Das Battle of Britain hielt letztendlich, was es versprach. Dank eines Last-Minute-Treffers von Daniel Sturridge zum 2:1 (0:1)-Endstand ging England als Sieger aus dem Duell am zweiten EM-Gruppenspieltag hervor. Three-Lions-Coach Roy Hodgson sprach hinterher zurecht von großen Gefühlen, während Wales-Trainer Chris Coleman den Schock erstmal verdauen musste. Die Stimmen zum Spiel.
Roy Hodgson (Trainer England): Die Emotionen sind natürlich riesengroß. Beim Tor bin ich so aufgesprungen, dass ich mir den Kopf an der Bande gestoßen habe. Heute haben wir das Spiel komplett kontrolliert, fast bei jedem Angriff sah es so aus, als würden wir jeden Moment treffen. Es ist hart für Wales, dass sie in der 92. Minute den Gegentreffer bekommen, aber das ist wie die ausgleichende Gerechtigkeit nach dem Last-Minute-Gegentreffer gegen Russland.
... über seine Joker: Vardy hat viel Selbstvertrauen und ich habe nicht gezögert, ihn ins Spiel zu bringen. Harry Kane schien ein wenig müde, deshalb war es super, Jamie in der Hinterhand zu haben. Genau so wie Marcus Rashford und natürlich Daniel Sturridge.
... ob er sich nach der Erlösung kurz vor Schluss nun jünger fühlt: Ich fühle mich immer jünger, solange ich Spiegel meide. Dann kann ich mich so jung fühlen, wie ich will. In meinem Kopf werde ich aufgrund meiner Leidenschaft für das Spiel immer 40 sein.
... über die Rolle von Raheem Sterling: Ich stelle mein Team so auf, wie ich es am besten sehe. Von außerhalb wurde Sterling zwar kritisiert, aber wir fanden seine Leistung gegen Russland gut. Ich habe mich entschieden, dem Team zu vertrauen, das Russland eigentlich hätte schlagen müssen.
... über die Bedeutung von Wayne Rooney: Es geht nicht nur um seine offensiven Qualitäten - es ist gut, einen Spieler wie ihn, der immer noch ein Torjäger ist, im Mittelfeld zu haben.
Chris Coleman (Trainer Wales): Sie haben sofort nach der Pause zurückgeschlagen, aber danach haben wir bis auf ein, zwei brenzlige Situationen nichts zugelassen. Dass wir in den letzten Sekunden verloren haben, ist ein Schock. Es ist niederschmetternd, erschütternd und traurig.
... über die Leistung von Gareth Bale: Er war manchmal isoliert. Wir wussten, dass es druckvolle Phasen der Engländer geben würde, aber man darf trotzdem nicht so häufig den Ball verlieren. Bale hat sich jedenfalls die Seele aus dem Leib gerannt.
... ob die Niederlage den traurigsten Moment seiner Karriere bedeutet: Ehrlich gesagt, ja. Wir waren in Führung und haben alles versucht, sie in Schach zu halten. Ich kann nicht sagen, dass ich in meiner Karriere schon häufiger so enttäuscht war, als in dem Moment, in dem wir das 1:2 kassierten.


