Unter allen aktuell vereinslosen Spielern ist David Alaba einer der berühmtesten und erfolgreichsten. Mit dem FC Bayern und Real Madrid gewann der 34-jährige Verteidiger aus Österreich insgesamt viermal die Champions League, dazu kommen etliche nationale Titel. Sein Vertrag bei den Königlichen wurde Ende Juni aber nicht mehr verlängert. Seitdem sucht Alaba - bisher erfolglos - einen neuen Klub.
TV-Experte Dietmar Hamann spekuliert deshalb nun schon über ein mögliches Karriereende Alabas. "Die Frage ist, ob er noch kann", sagte Hamann bei Sky. "Umso länger es dauert, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir ihn nicht mehr auf dem Fußballplatz sehen." Alaba plagt sich seit Jahren mit hartnäckigen Verletzungsproblemen herum. Unter anderem erlitt er einen Kreuzband- und einen Meniskusriss. In den vergangenen beiden Spielzeiten absolvierte er für Real zusammengerechnet nur 1174 Minuten.
Dennoch reichte es im Sommer für eine WM-Teilnahme mit der österreichischen Nationalmannschaft. Alaba stand in allen vier Partien bis zum Sechzehntelfinal-Aus gegen Spanien als Kapitän in der Startelf. Für die anstehende Länderspielphase verzichtete Teamchef Ralf Rangnick jedoch auf eine Nominierung Alabas, der noch nicht offiziell zurückgetreten ist. Aktuell hält er sich mit Individualtraining fit.
HSV, Mexiko, Austria: Wohin wechselt David Alaba?
In den vergangenen Monaten wurde Alaba mit allerhand Klubs in Verbindung gebracht. Angebliche Avancen von Lazio Rom, Manchester United und Inter Mailand erhärteten sich nicht. Als mögliches Ziel wurde auch schon die MLS gehandelt, namentlich Inter Miami um Lionel Messi. Zuletzt wurden die Spekulationen immer wilder: Die Bild brachte Alaba mit dem Hamburger SV in Verbindung und die spanische Marca mit dem mexikanischen Topklub Club America.
Getuschelt wurde zudem über eine mögliche Rückkehr zu seinem Jugendklub Austria Wien. Inwiefern sich der Klub tatsächlich um Alaba bemüht, sorgte in Österreich zuletzt für einen hitzigen öffentlichen Schlagabtausch zwischen Ex-Austria-Trainer Frenkie Schinkels und Abwehrchef Aleksandar Dragovic, Alabas langjähriger Kollege im Nationalteam.
"Nicht böse sein: Aber wenn bei der Wiener Austria Alaba keiner gefragt hat, gehört der ganze Vorstand eingesperrt", befand Schinkels in seinem Podcast. Auf diese Aussagen angesprochen erwiderte Dragovic bei Sky: "Glauben Sie wirklich, die Austria ist so dumm und hat nicht beim David angerufen? Man muss die Kirche im Dorf lassen. Ich verstehe schon, die Herren wollen lustig sein und Klicks bekommen. Aber man sollte den Ball auch flach halten. Wir schlafen nicht in Wien-Favoriten."
Wer Alaba verpflichten will, muss jedenfalls mit dem legendären israelischen Agenten Pini Zahavi verhandeln. Es war im Zuge von Alabas ablösefreiem Transfer vom FC Bayern zu Real 2021, als Uli Hoeneß Zahavi als "geldgierigen Piranha" bezeichnete.



