In der zuletzt aufkeimenden Debatte über die Besetzung der Torhüterposition des FC Bayern München vertritt Rekordnationalspieler Lothar Matthäus eine andere Meinung als Ex-FCB-Boss Oliver Kahn.
Letzterer hatte zuletzt infrage gestellt, ob sich Manuel Neuer einen Gefallen damit getan hat, seinen Vertrag noch einmal zu verlängern und auch die laufende Saison noch zu spielen. "Dinge wie: Wann höre ich auf, wann trete ich zurück? Du ersparst dir bestimmte Situationen. Wenn man 36, 37, 38 wird, ich hab das selbst erlebt, braucht der Körper länger zur Regeneration. Es passiert hier und da mal ein Fehler", sagte Kahn in der Sky-Sendung "Triple – der Hagedorn Fußballtalk" über Neuers aktuelle Situation.
Der 40-Jährige war nach seinen Patzern beim 2:2 in Augsburg am vergangenen Wochenende in die Kritik geraten. Wegen Fußproblemen fehlte er daraufhin beim 3:3 bei Viking Stavanger in der Champions League unter der Woche und beim 6:1-Kantersieg gegen RB Leipzig am Samstag, weshalb jeweils Jonas Urbig im FCB-Tor stand.
Das befeuerte öffentliche Diskussionen darüber zusätzlich, ob Urbig nicht möglicherweise schon im Lauf dieser Spielzeit Neuers Erbe antreten und vorzeitig Bayerns neue Nummer eins werden sollte.
Getty ImagesWie beurteilt Matthäus Manuel Neuers Situation?
Kahn hatte dahingehend zu bedenken gegeben, dass Neuer seiner Meinung nach riskiere, letztlich nicht mehr selbstbestimmt zurücktreten zu können. Matthäus teilt diese Sorge nicht: "Das Thema wird zu groß aufgemacht. Er hat jetzt in Augsburg einen Fehler gemacht. Aber den Schnitt hätte man vor der Saison machen müssen. Sie haben ihm jetzt das Vertrauen gegeben, und vor zwei Monaten ist er noch zur WM gefahren und soll jetzt seinen Job hinschmeißen?", fragte der ehemalige Weltklassespieler am Samstag bei Sky.
Er sei überzeugt davon, dass Neuer auch bis Saisonende Stammkeeper bleiben werde: "Bayern sieht es ähnlich wie ich. Wenn er gesund ist, wird er wieder im Tor stehen."
Ob Neuer im Champions-League-Kracher gegen den FC Arsenal am Mittwoch wieder einsatzbereit ist, ist offen. Urbig derweil soll planmäßig zur kommenden Saison die neue Nummer eins beim FCB werden, sollte Neuer seine Karriere nächsten Sommer wie erwartet beenden.





