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Radamel Falcao Monaco Dortmund Champions League 18042017

Der Weg ins Final Four: Fall und Wiederauferstehung der AS Monaco

Der Traum war geplatzt. Sie waren aufgewacht und es war eine Katastrophe, denn sie wurden überlaufen und ausgespielt. Porto zerstörte Monaco 2004 im Finale der UEFA Champions League in Gelsenkirchen.

"Mit tut es für die Spieler leid", sagte Trainer Didier Deschamps. "Sie haben es während einer langen, langen Saison toll gemacht", fügte er hinzu.

Und es war tatsächlich eine lange Spielzeit, in der der Verein damit gerechnet hatte, in der zweiten Liga antreten zu müssen. Denn die Schulden des Klubs beliefen sich nach Berechnungen der UEFA auf einen Betrag zwischen 53 und 87 Millionen Euro - und deshalb war im Mai 2003 der Ausschluss aus der Ligue 1 beschlossen worden.

Patrice Evra Didier Deschamps Monaco Porto 26052004Getty

Monaco hatte versucht, mit großen Investitionen Fabien Barthez und Thierry Henry zu halten. Und außerdem hatten die Franzosen viel Geld in die Hand genommen, um Leute wie Christian Panucci, Oliver Bierhoff, Vladimir Jugovic und Marco Simone zu holen. Nun musste der Verein den Preis dafür bezahlen.

Nach vier langen Wochen wurde dem Einspruch Monacos stattgegeben und der Klub durfte, nachdem er neue Investoren hatte gewinnen können, wieder in der ersten Liga Frankreichs auflaufen. Dass Monaco danach zu einem Lauf ansetzte, der das Team Real Madrid ausschalten ließ und es ganz nah an den großen Europapokal-Triumph heranbrachte, war eine tolle Leistung.

"Das ist etwas ganz Besonderes, denn es ist eine junge Mannschaft", sagte Deschamps, nachdem sein Team Chelsea im Halbfinale rausgeworfen hatte.

Patrice Evra, Ludovic Giuly, Emmanuel Adebayor und Jerome Rothen standen in ganz Europa auf den Wunschzetteln. Mit Deschamps hatte die Mannschaft einen jungen Trainer, dem die Welt zu Füßen lag. Monaco war ein Team, das gerade einen Höhenflug startete.

"Ich konnte mir nicht vorstellen, dass unsere Mannschaft in der Ligue 2 spielt", sagte Vereinsboss Henri Biancheri. Und das musste er am Ende auch nicht.

Christian Vieri 11012006Getty

In den folgenden Jahren stürzte Monaco jedoch ab: Es ging vom dritten über den zehnten auf den zwölften Tabellenplatz - und 2011 folgte der Abstieg. Diesmal bezahlte Monaco den Preis für die Versäumnisse auf dem Platz. Die Ausgaben waren radikal eingeschränkt worden und Fehler im Management wirkten sich nun desaströs aus.

Deschamps und seine Stars zogen weiter. Groß angekündigte Neuverpflichtungen wie Freddy Adu, Christian Vieri und Mahamadou Diarra brachten nur wenig - und acht Trainerwechsel in sieben Jahren sorgten ebenfalls nicht für die gewünschte Stabilität. Nach der Hinserie in der zweiten Liga stand das Team in der Tabelle ganz unten.

Doch dann kam der große Retter: Der russische Milliardär Dmitry Rybolovlev hatte selbst für die Verhältnisse in Monte Carlo extrem viel Geld und er sorgte für das Comeback des Klubs.

Claudio Ranieri wurde als Trainer geholt und es wurde wieder viel Geld ausgegeben. Der norwegische Scout Tor-Kristian Karlsen wurde der Sportdirektor, der sich um Transfers kümmern sollte, die das Team wieder in die Ligue 1 führen sollten - und um talentierte Youngster.

