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Cristiano Ronaldo celebration Portugal 20062018 WC 2018getty Images

Verwirrung bei WM-Torjubeln: Dürfen beim Jubel alle Spieler das Spielfeld verlassen?

Alle jubeln, einer schaut zu: Bei der WM feiern mehrere Teams ihre Tore höchst ungewöhnlich. Grund ist eine Regel, die es gar nicht gibt.

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Diesmal war es Joao Moutinho, der leider drinnen bleiben musste. Als Cristiano Ronaldo mit Portugals Nationalteam an der Werbebande sein Tor zum 1:0 gegen Marokko feierte, schaute Moutinho zwei Meter entfernt auf der Linie stehend tatenlos zu. Keinen Schritt weiter wagte sich der 31-Jährige. Ganz so, als ob ein unsichtbarer Graben rund um den Rasen im Moskauer Luschniki-Stadion gezogen worden wäre.

Portugals Fonte: "Ich habe gehört, dass es eine Regel gibt"

Der kuriose Jubel macht bei der WM Schule: Schon in Portugals erstem Spiel gegen Spanien war es Jose Fonte, dem nach Ronaldos 3:3 mit strenger Geste bedeutet worden war, doch bitte innerhalb des Spielfelds zu bleiben. Auch England und Australien feierten ihre Tore auf diese Art. Grund ist allerdings nicht etwa die Bestrafung eines ungehorsamen Spielers - sondern eine Jubel-Vorschrift, die es gar nicht gibt.

"Ich habe gehört, dass es eine Regel gibt. Wenn alle das Spielfeld verlassen, dann könnte man das Spiel wieder anstoßen", sagte Fonte am Mittwoch in der ARD, als er nach der ungewöhnlichen Feier-Choreographie seines Teams gefragt wurde. Seine Erklärung: "Wir wollten sicher sein, dass uns nichts dazwischen kommt. Deshalb machen wir das, damit das Spiel nicht wieder angepfiffen werden kann."

Das Blöde ist nur: Wer auch immer das Gerücht von einer solchen Regel in die Welt gesetzt hat, er lag schlicht falsch. Das bestätigte auch das für die Regeln zuständige International Football Association Board (IFAB) noch einmal ausdrücklich. In den offiziellen Fußballregeln heißt es bei 8.1. unter dem Punkt "Anstoß" unmissverständlich: "Alle Spieler, mit Ausnahme des Spielers, der den Anstoß ausführt, befinden sich in der eigenen Spielfeldhälfte." Die Fläche außerhalb des Feldes nimmt dabei keine Sonderrolle ein, wie in manchen sozialen Medien umgehend behauptet wurde. Dort wurde die vermeintlich "unbekannte" Regel sofort zu einem heiß diskutierten Thema.

Portugals Spieler wurden im Interview aufgeklärt

Ronaldo, Moutinho, Fonte und Co immerhin sind seit Mittwoch schlauer. Im ARD-Interview wurde Fonte über den Irrtum aufgeklärt. "Gut. Das nächste Mal gehen wir alle vom Feld und feiern", sagte der verdutzte Portugiese.

Allerdings: Ein wenig Vorsicht ist beim Feiern dennoch geboten. 2015 hatte die U16 von Mazedonien einmal ein Tor gegen Gibraltar äußerst lange bejubelt - allerdings in der eigenen Hälfte. Der Schiedsrichter sah alle Voraussetzungen erfüllt und pfiff das Spiel wieder an. Gibraltar nutzte die Gunst der Stunde und traf ins noch immer verwaiste Tor. Es war der Siegtreffer, wie sich später herausstellte.

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