Arsene Wenger Arsenal Premier LeagueGetty Images

Das Ende des St. Totteringhams Day: Wengers Zeit ist vorbei


KOMMENTAR

Viel wurde in den vergangenen Jahren über die Vormachtstellung im Norden Londons diskutiert. Mit dem souveränen 2:0-Sieg gegen Arsenal unterstrich Tottenham eindrucksvoll, dass man die Gunners mittlerweile in jeder Hinsicht überholt hat.

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Es war ein absolut verdienter Sieg für das Team von Trainer Mauricio Pochettino. Arsenal hatte es alleine der überragenden Leistung seines Keepers Petr Cech zu verdanken, dass es bei lediglich zwei Gegentreffern blieb. Mit insgesamt neun Paraden verhinderte der Tscheche ein Debakel. Zum Vergleich: Tottenhams Schlussmann Hugo Lloris wurde lediglich viermal geprüft.

Arsene Wenger muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass seine Mannschaft gegen Mannschaften aus den Top-Sechs der Tabelle in dieser Saison kein Land gesehen hat. Die 1:3-Pleiten gegen Chelsea und Liverpool sowie die 1:2-Niederlage gegen Manchester City, sie alle bewiesen, dass Arsenal nicht mehr mit den Top-Teams der Premier League mithalten kann. Nun lässt es sich auch endgültig an der Tabelle ablesen.

Der St. Totteringshams Day hat ein Ende

Noch bitterer für die Fans der Gunners ist die Tatsache, dass die Spurs nun auch faktisch meilenweit enteilt zu sein scheinen. Satte 17 Zähler trennen die beiden Lokalrivalen. Zum ersten Mal seit der Ankunft von Arsene Wenger im Jahre 1996 wird Tottenham am Ende der Saison vor den Gunners stehen. Der St. Totteringhams Day, der Tag also, an dem Tottenham Arsenal rechnerisch nicht mehr überholen kann, er hat nun ein Ende.

"Sie haben es gut gemacht", musste Wenger nach dem Spiel eingestehen. "Doch wir gehen nicht mit dem Ziel, am Ende vor den Spurs zu stehen, in die Saison. Es ist unser Ziel, den Titel zu gewinnen. Das ist in 20 Jahren genau einmal passiert", führte er weiter aus. "Wir sind nicht glücklich damit, aber wir vergleichen uns nicht mit den Spurs. Wir vergleichen uns damit, wo wir eigentlich sein wollen."

Tottenham-Fans verhöhnen Wenger: "Wollen, dass du bleibst"

Tatsache ist, dass Tottenham in dieser Saison genau für das steht, wofür Arsenal in der Vergangenheit stand: Für atemberaubenden Angriffsfußball und berechtigte Titelambitionen.

Dieses Duell drohte seit jeher die Gegensätzlichkeit hinsichtlich Effektivität und Begeisterungsfähigkeit der beiden Kontrahenten und ihrer Fans aufzuzeigen. Am Sonntag war genau dies der Fall.

FA Cup als Trostpreis

In einer starken Anfangsphase verpassten es Dele Alli und Christian Eriksen, ihr Team mit einigen Großchancen verdient in Führung zu bringen. Dennoch mussten sich die Fans der Spurs zu keiner Zeit sorgen, dass sich die Fahrlässigkeit rächen würde: Mittlerweile sind sie einfach zu gut dafür. Schließlich gelang Alli nach einer starken Parade von Cech gegen Eriksen der Dosenöffner.

Danach fiel Arsenal wie so häufig in dieser Saison auseinander. Harry Kane erhöhte lediglich 146 Sekunden später durch einen Elfmeter und beendete damit die Hoffnungen der Gunners, am Ende doch noch unter den Top-Vier der Tabelle einlaufen zu können. Selbst Rang fünf scheint mit Blick auf das Restprogramm, welches Partien gegen Manchester United, Stoke und Everton vorsieht, alles andere als ein Selbstläufer.

Wenger wird noch immer davon träumen, die Saison mit einem Titel beenden zu können, schließlich steht noch das Finale im FA Cup an. Dort wartet mit dem FC Chelsea jedoch der designierte Meister. Als Favorit werden die Gunners nächsten Monat sicher nicht in die Partie gehen.

Unter den Arsenal-Fans ist kaum noch jemand zu finden, der Wenger zutraut, die Gunners wieder auf ein Level mit Tottenham, geschweige denn Chelsea, zu bringen. Daran würde wohl selbst ein Titelgewinn nichts ändern.

Der St. Totteringhams Day ist vom Tisch. Das Vertragsangebot für Arsene Wenger sollte es auch bald sein.

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