Marc Bartra hat beim 1:0-Sieg seines Klubs Betis Sevilla gegen Real Madrid mit einem ungewöhnlichen Elfmetertrick für Aufsehen gesorgt. Im Nachgang erklärte der ehemalige Verteidiger des BVB, dass er eine Aktion wie diese geplant hatte.
Was war passiert? In der vierten Minute der Nachspielzeit trat Reals Superstar Kylian Mbappe vom Elfmeterpunkt an und hatte die riesige Chance, die Partie für die Gäste im Estadio Benito Villamarin auszugleichen. Der französische Nationalspieler scheiterte allerdings mit seinem Versuch am ohnehin glänzend aufgelegten Alvaro Valles im Betis-Tor und die Andalusier brachten die knappe Führung über die Zeit.
Bemerkenswert beim Mbappe-Fehlschuss war indes nicht nur Valles' Parade, sondern auch die Positionierung Bartras. Im Moment des Schusses tauchte der Innenverteidiger bereits weit im Sechzehner auf. Eigentlich illegal, allerdings berührte Bartra den Boden zu jenem Zeitpunkt nicht. Stattdessen ging sein Plan auf: Er war nach dem geblockten Elfer früh am Ball und hinderte den heranstürmenden Mbappe entscheidend am Nachschuss. Schiedsrichter Alejandro Hernandez Hernandez überprüfte die Situation später gar noch, ließ den Strafstoß jedoch nicht wiederholen.
Bartra erklärte hinterher bei Movistar, er habe die Regel genau gekannt: "Vor ein paar Spieltagen war es glaube ich Gaya (Spieler des FC Valencia; Anm. d. Red.), der einen kleinen Hüpfer gemacht hat. Da habe ich einen Freund, der früher in der zweiten Liga gepfiffen hat, gefragt. Er hat mir gesagt: Wenn du zwar da bist, aber dein Fuß den Boden nicht berührt, wird das nicht wiederholt."
Bartras Kalkül ging auf, wenngleich es ziemlich riskant war: "Ich habe heute versucht, das so gut wie möglich zu berechnen. Wenn Mbappe eine halbe Sekunde früher oder später geschossen hätte, hätte es mich im Strafraum erwischt. Ich habe versucht, so lange wie möglich auszuhalten ohne aufzutreten - und es hat geklappt."
Betis zieht in der Tabelle mit Real Madrid gleich
Nach eigenen Angaben spekuliert er auch bei eigenen Standardsituationen auf diese Art und Weise: "Es geht um Sekunden, um kleine Details. Ich erinnere mich, dass ich vor ein paar Jahren gegen Sant Andreu ein Tor erzielt habe, weil ich versucht habe, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein."
Getty ImagesDer mittlerweile 35 Jahre alte Bartra wurde im Duell mit den Blancos in der 39. Minute für den verletzten Diego Llorente eingewechselt und kam zu seinem dritten Einsatz in dieser Saison. Zwischen 2016 und 2018 spielte er in der Bundesliga für Borussia Dortmund und absolviert sein zweites Engagement bei Betis. Sein Vertrag läuft 2027 aus.
Betis hat in LaLiga einen guten Start hingelegt und dank des Heimerfolgs am Freitagabend mit neun Punkten aus vier Begegnungen in der Tabelle zu Real aufgeschlossen. Bartra und seine Mitspieler belegen nun den dritten Platz und treffen im nächsten Spiel in gut einer Woche auswärts auf den FC Villarreal. Zuvor wartet aber noch am Dienstag der Auftakt in der Champions League bei OSC Lille auf Betis.





