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Greece v Germany - UEFA Nations League 2026/27 Group A2 MD4Getty Images

Jürgen Klopp ist begeistert: Läuft BVB-Verteidiger Waldemar Anton Jonathan Tah im DFB-Team den Rang ab?

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Waldemar Antons Konstanz ist beeindruckend, auch beim Sieg des BVB über Elversberg gefiel er mit den Qualitäten, die Jürgen Klopp besonders imponieren. Muss ein Bayern-Star darum jetzt um seinen Status im DFB-Team bangen?

Drei Erkenntnisse zum 2:1 (0:0) von Borussia Dortmund gegen die SV Elversberg. Außerdem: Wichtiges Vertrauen in Felix Nmecha und eine viel diskutierte Szene bringt das Unwort des 9. Bundesliga-Spieltags hervor.

Waldemar Anton zeigt, warum er Klopp begeistert: Läuft er einem Bayern-Star den Rang ab?

Wer genau hinhörte, als Bundestrainer Jürgen Klopp unter der Woche zur Nominierung des zweiten Kaders seiner noch jungen Amtszeit sprach, wurde beim Thema Innenverteidiger möglicherweise hellhörig. "Die Beiden waren für mich klar", sagte er da unter anderem zum Zustandekommen seines Aufgebots, meinte allerdings nicht das im DFB-Team zuletzt gesetzte Duo aus Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck, sondern Waldemar Anton und Malick Thiaw.

Der 30-Jährige von Borussia Dortmund und der fünf Jahre jüngere Verteidiger von Newcastle United hatten in den beiden zurückliegenden Länderspielen gegen Serbien (2:0) und in Griechenland (0:0) jeweils Klopps Abwehrzentrum gebildet. "Die haben es unfassbar gut gemacht, das muss man einfach sagen", hob der Bundestrainer Anton und Thiaw explizit lobend hervor und erklärte dann auch etwas näher, in welchen für ihn und seine Spielweise enorm wichtigen Dingen die Beiden derart glänzten.

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"Innenverteidiger müssen in erster Linie natürlich verteidigen, das ist für sie die Nummer eins aller Jobs. Aber um eine bestimmte Art Fußball zu spielen gehört es schon dazu, sich auf diese Art auch einzulassen. Sprich: Wenn wir hoch pressen wollen, aber die Jungs fühlen sich nur dann wohl, wenn sie die eigene Sechzehner-Linie anfassen können, haben wir ein Problem", meinte Klopp und wollte damit natürlich sagen, dass sich Anton und Thiaw als prädestiniert für seine Idee vom mutigen Verteidigen erwiesen haben.

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Am Samstagnachmittag, in einem komplizierten Spiel gegen über weite Strecken tief stehende, aber mit ihren offensiven Qualitäten ständig auf Gegenstöße lauernde Elversberger, lieferte Anton mal wieder einen Beleg dafür. So wie er es nicht nur in den 180 Minuten beim DFB-Team gegen Serbien und in Griechenland, sondern auch im BVB-Trikot seit Monaten mit beeindruckender Konstanz tut.

BVB: Anton zeigt die Qualitäten, die Klopp besonders imponieren

Ein ums andere Mal stieß Anton mutig aus der Viererkette nach vorne, um potenzielle Konter der Saarländer konsequent zu stoppen. Timing und Antizipation beeindruckten dabei ebenso wie sein Geschick im Zweikampf. Und auch bemerkenswert: In letzter Linie traf Anton ebenfalls zahlreiche goldrichtige Entscheidungen, hatte so viele wichtige Block-Aktionen.

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Dazu kommt, dass Anton Klopps Idealvorstellung von der mutig agierenden Abwehrreihe nicht nur gegen den Ball, sondern auch mit Ball bestens verkörpert. Immer wieder streut er kluge vertikale Pässe ein, mit denen er viele Gegner aus dem Spiel nimmt, mit denen er die richtigen Mitspieler in den richtigen Räumen findet, um das Offensivspiel anzukurbeln.

