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DFB: Starke Psyche für Sieg gegen Frankreich

20:36 MESZ 05.07.16
Deutschland 05072016
Ein Mentaltrainer sieht in der Psyche den Schlüssel für einen Sieg gegen den Gastgeber. Er warnt aber davor zu viele Neulinge zu bringen und nimmt die alten Hasen in die Pflicht.

Für die deutschen Weltmeister kommt es im EM-Halbfinale gegen Gastgeber Frankreich am Donnerstag (21.00 Uhr im LIVE-TICKER) nach Sicht des Mentaltrainers Matthias Herzog mehr denn je auf die Psyche und mentale Stärke an. "Ein Sieg gegen Frankreich ist nur möglich, wenn die Mentalität in der Mannschaft stimmt, jeder für jeden kämpft und sich alle gegenseitig unterstützen - auf und neben dem Platz", sagte Herzog dem SID.

Zwar seien die Ausfälle von Mats Hummels (Gelbsperre), Mario Gomez und Sami Khedira (beide verletzt) schmerzhaft für das DFB-Team, aber gerade deshalb sei "eine starke Psyche gefragt", meinte der Experte: "Jeder einzelne Spieler muss sich seiner persönlichen Stärken bewusst sein und an diese glauben. Vor allem muss die gesamte Mannschaft überzeugt davon sein, die Ausfälle kompensieren und auch weiterhin den Titel gewinnen zu können."

Gefahr durch Neulinge nicht unterschätzen

Dennoch sei es für das Teamgefüge nicht zu unterschätzen, dass bereits in der Abwehr und im Sturm Änderungen vorgenommen werden müssen, sagte Herzog: "Wenn dann im defensiven Mittelfeld ein komplett neuer und unerfahrener Spieler zum Einsatz kommt, bedeutet das eine große Herausforderung für alle. Es bleibt mit Ausnahme des Trainings keine Zeit, sich einzuspielen."

Deshalb warnte Herzog Bundestrainer Joachim Löw davor, zu viele Änderungen vorzunehmen. "Ein möglicher Neuling ist mit einem großen Risiko verbunden, weil die jungen Spieler von der Bank kaum Erfahrung in der Nationalmannschaft haben und schon gar nicht in einem EM-Halbfinale", sagte er, "und Frankreich wird sicher alles versuchen, von Beginn an hohen Druck auszuüben, um Fehler zu provozieren. Die sind bei einem nicht eingespielten Team schnell möglich."

Führungsspieler in der Pflicht

Die erfahrenen Führungsspieler wie Manuel Neuer und Jerome Boateng nahm Herzog vermehrt in die Pflicht. "Durch ihre Präsenz geben sie der Mannschaft viel Sicherheit", sagte er. Zudem hätten die vermeintlich unerfahrenen Joshua Kimmich oder Jonas Hector bewiesen, dass sie Verantwortung übernehmen könnten.

Dies sei insbesondere mit Blick auf die derzeit etwas schwächelnden Thomas Müller und Mesut Özil wichtig. "Die beiden brauchen Lockerheit und Spaß, um ihre Topleistungen abzurufen. Dafür müssen sie sich bewusst machen, dass keiner von ihnen eine extrem große Verantwortung erwartet", äußerte der Mentalcoach: "Sie besitzen die Fähigkeiten, Deutschland ins Finale zu schießen. Die aktuelle Schwäche ist nicht formbedingt, sondern ausschließlich mental."