Der FC Bayern München wollte zunächst Anthony Gordon aus Newcastle verpflichten, ehe Ismael Saibari aus Eindhoven geholt wurde. Das bestätigte Sportvorstand Max Eberl in der ARD.
Das Ende der Leihe von Angreifer Nicolas Jackson zwang die Verantwortlichen an der Säbener Straße zum Handeln. Wie Eberl am Rande des 4:1-Erfolgs im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück offenbarte, standen dabei keineswegs die gesundheitlichen Probleme von Jamal Musiala im Vordergrund. "Wir haben Nicolas Jackson verloren, die Leihe ist zu Ende gegangen. Also war uns klar, dass wir einen in der Offensive holen wollen, unabhängig von Jamal. Das war der Plan gewesen", sagte Eberl.
Bei der Suche nach einer Verstärkung geriet zunächst Gordon ins Visier der Münchner. "Wir haben es erst bei Anthony Gordon versucht. Das war uns irgendwann zu teuer", verriet der 52-Jährige. Der Engländer entschied sich in der Folge für einen 80 Millionen Euro teuren Wechsel von Newcastle United zum FC Barcelona, was den Rekordmeister zum Umdenken veranlasste.
Die Blicke richteten sich stattdessen auf Ismael Saibari, der gegen Osnabrück sein Startelfdebüt feierte. Der marokkanische Nationalspieler beeindruckte die Bayern vor allem durch seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten.
Eberl erläuterte die internen Gedankengänge rückblickend so: "Dann hatten wir mit Ismael einen Top-Kandidaten, bei dem wir gesagt haben, er ist ein bisschen anders als Gordon. Nicht nur für die Außenbahnen, sondern er kann vier Positionen vorne spielen. Dann hatten wir das Gefühl, das kann richtig gut passen."
Getty ImagesFC Bayern holte Ismael Saibari noch vor WM-Start
Ein wesentlicher Faktor im Transferpoker war zudem der zeitliche Rahmen. Die Verpflichtung des Marokkaners konnte noch vor dessen Einsätzen bei der Weltmeisterschaft eingetütet werden - ein Umstand, den Eberl ausdrücklich hervorhob: "Wir sind sehr, sehr froh, dass es vor dem Brasilien-Spiel schon durch war." Im besagten WM-Gruppenspiel gegen die Selecao stellte Saibari prompt seinen Wert unter Beweis und erzielte einen Treffer.
Abseits der Personalie Saibari sprach der Sportvorstand über die angestrebte Vertragsverlängerung mit Harry Kane. Obwohl die Tinte unter dem neuen Arbeitspapier des englischen Nationalstürmers noch nicht trocken ist, zeigte er sich zuversichtlich.
"Genau wie Spiele erst gespielt werden müssen, müssen Gespräche erstmal geführt werden", sagte Eberl. Die Verhandlungspositionen beider Parteien seien nah beieinander: "Beide wollen, und dann wird es auch funktionieren. Ich bin zuversichtlich."

