Der frühere Trainer des FC Bayern München, Louis van Gaal, hat im niederländischen TV-Sender NOS scharfe Kritik an der UEFA sowie am aktuellen Modus der Champions League geübt. Der 75-Jährige nahm dabei kein Blatt vor den Mund und sagte: "Es ist lächerlich, dass die UEFA sich so ein Wettbewerbsformat ausdenkt. Heutzutage darf jeder Hinz und Kunz mitmachen. Die UEFA denkt nur daran, Geld zu verdienen. Es ist eine korrupte Welt."
Seit der Spielzeit 2024/25 wird die Champions League nicht mehr mit 32, sondern mit 36 Vereinen ausgetragen. Die klassische Gruppenphase wich einer eingleisigen Ligaphase, in der sich die Teams für die K.o.-Runde qualifizieren müssen.
Der ehemalige Bayern-Coach stört sich vor allem an den seiner Meinung nach gestiegenen Qualitätsunterschieden zwischen den Mannschaften. "Es heißt doch Champions League? Da müssen die besten Mannschaften mitspielen. Dann gibt es weniger Leistungsunterschiede und somit auch weniger Tore, aber die Spiele sind auf einem höheren Niveau und man sieht viel besseren Fußball", sagte van Gaal.
Um das sportliche Niveau wieder zu heben, schlug der Niederländer eine erneute Neustrukturierung vor und regte eine Einteilung nach Spielstärke an: "Genau wie im Eishockey. Dort gibt es eine A-Klasse, eine B-Klasse und so weiter. Natürlich gibt es auch die Europa League und die Conference League, aber die UEFA versteckt sich dahinter."
Getty Images"Viel zu viele Spiele": Louis van Gaal kritisiert Champions-League-Modus
Neben der Qualität bemängelte van Gaal vor allem die Belastung für die Profis. Durch die Erweiterung der Ligaphase absolvieren die Teams dort inzwischen acht statt wie früher sechs Partien. Hinzu kommt eine vorgelagerte Playoff-Runde für die Qualifikation zum Achtelfinale.
"Es gibt auch viel zu viele Spiele, was teilweise auf die neue, größere Gruppenphase in der Champions League zurückzuführen ist. Infolgedessen gibt es auch mehr Verletzungen", erklärte van Gaal.
Nach Ansicht des einstigen Bondscoaches sollte die UEFA den Fokus weg von der Quantität hin zu mehr Qualität verschieben: "Dadurch entstehen Spiele auf höherem Niveau, die spannender sind. Und es gibt weniger Verletzungen. Das habe ich der UEFA schon vor 20 Jahren gesagt, aber sie hören mir nicht zu."

