Ex-Bayern-Profi Christian Lell hat erklärt, warum er das Cover seiner im September erschienen Biografie "From Ego to Heart: Drogen, Absturz, Selbsthass – und mein Weg zurück ins Leben" anpassen musste.
"Ich darf kein Bayern-Trikot mehr tragen und das hat einen Grund", schrieb Lell unter ein Video auf seinem Instagram-Profil, in dem er die Anpassung erklärte. Ursprünglich war der ehemalige Rechtsverteidiger auf dem Titelbild seines Buches im Trikot seines Ex-Vereins aus München zu sehen gewesen. Der FCB bat dann jedoch darum, dieses Bild vom Cover zu entfernen, stattdessen ist Lell darauf nun in einem weißen T-Shirt abgebildet.
Ein paar Wochen, nachdem er im Januar für Bayerns Ü40 bei einem Benefiz-Hallenturnier gespielt hatte, habe er "einen Anruf vom Büro der Chefstelle" des FCB erhalten, erklärte Lell in dem Instagram-Video. "Ich wäre nicht mehr gerne gesehen mit dem Bayern-Trikot und ich möge es in Zukunft unterlassen, das Bayern-Trikot zu tragen", gab der 42-Jährige, der einst schon im Nachwuchs für Bayern spielte und zwischen 2003 und 2010 (mit Unterbrechung einer Leihe zum 1. FC Köln von 2004 bis 2006) dann insgesamt 98 Einsätze für die Profis der Münchener absolvierte, den Inhalt des Anrufs wieder.
Christian Lell kam Bitte des FC Bayern letztlich nach
Die Bitte seines ehemaligen Klubs habe er daraufhin zunächst "einfach mal so stehen gelassen", meinte Lell. Wiederum ein paar Wochen später allerdings habe sein Verlag "ein Anwaltsschreiben vom FC Bayern bekommen: 'Man möge doch auf dem Cover das Bayern-Trikot entfernen'", sei ihnen darin mitgeteilt worden. "Das haben wir dann auch gemacht."
Warum Bayern ihm das Cover im FCB-Dress untersagte, blieb für Lell unklar. "Keiner der Verantwortlichen in dem Verein, die jetzt dort rumtanzen und irgendwann zu dem Verein gekommen sind, kann mich davon abhalten, dass Bayern München in meinem Herzen ist und auch immer bleiben wird", schickte der frühere deutsche U21-Nationalspieler, dessen Profikarriere nach weiteren Stationen bei Hertha BSC (2010 bis 2012) und UD Levante 2014 zu Ende ging, noch eine Spitze in Richtung Bayern-Führung.
Die ehemaligen Vereinsbosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge klammerte er explizit aus, "aber alle anderen Osterhasen, die da rumturnen, haben keine Chance, dass ich mein Wappen, das ich hier drin trage, in irgendeiner Form aufgebe."
Getty ImagesLaut der Bild drängte Bayern schlichtweg deshalb darauf, dass Lell sein Buchcover im FCB-Trikot entfernt, weil dessen Verlag die entsprechenden Markenrechte nicht beim Klub von der Säbener Straße angefragt hatte. Derlei Verletzungen der Markenrechte verfolge Bayern konsequent.
"Bayern München hat mich ausgegrenzt", fuhr Lell derweil fort. "Das ist auch total in Ordnung, man muss es verstehen. Es gibt Firmen, Institutionen, Menschen, die einen ausgrenzen, die nicht zu einem stehen, wenn man sie am meisten gebraucht hätte." Er habe Bayerns Entscheidung dennoch "natürlich akzeptiert und angenommen. Ich habe kein Problem damit, das Bayern-Trikot offiziell nie wieder tragen zu dürfen."



