HINTERGRUND
Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um zwei nach vorne zu kommen. Das dachte sich wohl auch Iago Aspas. Sein kometenhafter Aufstieg bei Celta Vigo führte ihn nach Liverpool, wo er jedoch nicht glücklich wurde und kurze Zeit später in seine Heimat zurückkehrte. In dieser Saison sorgt er mit einer beachtlichen Torquote für Angst und Schrecken bei den Torhütern der Gegner. Seine Wurzeln hat er aber nie vergessen.
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Aspas ging durch die Jugendabteilung von Celta und schon damals war für ihn klar, dass er hier Profi werden möchte: "Ich kam zum Verein als ich acht Jahre alt war und ich log bezüglich meines Alters. Als ich mich anmelden wollte, nahmen sie nur Kinder aus dem Jahrgang 1986, ich wurde aber 1987 geboren und darum weinte ich, da ich gedacht habe, dass sie mich nicht mittrainieren lassen. Mein Onkel riet mir dazu, ehrlich zu sein und als ich die Wahrheit über mein Alter gesagt habe, wurde ich trotzdem aufgenommen."
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2009 kam er endlich bei den Profis von Vigo an und spielte sich dort nach und nach in die Startelf. Nach drei Jahren in der zweiten spanischen Liga feierte er jedoch endlich den Aufstieg in die Beletage des spanischen Fußballs. Doch die Liga war eine Nummer zu groß für Aspas und sein Team und so stieg man direkt wieder ab. Dem tristen Zweitligadasein entzog sich der Stürmer jedoch, erhielt er doch ein Angebot des FC Liverpool.
Die Premier League ruft
Brendan Rodgers lotste Aspas damals an die Anfield Road. Durch die vielen Vorschusslorbeeren erwartete man sich einen ähnlichen Stürmertyp, wie es Fernando Torres war. Schnell, technisch versiert und einen guten Abschluss. Seine Fähigkeiten konnte er bereits bei Vigo oftmals unter Beweis stellen. Doch es kam alles anders. 15 Einsätze und ein Tor später verabschiedete sich Aspas nach einer für ihn enttäuschenden Saison wieder aus England und wurde an den FC Sevilla verliehen. Trotzdem blickte er auf eine lehrreiche Zeit zurück: "Ich denke, es hat mich zu einem besseren Spieler gemacht, obwohl ich nicht so viel gespielt habe, wie ich es mir erhofft hatte. Doch das Training mit Spielern wie Luis Suarez, Steven Gerrard und Philippe Coutinho war sehr nützlich."

In Andalusien angekommen, brachte es Aspas auf stolze 25 Einsätze und zehn Tore, welche ihn wieder etwas mehr ins Rampenlicht der europäischen Fußballbühne brachten. Beim Titelgewinn des FC Sevilla in der Europa League spielte er trotzdem nur eine Nebenrolle. Nach einem Jahr in Sevilla entschied er sich erneut für einen Abschied und kehrte zu seinem Jugendverein zurück. Dort wusste er, was ihn erwarten würde. Er kennt alle Personen rund um den Verein und fühlt sich heimisch. "Als ich in England und Sevilla war, habe ich mir trotzdem alle Spiele von Celta angesehen und dem Verein die Daumen gedrückt. Ich wollte unbedingt zurück und es war großartig als es passierte. Seit meinem Debüt 2009 wurde ich auf ein Podest gehoben. Sie standen alle immer hinter mir und machten es mir so einfacher zu spielen", verriet der 29-Jährige im Gespräch mit UEFA.com.
Besonders in dieser Saison läuft es für den spanischen Nationalspieler prächtig. In 43 Pflichtspielen steuerte Aspas 24 Treffer bei. Sein Spiel ist modern. Er läuft in die freien Räume und schafft Platz für seine Mitspieler. Mit seinen Toren schoss er Vigo ins Halbfinale der Europa League . Im Idealfall triumphiert sein Team in diesem prestigeträchtigen Wettbewerb: "Wir hoffen, dass wir in die Geschichte unseres Klubs eingehen können."
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Seine Tore führten ihn auch unweigerlich in das Nationalteam Spaniens. Als Ergänzung zu der routinierten Tormaschine Aritz Aduriz von Bilbao, soll er mehr Dynamik in das Angriffspiel der Furia Roja bringen. Aspas wird als neuer David Villa gefeiert und soll die Mannschaft zu ähnlichem Glanz zurückführen. Bereits bei seinem Debüt gegen England im November 2016 erzielte er kurz vor dem Schlusspfiff sein erstes Premierentor für die Iberer.
Aspas weiß, wo das Tor steht. Trotz Rückschläge hat er sich immer wieder zurückgekämpft und erntet nun die Früchte für seinen vermeintlichen Schritt zurück. Womöglich holte er jedoch nur Anlauf, um sich auf die große Bühne zu befördern. Für ihn ist es ein Traum mit seinem Lieblingsverein erfolgreich zu sein und bekanntlich ist es nirgends schöner als Zuhause.


