Patrick Cutrone: Milans NxGn-Talent auf einem turbulenten Höhenflug

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Obwohl sich die Rossoneri schwertaten, machte sich Cutrone in der letzten Saison einen Namen und wurde dadurch sogar für das Nationalteam interessant.

NxGn

Die wilde Einkaufstour des AC Milan im Sommer 2017 hat in der vergangenen Saison nicht die Ergebnisse gebracht, die sich die Verantwortlichen im San Siro erhofft hatten.

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Rund 180 Millionen Euro gaben die Rossoneri für elf neue Spieler aus. Die neuen Klubbesitzer aus China setzten viel aufs Spiel, um den Verein wieder zurück in die Champions League zu bringen, doch trotz all der Bemühungen gelang es nicht, den siebenmaligen Europapokalsieger wieder unter die Top-Klubs des Kontinents zu führen. Immerhin schaffte es Klub-Legende Gennaro Gattuso noch, das Team auf einen Europa-League-Platz zu bringen, nachdem Vincenzo Montella im November hatte gehen müssen.

Einige der Neuverpflichtungen zeigten gute Ansätze, wie Hakan Calhanoglu, Ricardo Rodriguez oder Franck Kessie, doch das Duo, das Milan mit seinen Toren wieder ganz nach oben schießen sollte, enttäuschte: Andre Silva und Nikola Kalinic haben den Verein inzwischen schon wieder verlassen.

Die mangelhafte Treffsicherheit des Portugiesen und des Kroaten sorgte bei vielen Milan-Fans für Frust. Gleichzeitig war sie allerdings auch für Patrick Cutrone ein Segen.

Patrick Cutrone Milan Inter

Unter Trainer Montella hatte er nur einige Einsätze in der Europa League bekommen, doch unter Gattuso durfte der junge Stürmer regelmäßig ran – und wurde schließlich zum Stammspieler.

Cutrone zahlte das Vertrauen mit elf Toren und vier Vorlagen in allen Wettbewerben unter Gattuso zurück. Die Highlights waren sein später Siegtreffer gegen Inter in der Coppa Italia und sein wundervolles Hackentor gegen die Roma. Seine Durchsetzungskraft vor dem gegnerischen Kasten zeigte sich auch in der Statistik: Er feuerte nur 1,6 Schüsse pro Partie in der Serie A ab und war trotzdem regelmäßig erfolgreich.

Seine Arbeit ohne Ball und seine Läufe in den freien Raum sorgten allerdings dafür, dass Milan endlich den Angreifer in der Zentrale hatte, den der Klub lange gesucht hatte. Allerdings nahm sich Cutrone auch manchmal seine Auszeiten und er war als Einwechselspieler lange nicht so produktiv wie bei seinen Einsätzen in der Startelf. Das alles zeigt, dass sich der 20-Jährige erst noch an die regelmäßigen Auftritte in der ersten Mannschaft gewöhnen muss – und das ist völlig verständlich, wenn man bedenkt, dass die Spielzeit 2017/18 die erste komplette Saison im Kader des großen Milan war.

Trotz der kleinen persönlichen Anpassungsprobleme und der eher turbulent verlaufenen Saison der Rossoneri leistete Cutrone genug, um im März für die Testspiele der italienischen Nationalmannschaft gegen Argentinien und England nominiert zu werden. Etwas, von dem er zu Saisonbeginn nur hatte träumen dürfen.

GFX INFO CUTRONE GERMAN

"Solch eine Saison habe ich nicht erwartet", sagte Cutrone vor ein paar Monaten. "Letztes Jahr war ich noch in der Milan-Jugend und ich habe ehrlicherweise wirklich nicht daran geglaubt, dass ich es bis hierhin schaffe. Aber ich habe gezeigt, was ich kann und hart an mir gearbeitet", fügte er hinzu.

Italiens neuer Trainer Roberto Mancini wollte Cutrone nun nicht für die anstehenden Spiele der Azzurri gegen Polen und Portugal nominieren, denn er wollte ihn nicht "der U21 wegnehmen", wie er erklärte. Cutrones Platz in Milans Angriffszentrum hat aktuell Gonzalo Higuain übernommen, der von den Rossoneri von Juventus ausgeliehen wurde.

Die Anwesenheit von Higuain dürfte sich auf die Einsatzzeiten Cutrones in dieser Saison negativ auswirken. Aber Milans Nummer 63 hat in der Vergangenheit schon so viel gezeigt, dass klar sein dürfte, dass er nicht lange die zweite Geige im Angriff seines Klubs spielen wird.

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