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WoltemadeGetty Images

"Mag den Strafraum nicht": Nick Woltemade bei Juventus erneut in der Kritik

"Er ist ein langer, technisch versierter Lulatsch, aber auch berechenbar", sagte der ehemalige italienische Nationalspieler Marco Borriello auf Nachfrage der Gazzetta dello Sport über den deutschen Angreifer.

Generell gefalle ihm das Sturmduo der Alten Dame, bestehend aus Woltemade und Randal Kolo Muani "nicht besonders", weil "beide mögen den Strafraum nicht". Das Offensiv-Duo der Bianconeri musste sich zuletzt auch von Trainer Luciano Spalletti einiges anhören - und das, nachdem Woltemade beim 2:2 in der Europa League gegen Stade Rennes mit zwei Torbeteiligungen entscheidend am Punktgewinn beteiligt war.

"So gut es auch gelaufen ist, aber ich glaube, ich kann von beiden mehr erwarten, denn ihre Qualitäten sind besser als die Leistung, die sie heute Abend gezeigt haben", sagte Spalletti: "Sie müssen ihre Einsatzbereitschaft steigern: Beide sind sehr technisch, müssen aber an Tempo zulegen. Heute haben sie ein gutes Spiel gemacht, aber sie können noch mehr leisten."

Warum steht Nick Woltemade bei Juventus so stark in der Kritik?

Woltemade wartet in der Serie A noch auf seine erste Torbeteiligung. Auch deshalb war die Kritik nach seinen ersten Auftritten in der Liga durchaus groß. Regelmäßig kommt der Deutsche in den Bewertungen der großen italienischen Sportmedien nicht allzu gut weg. Jüngstes Beispiel: Als Woltemade Mitte Oktober gegen Celta Vigo das seiner Meinung nach "beste Spiel" seit seiner Leihe zu Juve gemacht hatte, bügelte die Gazzetta dello Sport den 24-Jährigen dennoch ab.

"Woltemade versucht, die Rolle des Mittelstürmers mit derselben erfolglosen Hartnäckigkeit zu spielen wie ein Mann mittleren Alters, der versucht, den Hochzeitsanzug von vor zwanzig Jahren (und ein paar Kilo mehr) wieder anzuziehen", hieß es in der Zeitung. Das Urteil über sein Tor fiel hingegen auffällig nüchtern aus. Sein Abschluss sei "präzise ins unsere Eck" gegangen.

Auch die Tuttosport nahm Woltemade schon aufs Korn: "Viel Glück, Mister Spalletti, diesem Spieler einen Sinn zu geben, der momentan wie ein Fremdkörper wirkt", hieß es über dessen Leistung gegen Cagliari (1:1) Mitte Oktober inklusive der Note 5. In anderen Schlagzeilen war von "entmutigend", "völlig Fehl am Platz" und "Problemfall" zu lesen.

Dabei mutet es an, als stehe Woltemade als großes Bauernopfer lediglich sinnbildlich für Juves schwachen Saisonstart. Die Alte Dame läuft ihrem einstigen Anspruch, ein Topteam der Liga zu sein, meilenweit hinterher. Aus acht Ligaspielen gab es nur vier Siege (bei zwei Niederlagen). Das reicht aktuell lediglich für Platz sieben. Der Rückstand auf die Champions-League-Ränge beträgt bereits sechs Punkte.

Woltemade hat sich also für eine Trendwende nach seiner überaus enttäuschenden Rückrunde der vergangenen Saison bei Newcastle United nicht unbedingt das beste oder ruhigste Umfeld ausgesucht.

Woltemade 2:1Getty Images

Woltemade bei Newcastle "stark verärgert"

Bei den Magpies hatte er vor einem Jahr nach seinem 75 Millionen Euro schweren Wechsel vom VfB Stuttgart noch einen glänzenden Start hingelegt und vier Tore in den ersten fünf Spielen erzielt. Anschließend wurde Woltemade aber vom damaligen Trainer Eddie Howe immer tiefer positioniert, sodass sich Woltemade phasenweise sogar in der Rolle des Achters wiederfand.

Unter Howes Nachfolger Matthias Jaissle sollte dann eigentlich alles besser werden. Der Deutsche soll sogar bei VfB-Trainer Sebastian Hoeneß durchgeklingelt haben, um sich Tipps einzuholen, wie und wo Woltemade in seinem Spielsystem am besten funktionieren kann. Doch dann folgte die überraschende Leihe zu Juventus - ohne Kaufoption.

Laut der Sport Bild habe Woltemade selbst keinen Vereinswechsel angestrebt, doch soll er "stark verärgert" gewesen sein, als er sich zum Saisonstart im Heimspiel gegen den FC Liverpool auf der Ersatzbank wiederfand. Woltemade soll sich ernsthaft die Frage gestellt haben, ob er unter Jaissle überhaupt eine Rolle spielen würde, zumal er ihm in dessen Spielweise mit vielen langen Bällen überhaupt nicht gefallen haben soll.

Laut des Berichts lag Woltemade mit seinem Verdacht wohl gar nicht mal so falsch. Jaissle soll mit den Leistungen seines deutschen Landsmannes in der Vorbereitung nicht zufrieden gewesen sein, schreibt die Sport Bild. Zudem habe der Verein "hinter Woltemades Rücken" versucht, einen Transfer voranzutreiben.




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