Straßburgs Ludovic Ajorque half am Samstag nicht nur seinem Team, sondern auch Olympique Marseille: Der Stürmer traf beim 2:2 gegen Lyon innerhalb von nur zwei Minuten doppelt und vergrößerte durch den OL-Punktverlust die Marseille-Chancen auf das Erreichen eines Champions-League-Platzes.
Lionel Messi, Luis Suarez und ihre Barca-Teamkollegen hatten es nicht geschafft, gegen Lyon zweieinhalb Wochen zuvor in der Königsklasse ein Tor zu erzielen. Vor dem Rückspiel im Camp Nou zeigte den Weltstars nun der Ex-Clermont-Spieler, der seine Premieren-Saison in der Ligue 1 spielt, wie es gemacht wird.
Der Auftritt des körperlichen starken Angreifers war derart gut, dass er im Ligue 1 Performance Index den besten Wert des Wochenendes erreichte. Im Ranking kommt ein von Opta ermittelter Wert auf einer Skala von 0 bis 100 zum Tragen, der für jeden Spieler in der Ligue 1 vergeben wird. Ajorque erreichte am vergangenen Wochenende einen beeindruckenden Wert von 95,7.
Als sein Team 0:2 zurücklag, traf Ajorque mit einem präzisen Kopfball aus zehn Metern - und nur zwei Minuten später war er wieder zur Stelle: Er nahm einen Steilpass von Adrien Thomasson auf und traf mit einem harten Schuss zum Ausgleich.
Ein weiterer Spieler, der seine Mannschaft nach einem 0:2 zu einer Aufholjagd trieb, war Angelo Fulgini. Der Angers-Mittelfeldspieler drehte sogar unter erschwerten Bedingungen auf.

Die Mannschaft von Trainer Stephane Moulin musste kurz nach der Einwechslung des 22-Jährigen einen Platzverweis wegstecken, doch Fulgini leitete die Aufholjagd mit einem überlegten Abschluss nach einem starken Lauf ein.
Und das war noch nicht alles von ihm, denn auch am zweiten Angers-Treffer war er entscheidend beteiligt. Erst riss er mit einem tollen Dribbling ein Loch ins Mittelfeld Montpelliers. Als er den Ball zurückbekam, spielte er dann einen Zuckerpass auf Stephane Bahoken, der das 2:2 machte.
Der dritte Mann auf dem Podium ist in dieser Woche Reims-Flügelspieler Arber Zeneli, der seit seinem Wechsel von Heerenveen in die Ligue 1 in Top-Form ist. Bei seinem Tor zum 1:1 gegen Dijon war zwar etwas Glück mit im Spiel, weil der Ball nach dem Pfostentreffer von Boulaye Dia direkt zu ihm sprang, doch insgesamt überzeugte Zeneli wieder einmal mit einer ganz starken Vorstellung.
Radamel Falcao hingegen verpasste eine Platzierung unter den ersten Drei, obwohl er ein besonderes Wochenende für ihn sogar mit einem Tor krönte.
Der Kolumbianer absolvierte sein 100. Spiel in der Ligue 1 - und markierte sein 62. Tor. Es war ein Kopfball beim 1:1-Unentschieden gegen Bordeaux, das Monaco im Kampf gegen den Abstieg ein wenig weiterhalf.
Die Mannschaft von Trainer Leonardo Jardim hängt den eigenen Erwartungen immer noch weit hinterher. Zwei Stürmer von Klubs, die um die Champions-League-Teilnahme kämpfen, waren am Wochenende aber auch erfolgreich und schafften es in die Top-10.

Nicolas Pepe traf spät und bescherte Lille damit einen 1:0-Auswärtssieg in Saint-Etienne. Zuvor hatte er aber schon alles dafür getan, dass seine Mannschaft sich durchsetzt: Auf der linken Seite glänzte er immer wieder mit seiner Kreativität und seiner Schnelligkeit und scheiterte mehrmals am gut aufgelegten Stephane Ruffier im ASSE-Tor.
Mario Balotelli wurde zum ersten Marseille-Spieler in mehr als 40 Jahren, dem in seinen ersten vier Heimspielen für den Verein jeweils ein Treffer gelang. Der Italiener köpfte den Siegtreffer gegen Nizza - und damit gegen den Klub, den er erst im Januar verlassen hatte.
Die Top-10, die zum ersten Mal in dieser Saison aus Spielern aus zehn verschiedenen Vereinen besteht, wird durch Caen-Stürmer Casimir Ninga und den vielseitigen Rennes-Angreifer Adrien Hunou vervollständigt. Beide Spieler zählten zu den Torschützen des Spiels, in dem sich die Bretonen mit 3:1 vor eigenem Publikum durchsetzten. Rennes feierte damit eine gelungene Generalprobe für das anstehenden Europa-League-Auswärtsspiel beim FC Arsenal.
Am kommenden Wochenende steht in der Ligue 1 das Duell zwischen Paris Saint-Germain und Marseille im Fokus. Beim Tabellenführer will Mario Balotelli dann beweisen, dass er erneut der entscheidende Mann bei Marseille ist.

