Es war sein erster Auftritt im Trikot der AS Monaco, als Jordi Mboula 75 Meter vor dem eigenen Tor einen Pass des Gegners abfing und den Turbo zündete. Der junge Spanier sprintete über drei Viertel des Platzes, ließ dabei fünf Gegenspieler stehen und verwandelte letztendlich eiskalt im linken unteren Eck.
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Es war ein gelungener Einstand für den 18-Jährigen, der gerade für drei Millionen Euro vom FC Barcelona zum Meister der französischen Ligue 1 gewechselt war. Doch welchen Spieler bekommen die Monegassen mit Mboula, dem bei den Katalanen der Durchbruch im Profifußball bislang offenbar noch nicht zugetraut wurde?
Ausgewählt, um mit Messi, Neymar und Suarez zu trainieren
Im Alter von elf Jahren schloss sich der Rechtsaußen der berühmten Akademie La Masia an. Dort durchlief er sämtliche Nachwuchsmannschaften, ehe er im Januar 2017 als einer von wenigen Talenten ausgewählt wurde, regelmäßig mit den Stars wie Lionel Messi, Neymar oder Luis Suarez trainieren zu dürfen.
Ein Einsatz für den katalanischen Vorzeigeklub blieb ihm aber verwehrt, kam er doch hauptsächlich in der U19 oder der zweiten Mannschaft zum Zug. Zu inkonstant empfanden die Verantwortlichen bislang seine Leistungen. Im Star-Ensemble von Barca wollten sie ihn noch nicht auflaufen lassen. Dabei zeigte der Sohn eines kongolesischen Vaters schon einige Male, welch enormes Potenzial in ihm steckt.
Mboula spielte den BVB-Nachwuchs schwindelig
Zum Beispiel in der vergangenen Youth-League-Saison, als er sich mit acht Treffern bei lediglich 13 Torschüssen zum besten Schützen des Turniers kürte und mit seinen Farben bis ins Halbfinale vorrücken konnte. Vor allem sein überragender Solo-Treffer gegen den Nachwuchs von Borussia Dortmund ließ das Internet ausflippen, als er den Ball an der Mittellinie bekam, mehrere Spieler düpierte und den Ball letztlich im Kasten unterbrachte.
In Barcelona sind mehrere Personen nicht unbedingt begeistert, dass er seine Zelte in diesem Sommer abbrach und nach Frankreich ging. "Es beweist jedenfalls, dass La Masia immer noch sehr gute Spieler herausbringt", sagte Barca-Sprecher Josep Vives trotzig der L'Equipe. "Sie sind gefragt und wechseln leider, bevor ihre Ausbildung abgeschlossen ist. Es sind keine höheren Ausstiegsklauseln für junge Spieler möglich, weil sie ihren Gehältern entsprechen müssen."
@AS_Monaco announce the signing of Jordi Mboula from @FCBarcelona on a 5-year deal.
— Champions League (@ChampionsLeague) 21. Juni 2017
He's the guy that did this in the @UEFAYouthLeague ... pic.twitter.com/RGsYXYR3GD
Von Mboulas Klausel machte nun also die AS Monaco Gebrauch und sicherte sich ein Talent, hinter dem angeblich auch Borussia Dortmund her war. Im Fürstentum hat er einen Vertrag bis 2022 unterschrieben und hofft wohl auf eine ähnliche Entwicklung, wie sie beispielsweise ein Kylian Mbappe, Bernardo Silva oder Thomas Lemar hingelegt haben.
"Ich habe mich dazu entschlossen, mit meinem Wechsel zur AS Monaco einen neuen Weg einzuschlagen", ließ er über die klubeigene Homepage verlauten. "Ich bin sehr stolz darauf, dass ich viele Jahre das Trikot von Barca tragen durfte. Nun bin ich soweit, mich einem der größten Klubs in Europa anzuschließen."
Auch der Präsident des französischen Meisters zeigte sich nach dem Deal äußerst zufrieden. "Jordi Mboula hat bei Barcelona sein außergewöhnliches Potenzial angedeutet", erklärte Vadim Vasilyev. "Hier bei Monaco bieten wir ihm die bestmögliche Umgebung für seine Entwicklung, so wie es bereits bei Bernardo Silva, Fabinho oder Tiemoue Bakayoko geklappt hat. Wir werden ihn unterstützen und ihm dabei helfen, in unser Team hineinzuwachsen."
Was sind Mboulas Stärken - und was seine Schwächen?
Der Klub aus dem Fürstentum kann sich über eine neue Alternative für die Offensive freuen. Am liebsten kommt der spanische U19-Nationalspieler über den rechten Flügel. Sein starker Fuß ist jedoch der linke. Sein größtes Plus ist seine unglaubliche Schnelligkeit, was er mit seinem Debüt-Tor für Monaco eindrucksvoll unter Beweis stellte. Mit Ball am Fuß war er deutlich schneller als seine Gegenspieler, was gepaart mit seinen feinen Dribblings zu einer echten Waffe werden kann. Mit 1,83 Metern ist er relativ groß für einen Außenspieler, was ihm dabei hilft, sich auch gegen robustere Gegenspieler behaupten zu können.
Die nötigen Voraussetzungen bringt Mboula jedenfalls mit nach Frankreich, jetzt gilt es für Trainer Leonardo Jardim, das Maximum herauszuholen. Für junge Spieler scheint Monaco der perfekte Schritt zu sein. Man hat die Chance auf Champions-League-Fußball, kann sich in einem offenbar optimalen Umfeld in aller Ruhe weiterentwickeln und ist dennoch ständig im Blickfeld der absoluten Spitzenklubs Europas.
In den letzten Jahren gab es genug Beispiele dafür, wie erfolgreich an der Cote d'Azur gearbeitet wird. So verkaufte man 2014 James Rodriguez für 75 Millionen Euro an Real Madrid. Ein Jahr später sicherte sich Manchester United für schlappe 60 Millionen die Dienste von Anthony Martial und in diesem Sommer nahm man allein für Benjamin Mendy, Bernardo Silva (beide Manchester City) und Tiemoue Bakayoko (FC Chelsea) schon knapp 150 Millionen Euro ein. Sollte zusätzlich Wunderkind Kylian Mbappe den Verein noch verlassen, würde eine weitere Mega-Summe hinzukommen.

Die nächsten Rohdiamanten stehen jedoch schon in den Startlöchern. Neben Mboula konnte man beispielsweise das belgische Juwel Youri Tielemans von einem Wechsel überzeugen. Auch Terence Kongolo, der in der niederländischen Eredivisie zu den begabtesten Verteidigern gehört, will im Fürstentum den nächsten Schritt seiner Karriere machen und läuft in der neuen Saison für die Rot-Weißen auf.
Die Zuschauer im Stade Louis II dürfen sich also auf einige neue, aber auch unbekannte Gesichter freuen. Dass bei der Philosophie eines Ausbildungsvereins sich der Erfolg nicht zwangsläufig hinten anstellen muss, konnte man mit der diesjährigen Meisterschaft und dem Einzug ins Halbfinale der Champions League ganz gut beobachten.
Und vielleicht kommen die Monaco-Fans schon bald in den Genuss von Jordi Mboulas Solo-Läufen über das halbe Spielfeld. Die dafür nötigen Anlagen bringt der junge Spanier aus seiner Zeit in La Masia jedenfalls mit. Nun gilt es, diese auch im Herrenbereich unter Beweis zu stellen. Das wird eine der Aufgaben von Trainer Leonardo Jardim und natürlich von der Nummer 22 selbst.