FBL-GER-BUNDESLIGA-DORTMUND-ELVERSBERGGetty Images

Nun hat Bayern Münchens Tah natürlich schon zur Genüge nachgewiesen, dass auch er für mutiges Verteidigen steht und dabei immer bereit ist, ein gewisses Risiko einzugehen. Dennoch ist es keinesfalls in Stein gemeißelt, dass Tah und Schlotterbeck wie im Vorfeld der WM und dann vor der Verletzung des Dortmunders auch bei der Endrunde in Nordamerika das gesetzte Pärchen in Deutschlands Innenverteidigung sind.

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Zumal Tah im Verein bekanntlich diese Saison nicht mehr uneingeschränkt Stammspieler ist, zuletzt auch in dem einen oder anderen wichtigen Spiel von Konkurrent Min-Jae Kim auf die Bank verdrängt wurde. Und dazu hat Anton gegenüber dem Münchener den Vorteil, dass er das Zusammenspiel mit dem wohl gesetzten Vereinskollegen Schlotterbeck noch besser kennt, die Beiden noch eingespielter sind. Man darf also gespannt sein, ob das Dortmunder Abwehrzentrum am Freitag in Serbien möglicherweise auch das Abwehrzentrum der DFB-Elf ist.

BVB-Matchwinner: Kovacs Vertrauen in Nmecha zahlt sich aus

Schon nach gut 20 Minuten für ein taktisches Foul mit Gelb verwarnt, musste Felix Nmecha fortan ganz genau aufpassen, wie er die vielen schnellen Umschaltmomente der Elversberger im Zaum halten wollte. Dass Nmecha noch häufig in "Gelb-Gefahr" aufgrund eines taktischen Fouls geraten würde, war keineswegs unwahrscheinlich.

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Und so wurde Dortmunds Co-Trainer Robert Kovac auf dem Weg in die Halbzeitpause bei Sky auch gefragt, ob es nicht sinnvoll wäre, den potenziell gelb-rot-gefährdeten Mittelfeldspieler rauszunehmen. "Ich glaube, der ist intelligent genug, dass er das einschätzen kann", wiegelte der Bruder von Chefcoach Niko Kovac allerdings ab.

Vertrauen, das bekanntlich belohnt wurde. Denn schließlich war es Nmecha, der nach dem Seitenwechsel zum Matchwinner für den BVB avancierte. In der 55. Minute schloss er nach starker Vorarbeit von Fabio Silva aus rund 18 Metern klug ab, überwand SVE-Keeper Nicolas Kristof mit einem platzierten Flachschuss ins kurze Eck.

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Eine Viertelstunde später erhöhte Nmecha mit einem nicht minder sehenswerten Abschluss aus diesmal etwas weiterer Distanz (circa 25 Meter) auf 2:0, dank der beiden Tore des deutschen Nationalspielers kam der Tabellenzweite zu einem fest eingeplanten, hart erkämpften und im Fernduell mit Spitzenreiter Bayern München enorm wichtigen 2:1-Arbeitssieg.

Felix Nmechas Bedeutung für den BVB: "Macht seine Mitspieler besser"

Darauf zu vertrauen, dass sich Nmecha klug genug verhält, um sich nicht eine weitere Gelbe Karte einzuhandeln, war also die goldrichtige Entscheidung von Kovac, der auf der Pressekonferenz nach der Partie hervor hob, was Nmecha dem Dortmunder Spiel auch abgesehen von seinem Doppelpack mal wieder gab: "Mit seiner Präsenz, seiner Dynamik, seiner Technik", sei der 26-Jährige von immenser Bedeutung für den BVB, erläuterte der Kroate. "Er kann viele Situationen so schnell auflösen mit seinen Körperdrehungen. Das macht seine Mitspieler besser."

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Und weil Nmecha gerade erst in das beste Fußballer-Alter, oder wie Kovac sagt "Peak-Performance-Alter", kommt, ist bei dem Doppelpacker vom Samstagnachmittag eben sogar "noch Luft nach oben." Wie wichtig Nmecha für die Borussia ist, bekam diese in den fünf Ligaspielen der vergangenen Saison, die er verletzungsbedingt verpasste, zu spüren. "Da hat man schon gesehen, dass unser Spiel etwas lahmte", erinnerte sich Kovac. "Mit ihm haben wir eine ganz andere Dimension. Deswegen bin ich froh, dass er da ist."

