Seine Unlust auf Interviews hat Bayern Münchens Starspieler Michael Olise am Donnerstagabend eindrucksvoll zur Schau gestellt.
Nach dem 5:0-Erfolg des Titelanwärters gegen den norwegischen Vertreter Bodö/Glimt tauchte Olise zum Gespräch mit bei DAZN-Reporter Jochen Strutzky auf. Dieser eröffnete mit der Frage nach Olises Traumtor aus gut 25 Metern zum zwischenzeitlichen 4:0 in der Allianz Arena. Der Treffer sei "überragend" gewesen, wie fühle er sich denn für Olise selbst an? Dieser meinte schmallippig: "Keine Ahnung." Auf das Nachhaken, ob er es wirklich nicht wisse, schüttelte Olise nur mit dem Kopf.
Nächster Strutzky-Versuch, diesmal mit der Frage, wie solch ein Treffer zustandekomme, intuitiv oder mit Nachdenken. "Ich meine, ich schieße und dann geht er rein oder eben nicht", klärte der französische Nationalspieler auf."
Auf die Anmerkung, wenn es denn so einfach wäre, dann könnte das ja jeder tun, lächelte Olise kurz und stellte dann klar: "Ich bin nicht der einzige, der Tore schießen kann." Strutzky verzweifelte langsam und sagte: "Sie machen es mir hier ziemlich schwer, ein Interview zu führen. Was macht sie denn glücklich, was bringt sie zum Lachen? Tore zu schießen?" Olise nickte kurz, sagte "ja" und dann war das Interview vorbei.
Etwas redseliger war der 24-Jährige am Mikro der offiziellen UEFA-Medien. Da sprach er noch von einer "guten Leistung" seiner Mannschaft: "Die erste Hälfte war etwas schwierig, weil sie tief standen. Aber als das Spiel offener wurde, konnten wir unsere Chancen nutzen." Ob die Lehre nun sei, dass Bayern im vergleich zum Vorjahr vielleicht geduldiger sein müsse, meinte er: "Wir spielen genauso wie letztes Jahr. Und was auch immer passiert, passiert."
Michael Olise ist gegen Bodö/Glimt der Man of the Match
Was denn Cheftrainer Vincent Kompany beim Stand von 0:0 in der Halbzeit gesagt habe? "Weiß ich nicht. Er meinte, dass sich das Spiel öffnen werde und wir unsere Chancen bekommen." Und wie viel Spaß es mache, in dieser FCB-Mannschaft zu spielen? "Es ist gut. Wir kennen alle unsere Laufwege und wir wissen, wie wir zusammenspielen müssen. Also läuft es gut. Wir sind glücklich."
Olise gilt als medienscheu und gibt selten Interviews. Auch deshalb bekam er den Spitznamen "Mr. Nonchalant" verpasst.
Getty ImagesDafür ließ er im Duell mit der Vorjahres-Überraschungsmannschaft Bodö/Glimt seine Füße sprechen (SPOX-Note 1,5). Nach zähem Beginn trumpfte er immer mehr auf, erzielte zwei Tore und lieferte dazu noch einen Assist. Mitte der zweiten Halbzeit rückte der etatmäßige Rechtsaußen nach Jamal Musialas Auswechslung ins offensive Zentrum und hinterließ dort ähnlich wie bei der WM im Sommer in Frankreichs Nationalelf einen glänzenden Eindruck. Folgerichtig wurde er nach Spielschluss von den UEFA-Beobachtern zum Man of the Match gekürt.