El Príncipe Alberto y el presidente de Mónaco, Dmitriy Rybolovlev.Getty Images

Monaco stürmte danach zum Titel und der neue Besitzer zückte vor der darauffolgenden Saison das Scheckheft: Mehr als 150 Millionen Euro wurden für Leute wie James Rodriguez, Radamel Falcao, Joao Moutinho und Geoffrey Kondogbia ausgegeben.

Als jedoch Paris Saint-Germain mit neuen Eigentümern aus Katar aufwarten konnte, die bei den Ausgaben noch einen drauflegten, konnte Monaco nicht mithalten - und wollte das auch gar nicht, obwohl der Klub im Fürstentum Steuervorteile gegenüber den anderen französischen Teams genießt.

Eine Scheidung und Geschäfte mit einem zweifelhaften Kunsthändler sollen Rybolovlev danach angeblich die Hälfte seines Vermögens gekostet haben. Kondogbia, James und Anthony Martial wurden schließlich für viel Geld verkauft.

Nun musste Monaco einen anderen Weg finden - und wendete sich der eigenen Jugend zu. "Was ich während meiner Zeit in Monaco gelernt habe, ist, dass der Klub das beste Scouting-Netzwerk in Frankreich hat", sagte Karlsen dem Guardian. "Im ganzen Land wurden Spieler beobachtet, auch Elf- oder Zwölfjährige", fügte er hinzu.

Radamel Falcao Monaco Dortmund Champions League 18042017

Einer, der dabei entdeckt wurde, war Kylian Mbappe, Monacos bester Torschütze in der aktuellen Champions-League-Saison. Der 18-Jährige aus Paris wurde vor drei Jahren nach seiner Zeit in der Jugendakademie Clairefontaine aus der Hauptstadt geholt - und besitzt nun einen Marktwert von mehr als 100 Millionen Euro.

Dazu kamen noch Spieler wie Ivan Cavaleiro, Bernardo Silva, Gabriel Boschilia, Jemerson, Fabinho und Guido Carillo - junge Leute aus dem Ausland, die eine große Zukunft vor sich hatten. Und aus Frankreich wurden zahlreiche Leute geholt, die in der Königsklasse inzwischen zu den Leistungsträgern zählen: Tiemoue Bakayoko, Djibril Sidibe, Benjamin Mendy und Thomas Lemar.

Einen neuen Anführer hat Monaco ebenfalls in der Zwischenzeit gefunden: Leonardo Jardim, ein ehemaliger Handballtrainer, war eine überraschende Wahl, als er von Sporting kam. Doch mittlerweile sind die Top-Klubs Europas auf den Portugiesen aufmerksam geworden. "Er ist ein sehr intelligenter Coach, der das Spiel gut lesen kann", sagte Falcao bei UEFA.com. "Er kann außerdem Spieler sehr gut einschätzen und versteht, was sie brauchen", ergänzte der Kolumbianer.

Kylian Mbappe Leonardo Jardim MonacoGetty Images

Jadim krempelte den Spielansatz der Mannschaft um und setzte auf dynamischen Vollgas-Fußball, der Monaco in das torgefährlichste Team in Europas fünf großen Ligen verwandelt hat: In 55 Pflichtspielen hat die Truppe 145-mal getroffen.

Und alle Spieler sind an diesem Torregen beteiligt: Das aus Mbappe und Falcao bestehende Sturm-Duo hat 51-mal getroffen. Der dritte Angreifer, Valere Germain, hat 16 Tore auf seinem Konto und nicht weniger als sechs Akteure haben zwischen sieben und zwölf Treffer in dieser Saison erreicht.

Der Weg zurück an die Spitze war für Monaco ein langer. Fast 13 Jahre nach dem letzten Auftritt auf dieser Bühne haben die Südfranzosen einen neuen Traum. Und die Zukunft sieht für die Mannschaft wieder rosig aus.

Denn der Klub hat jetzt die Erfahrung, um eine erneute Katastrophe zu vermeiden, wenn er wieder aus seinem Traum aufwacht.

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