FBL-GER-BUNDESLIGA-DORTMUND-ELVERSBERGGetty Images

Hatte Nmecha in der laufenden Spielzeit auch schon den einen oder anderen Durchhänger und wirkte zuweilen etwas müde, will Kovac dennoch nicht auf ihn verzichten, weil er eine derart prägende Figur des BVB geworden ist. "Er ist vom Talent und von der Technik her einer der besten Mittelfeldspieler der Welt", lobte auch Dortmunds Sportdirektor Ole Book nach dem Sieg über Elversberg bei Sky. "Wenn er dann noch den Abschluss so dazu bringt wie heute – den Schuss dazu hat er ja – dann gibt es nicht so viele, die besser sind."

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Dass Nmecha den Ball bei seinem zweiten Tor mit satten 124 km/h in die Maschen jagte, daran wollte indes auch BVB-Keeper Gregor Kobel einen kleinen Anteil für sich beanspruchen. "Ist halt Felix, was soll man sagen. Ein Weltklassespieler", lobte der Schweizer im Interview mit dem YouTube-Kanal der Borussia und fügte grinsend an: "Vielleicht haut er die Bälle so rein, weil ich ihn im Training immer so fordere."

Das Unwort des Spieltags: "Trefferbild"

Vorab: Es ist selbstredend sehr bitter, dass sich Elversbergs Kapitän Lukas Pinckert in einer der am meisten diskutierten Szenen dieses Bundesligaspieltags am Knöchel verletzte und im Spiel bei Borussia Dortmund vorzeitig ausgewechselt werden musste (37. Minute).

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Dennoch ist festzuhalten: Dortmunds Daniel Svensson hier nicht die Rote Karte zu zeigen, war absolut richtig von Schiedsrichter Harm Osmers. Ja, der Schwede traf Pinckert voll mit offener Sohle am Knöchel, das sogenannte "Trefferbild" sprach demnach laut Regelwerk für Rot. Aber das "Trefferbild" als entscheidendes Kriterium dafür herzunehmen, ob ein Foul mit Rot bestraft werden sollte, ist eine Fehlentwicklung seit Einführung des VAR, die der Dynamik des Spiels in Szenen wie diesen schlichtweg nicht gerecht wird. Zumal bei Svensson ja nicht der Hauch einer bösen Absicht zu erkennen war.

Hätte Pinckert beispielsweise den Ball geführt, einen Pass gespielt und der verteidigende, grätschende Svensson trifft ihn, nachdem die Kugel längst weg ist, so, wie er es am Samstagnachmittag tat, wäre das natürlich eine Rote Karte. Aber in vorliegender Szene war die Dynamik eben eine gänzlich andere: Svensson wollte ein Zuspiel von Carney Chukwuemeka mit seinem linken Fuß erwischen, um es in die Mitte des Strafraums weiterzuleiten. Dafür setzte der Linksverteidiger des BVB zur Grätsche an und war dabei – entscheidender Faktor – keinesfalls chancenlos, an den Ball zu kommen.

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Pinckert spritzte dazwischen, spitzelte das Leder weg - und innerhalb von Hundertstelsekunden resultierte Svenssons Aktion mit der Absicht, den Ball zu erwischen, eben zwangsläufig darin, dass er stattdessen Pinckert traf. Zurückzuziehen war dem Schweden schlichtweg nicht mehr möglich und natürlich ist es enorm unglücklich, dass sich der Elversberger bei dieser Aktion eine Blessur einhandelte. Aber was hätte Svensson machen sollen? Fernab jeglicher Absicht und unter Berücksichtigung der Dynamik ist das zwar ein Foul, für das man Gelb geben kann – aber doch nicht Rot.

