Bayern Münchens Sportvorstand Max Eberl hat sich zur Skepsis von Ex-FCB-Profi Dietmar Hamann wegen der Vertragsverlängerung von Star-Stürmer Harry Kane geäußert und dabei Klartext gesprochen.
"Jeder hat das Recht, seine Meinung zu sagen", machte Eberl bei Sky am Rande des Bundesligaspiels des Spitzenreiters gegen Mainz 05 am Samstagnachmittag zunächst deutlich. "Wenn wir den Weltfußballer in der Bundesliga haben, der ausgezeichnet in Form ist, in der der Blüte seiner Karriere, dann ist es ein großes Zeichen für die Bundesliga."
Dieses "Zeichen für die Bundesliga" setzten die Bayern am Donnerstag, als sie die Verlängerung von Kanes auslaufendem Vertrag bis zum Sommer 2029 verkündeten. Hamann kommentierte dies mit Blick auf das fortgeschrittene Alter des Engländers kritisch und Eberl missfiel das: "Ich weiß, die Bayern-Fans haben sich alle sehr gefreut. Ich glaube, die deutschen Fans auch. Deswegen ist es leider so: In Deutschland gibt es immer einen, der in die Suppe spucken muss – und Didi ist leider oft dabei."
Dass der frischgebackene Ballon-d'Or-Gewinner bei seinem Vertragsende knapp 36 Jahre alt ist, weiß auch Eberl. Er ordnete aber ein: "Er hatte kaum Verletzungen, seit er hierhergekommen ist. Und natürlich hoffen wir, dass es so bleibt. Aber wenn du dich mal verletzt, dauert es länger, zurückzukommen. Wenn du einen Vertrag unterschreibst, der dich bis fast 36 bringt, besteht - egal, wer es ist - immer ein gewisses Risiko."
Hamann: Kanes Verlängerung "ein nicht unerhebliches Risiko"
Hamann hatte seine kritische Aussagen später am Donnerstag in der Sky-Sendung 'Triple - Der Hagedorn Fußballtalk' getätigt und unter anderem erklärt: "Ich denke, dass die Verlängerung ein nicht unerhebliches Risiko birgt. Ich glaube nicht, dass es aus England große Interessenten gab. Deshalb war das vermutlich eine Entscheidung, die sie nicht anders treffen konnten. Ob er in den nächsten drei Jahren weiterhin so viele Tore schießen wird, bleibt abzuwarten. (...)."
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Der ehemalige Spieler des FCB sah seinen Ex-Klub zudem unter Zugzwang: "Die Bayern konnten fast nicht anders, als zu verlängern. Er wollte bleiben und gewinnt nun den Ballon d’Or. Es wäre ein Zeichen gewesen, wenn er diese Auszeichnung gewinnt und sie ihn trotzdem hätten gehen lassen."
Bei DAZN aber hatte Eberl eine ganz andere Sichtweise: "Ich finde es ein großartiges Zeichen, einen Ballon'-d'Or-Gewinner in Deutschland zu haben und dass er auch bleibt. Der Klassiker ist: Ich gewinne den Ballon d'Or und lasse im Sommer den Vertrag auslaufen und kann ganz andere Dinge machen." Kanes Auszeichnung als Weltfußballer kostet die Bayern auch ein Sümmchen, aber das kümmert den Sportchef wenig. Im Gegenteil: "Der Klub ist stark genug, auch das können wir ertragen. Das ist ein gutes Zeichen."
Getty ImagesKane stürmt seit Sommer 2023 für die Bayern. Er kam damals für knapp 100 Millionen Euro Ablöse von Tottenham Hotspur und übertraf die hohen Erwartungen. Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft erzielte in 162 Einsätzen für den FCB 156 Tore. Dazu lieferte er noch 42 Assists.









