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GER ONLY Deco FC Barcelona presentationimago images / PanoramiC

Wie eine CD mit Fangesängen einst Decos Wechsel zum FC Bayern verhinderte


HINTERGRUND

Torsten Frings hatten sie geholt. Lucio ebenfalls. Auch Vahid Hashemian und Andreas Görlitz waren gekommen. Doch der gewünschte internationale Top-Star, der den deutschen Rekordmeister im Sommer 2004 nach einer titellosen Saison verstärken sollte, der kam dann doch nicht. Und das, obwohl Anderson Luiz de Souza, besser bekannt als Deco, sich schon fast als Spieler der Bayern gefühlt hatte.

Die Münchner hatten schon früh ihre Fühler nach dem Mittelfeldgenie des FC Porto ausgestreckt. "Der Deco ist einer für den FC Bayern, wir stehen in Verhandlungen", hatte Franz Beckenbauer, seinerzeit Präsident des Klubs, wiederholt ausgeplaudert.

Deco FC PortoGettyBild: Getty Images

Bayern hatte den Deal derart weit vorangetrieben, dass der in Brasilien geborene, aber für Portugal spielende Deco das Gefühl bekam, es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis er das Trikot der Dragões nach fünf Spielzeiten gegen das des FCB eintauschen würde. "Ich wollte Porto verlassen und hatte zwei Offerten, von Bayern und vom FC Chelsea. Ich war mir sicher, dass ich nicht nach Chelsea wollte. Mein Trainer in Porto, Jose Mourinho, wechselte nach Chelsea und wollte mich mitnehmen. Ich habe gerne unter ihm gearbeitet, aber es war Zeit, unabhängig zu werden. Deshalb sollte es Bayern sein. Mein Agent sagte mir, was sie mir geben wollten. Alles klang gut. Ich sah mich damals schon als Bayern-Spieler", wird Deco in dem Buch "Die Paten der Liga" zitiert.

Dann funkte jedoch ein anderer FCB dazwischen: der FC Barcelona. Wie aus dem Nichts. Und er machte dem deutschen Rekordmeister alles kaputt. Decos Berater Jorge Mendes war von Anfang an wie besessen, Deco nach dem sensationellen Champions-League-Triumph mit Porto 2004 bei den Katalanen unterzubringen, Seite an Seite mit Weltklasse-Profis wie Ronaldinho, Xavi oder Carles Puyol.

Deco-Berater Mendes überzeugte desinteressiertes Barca

Mendes stieß bei Barca zunächst allerdings auf taube Ohren. Präsident Joan Laporta wies ihn ein ums andere Mal ab, schenkte dem Spielervermittler letztlich aber doch ein paar Minuten, weil dieser partout nicht lockergelassen hatte. Kurios: Mendes redete dann nicht großartig herum, sondern griff nach seiner Aktentasche, aus der er eine CD holte. Darauf zu hören waren Porto-Fans, die lautstark und voller Ehrfurcht skandierten: "Oh Deco, oh Deco - du bist der beste Spieler der Welt."

Laporta: "In den nächsten Tagen hat Mendes mir diese CD gefühlte 50 Mal vorgespielt. Immer und immer wieder musste ich es mir anhören. Am Ende war ich so heiß auf den Jungen, dass ich ihn haben wollte."

Durch Barcas Interesse stieg der Marktwert von Deco an. "Der wird immer unbezahlbarer", sagte Beckenbauer irgendwann. Die Katalanen überwiesen letztlich 21 Millionen Euro an Ablöse nach Portugal, gaben in jener Wechselperiode nur für Samuel Eto'o mehr Geld aus (27 Mio. Euro an RCD Mallorca).

GER ONLY FC BARCELONA STARTELF MESSI DEBÜT DECOimago imagesBild: imago images

Viel zu viel für den FC Bayern, der damals an solche Summen noch nicht gewöhnt war. Teuerster Zugang war seinerzeit Lucio, für den Bayern zwölf Millionen Euro nach Leverkusen überwiesen hatte. Doch auch Deco fand die Bundesliga plötzlich nicht mehr so toll. "Wenn Barca dich ruft, gibt es keine Alternative", erklärte Deco seine Absage an die Münchner im Nachhinein.

Seinem Berater Mendes konnte Deco am Ende dankbar sein. Im Dress von Barca wurde der Spielmacher 2006 nämlich ein weiteres Mal Champions-League-Sieger. Jeweils zweimal feierte er dort zudem die spanische Meisterschaft und den Superpokal. 2008 zog Deco nach 161 Auftritten für die Blaugrana (20 Tore, 45 Vorlagen) schließlich weiter. Chelsea klopfte erneut bei ihm an und erhielt dann auch den Zuschlag.

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