Borussia Dortmund v SV Werder Bremen - DFB Cup 2026/27Getty Images

Und nun noch einmal zum Unwort "Trefferbild": Schaut man sich die Szene am Bildschirm mehrfach an oder spielt sie sogar in Slow-Motion ab, sieht der Treffer auf den Knöchel nur für sich alleine genommen natürlich nach Rot aus. Aber Szenen, die dann potenziell zu einem Platzverweis führen, so zu bewerten und deren Dynamik komplett außen vor zu lassen, kann doch nicht im Sinne des Fußballs sein.

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Das sah Weltmeister Mats Hummels im Januar passenderweise ebenso, als Svensson in Dortmunds Champions-League-Spiel bei Tottenham Hotspur für eine ähnliche Aktion sehr wohl Rot gesehen hatte. "Es ist unglücklich, aber es wird aktuell so gepfiffen. Für mich ist es keine Rote Karte. Das ist eine klassische Standbild-Rote-Karte, die in ihrer Entstehung keinen Platzverweis rechtfertigt", sagte Hummels seinerzeit als TV-Experte bei Prime Video.

Eine Einschätzung, die Eins-zu-Eins auch auf die Svensson-Szene von Samstag angewendet werden könnte. Zu dieser entbrannte im Sky-Studio derweil eine hitzige Diskussion zwischen zwei anderen Ex-Profis. "Der Svensson sieht den Pinckert gar nicht. Er verpasst den Ball um zwei Zentimeter, will den Ball spielen. Der sieht weder Gegenspieler noch irgendwas anderes, der will nur den Ball spielen […] Das ist ein Zusammenspiel, das sind Sachen, die im Fußball eben passieren", befand Dietmar Hamann Osmers' Entscheidung, nicht Rot zu zeigen, für goldrichtig, während Patrick Helmes gegenteiliger Meinung war.

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"Noch klarer kann das Trefferbild nicht sein, noch mehr Verletzungsrisiko geht nicht. Dass er das nicht wollte, da gebe ich dir Recht, Didi. Aber ich wollte auch so vieles nicht und habe es dann falsch gemacht", sagte der ehemalige Nationalstürmer Helmes, woraufhin Ex-DFB-Kicker Hamann mit Bezug auf das Unwort des Abends konterte: "Du hast dich mit dem Wort Trefferbild schon disqualifiziert."

Schiedsrichter Osmers selbst gab indes im Nachgang bei Sky an, dass er nach Ansicht der Bilder und dem aktuellen Regelwerk folgend durchaus hätte Rot geben können. Gut möglich, dass er das getan hätte, sofern sich der VAR gemeldet und ihn an den Monitor geschickt hätte. Im Sinne des Fußballs ist es gut, dass Patrick Hanslbauer im Kölner Keller stumm blieb.

Redakteur GOAL DE / SPOX

📝Bio: Aufgewachsen in der Nähe des schönen Trier, der ältesten Stadt Deutschlands. Machte nach meinem Germanistik-Studium ein Praktikum bei GOAL und stellte mich zumindest so gut an, dass ich wenig später in München mein Volontariat machen durfte. Seit 2017 nun schon Redakteur bei GOAL und SPOX.

⚽Wie ich zum Fußball gekommen bin:

So weit ich mich erinnern kann, war der junge Lars Ricken Mitte der 90er Jahre der erste Held meiner Kindheit. Dass Deutschland beim ersten großen Turnier, das ich bewusst miterlebte, 1996 Europameister wurde, tat dann das Übrige und seither ließ mich der Fußball nicht mehr los.

🎯 Beschäftigt sich in seiner Arbeit vor allem mit:

  • Recherchieren und Schreiben von News (v.a. Transfernews)

  • Delegieren von SEO-Artikeln

🌟Meine liebsten Fußball-Momente:

Oliver Bierhoffs Golden Goal im EM-Finale 1996, Mario Götzes Siegtor im WM-Finale 2014. Und weniger offensichtlich, aber umso bedeutsamer: Als Siebenjähriger im Stadion mitzuerleben, wie unsere Eintracht aus Trier im DFB-Pokal zuerst den amtierenden UEFA-Cup-Sieger Schalke und dann auch noch den amtierenden Champions-League-Sieger Borussia Dortmund raus kegelte.

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