Hendrik Große Lefert ist in diesen Tagen nicht um seinen Job zu beneiden. In erster Linie muss der Sicherheitsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach den Terroranschlägen von Paris, bei denen er am Freitag bereits seine bislang größten berufliche Herausforderung meistern musste, für den Schutz aller Beteiligten einschließlich der Zuschauer beim Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden am Dienstag in Hannover (20.45 Uhr im LIVE-TICKER ) sorgen. Gleichzeitig warnt er trotz der verständlichen Ängste und Bedenken nach den verheerenden Anschlägen in der französischen Hauptstadt vor Panikmache.
Natürlich kann auch der 41-Jährige keine 100-prozentige Sicherheit in um die HDI-Arena garantieren, dennoch ist seine Botschaft klar. "Wir geben ein deutliches Zeichen, dass sich die Zuschauer im Stadion weiterhin sicher fühlen können", sagte Große Lefert im Interview mit dem Sport-Information-Dienst (SID) .
Für Bundesjustizminister Heiko Maas hat die Sicherheit am Dienstag allerhöchste Priorität: "Wir müssen alles tun, um die Sicherheit bei dem Spiel zu gewährleisten." Auch DFB-Interimspräsident Rainer Koch stellte fest: "Sicherheit hat Prio 1."
Verschärfung der Sichereheitskontrollen
Das sieht selbstverständlich auch Große Lefert so. Der frühere Polizist, im DFB seit 2011 für das Thema Sicherheit zuständig, kann zwar keine Einzelheiten über die Arbeit hinter den Kulissen preisgeben, erklärt aber das Prozedere vor dem außergewöhnlichen Klassiker. "Wir werden die Sicherheitsmaßnahmen in Absprache mit der Polizei vor Ort, die im ständigen Kontakt mit allen relevanten Sicherheitsbehörden steht, ganz genau überprüfen und im Bedarfsfall anpassen. Das ist ein schmaler Grat, und man muss für die Gefahren stets eine große Sensibilität haben", sagt er.
Große Lefert betonte, dass man im Sicherheitsstab rund um ein Länderspiel auch jede Zeit auf eine veränderte Gefährdungslage reagieren könne: "Wenn Erkenntnisse auftauchen, die auf eine besondere Gefährdung hinweisen, werden sicherlich die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet. Das kann unter Umständen sehr kurzfristig und sehr schnell gehen."
Dies könne natürlich auch zu einer Verschärfung bei den Sicherheitskontrollen führen: "Da sind Maßnahmen nicht auszuschließen, die vor den Ereignissen von Paris vielleicht noch nicht in Erwägung gezogen worden sind. Wir verlassen uns da vor allem auch auf die Bewertung der Polizei vor Ort."
Bundeskanzlerin Merkel vor Ort
Dass auch Kanzlerin Angela Merkel und ihre Minister dem symbolträchtigen Spiel beiwohnen, hat auf seine Arbeit keinen Einfluss, denn dafür ist eine spezielle Security zuständig. Dass die Besucher und auch die Protagonisten am Dienstag ein mulmiges Gefühl beschleicht, ist auch Große Lefert klar: "Uns ist durchaus bewusst, dass sich das Empfinden einiger Zuschauer verändern kann. Das Spiel gegen die Niederlande bekommt zudem nach den Ereignissen von Paris eine besondere Symbolik, der wir uns bewusst sind."
Er hofft aber, dass sich niemand von der puren Angst leiten lässt: "Ich warne eindringlich davor, jetzt in Panik oder Aktionismus zu verfallen. Wir müssen die nötige Balance wahren und dürfen nicht über das Ziel hinausschießen. Wie können versichern, dass wir nicht nur bei diesem Spiel und nicht erst seit vergangenem Freitag alles Erdenkliche unternehmen, damit es in den Stadien sicher ist."
Natürlich hat Große Lefert auch schon die EM-Endrunde im kommenden Sommer in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) im Hinterkopf: "Wir müssen jetzt zusammenstehen und gemeinsam dafür sorgen, dass alles Menschenmögliche getan wird, um bei der EURO die bestmögliche Sicherheit zu garantieren."
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