmitten des Machtkampfes auf die Unterstützung aus Afrika angewiesen ist, habe keinen Einfluss auf solche Entscheidungen.

Während der WM hatte die Aufhebung der Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun massive Kritik ausgelöst. US-Präsident Donald Trump hatte im Vorfeld des Achtelfinals gegen Belgien (1:4) nach eigenen Angaben bei Infantino angerufen und um eine Überprüfung der Rotsperre des Balogun gebeten. In der Tat wurde die Sanktion zurückgenommen. Die FIFA beharrte darauf, dass ihre Disziplinarkommission unabhängig entschieden habe.

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