Der mittlerweile 24-jährige Rechtsaußen aus Frankreich wechselte damals für die festgeschriebene Ablösesumme von 53 Millionen Euro von Crystal Palace zum FC Bayern, wo er sich zu einem der besten Spieler der Welt entwickelte. Als sich die Münchner mit Olise zu beschäftigen begannen, sei zunächst dessen "unruhiger Lebenslauf" ins Auge gestochen, erklärte Eberl im vereinseigenen Magazin 51. "Er besuchte verschiedene Leistungszentren in England. Aber so ein Lebenslauf muss kein Alarmzeichen sein – Widerstände können einen Spieler auch prägen."
Olise spielte im Nachwuchsbereich für den FC Arsenal, FC Chelsea und Manchester City, ehe er beim FC Reading den Sprung in den Erwachsenenfußball schaffte und sich schließlich bei Crystal Palace in der Premier League etablierte.
"Um einen Fußballer kennenzulernen, musst du vor allem mit Menschen reden, die ihn als Mit- oder Gegenspieler erlebt haben", erklärte Ebel. "Bei Michael hatten wir den Vorteil, dass Oliver Glasner zu diesem Zeitpunkt bei Crystal Palace sein Trainer war – und unser Sportdirektor Christoph Freund kennt Glasner sehr gut." Die beiden Österreicher arbeiteten einst bei RB Salzburg zusammen. "Wenn ein Trainer sagt: 'Klar, nimm ihn, nimm ihn', wirst du stutzig", sagte Eberl. "Aber Glasner hat gesagt: 'Er muss noch lernen – und wir bräuchten ihn.' Da wusstest du: Der legt Wert auf ihn."
Verletzungsanfälligkeit als kleines "Fragezeichen" bei Michael Olise
Anschließend suchten die Münchner Bosse das Gespräch mit Olise selbst. "Es macht Freude, mit ihm über Fußball zu reden", blickte Eberl zurück. "Ein kleines Fragezeichen war: Ist er verletzungsanfällig? Bei Crystal Palace war er lange ausgefallen." In seiner letzten Saison in England fehlte Olise wegen eines Muskelrisses und einer Oberschenkelverletzung zweimal mehrere Wochen am Stück. In seinen 19 Einsätzen gelangen ihm aber zehn Treffer und sechs Assists, was Eberl ausreichend überzeugte.
Sorgen über eine etwaige Verletzungsanfälligkeit Olises stellten sich jedenfalls als unbegründet dar. Beim FC Bayern fehlte er in fast zweieinhalb Jahren bis dato lediglich wegen Sperren. In 119 Einsätzen gelangen ihm beeindruckende 54 Tore und 61 Assists.






