Nils Petersen SC Freiburg Bundesliga 10112019Getty Images

Freiburg schlägt Frankfurt: Abraham checkt Streich um - Sieg überschattet

Zwei Rote Karten in der Nachspielzeit, einmal Gelb-Rot und ein durch einen Check zu Boden gestreckter Trainer Christian Streich: Nach einer turbulenten Begegnung hat die Überraschungsmannschaft des SC Freiburg ihr bestes Anfangsdrittel in der Fußball-Bundesliga mit dem Sprung auf einen Champions-League-Platz gekrönt. Die unschönen Szenen in der Nachspielzeit trübten aber zunächst die Freude über den glücklichen 1:0 (0:0)-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt.

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Gäste-Kapitän David Abraham checkte Kult-Coach Streich kurz vor dem Ende zu Boden und sah von Schiedsrichter Felix Brych Rot (90.+6). Im folgenden Handgemenge griff der bereits ausgewechselte Vincenzo Grifo (90.+10) Abraham an den Kiefer und sah ebenfalls Rot.

"Das überschattet vieles zum Schluss. Das darf er nicht machen. Er ist emotional, das darf ihm nicht passieren", sagte Sportvorstand Fredi Bobic bei Sky über Abraham. Aber auch die Gelb-Rote Karte gegen den ehemaligen Freiburger Gelson Fernandes (45.+1) ärgerte Bobic: "Das war entscheidend für das Spiel." In Überzahl erzielte Torjäger Nils Petersen den Siegtreffer (77.). Doch das interessierte zunächst nicht. "Am Ende war so viel los, das braucht der Fußball nicht", sagte SC-Abwehrspieler Dominique Heintz.

Freiburg gegen Frankfurt das aktivere Team

Die Gastgeber waren vor 24.000 Zuschauern in den ersten Minuten die aktivere Mannschaft. Dabei bewies das Team von Streich, dass es nicht nur kämpfen und rennen, sondern auch kombinieren kann. Grifo (7.) und Lucas Höler (8.) gaben stramme, aber letztlich zu unpräzise Schüsse ab.

Frankfurts große Chance zur frühen Führung war hingegen dem Zufall geschuldet. Nach einer Unsicherheit von SC-Schlussmann Mark Flekken landete der Ball beim 2014er-Weltmeister Erik Durm, der mit seinem Abschluss aus knapp 20 Metern an der Latte scheiterte (12.).

Nach dem recht unterhaltsamen Beginn beruhigte sich das Geschehen. Die Gäste waren um Ballsicherheit bemüht, und sobald ihnen das auch gelang, liefen die Freiburger meistens hinterher. Die teilweise sogar minutenlangen Ballbesitzphasen der Eintracht führten jedoch ebensowenig für Gefahr wie die sporadischen Konter des Sport-Clubs.

Freiburg gegen Frankfurt: Petersen erneut eiskalt

Dass Frankfurt in einer schwachen ersten Halbzeit doch noch durch Martin Hinteregger (35.) und Goncalo Paciencia (38.) zu Torgelegenheiten kam, versetzte Streich regelrecht in Rage. Nach der Doppelchance schimpfte der Coach wie ein Rohrspatz - seine Schützlinge ließen die übliche Leidenschaft weitestgehend vermissen.

Fernandes' Platzverweis veränderte die Kräfteverhältnisse auf dem Platz zwar deutlich, das betraf aber nur den Ballbesitz. Auch wenn fünf Minuten nach Wiederanpfiff Roland Sallai Frankfurts Keeper Frederik Rönnow zu einem Glanzreflex zwang, fehlte den Freiburgern die Durchschlagskraft.

Nils Petersen SC Freiburg Bundesliga 10112019Getty Images

Mit zunehmender Dauer lösten sich die Gäste aus der Umklammerung, doch dann schlug Petersen mit seinem sechsten Saisontreffer eiskalt zu. Flekken verhinderte gegen Hinteregger den Ausgleich (84.). 

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