Auf dramatische Art und Weise musste Borussia Dortmund am Freitagabend die ersten Punktverluste dieser Bundesliga-Saison hinnehmen. Zum Auftakt des fünften Spieltags arbeitete sich der BVB lange am tiefen Block von Werder Bremen ab, sah nach Toren von Daniel Svensson (80.) und Nico Schlotterbeck (84.) dann aber schon wie der sichere Sieger aus.
In den absoluten Schlussminuten schlugen die Gäste dann allerdings noch einmal zurück und kamen durch die Treffer von Ludovit Reis (88.) und Ex-Borussia-Stürmer Niclas Füllkrug (90.+2) noch zum 2:2-Ausgleich.
BVB, Noten bei Borussia Dortmund vs. Werder Bremen: Gregor Kobel
Kobel musste in der ersten Halbzeit keinen einzigen Ball halten. Umso höher zu bewerten, dass er bei Füllkrugs Großchance aus dem Nichts (54.) gleich voll da war und mit einer starken Fußabwehr den Rückstand verhinderte. Danach bekam Kobel keinen weiteren Ball mehr zu halten, bei den beiden späten Gegentoren war der Schweizer jeweils machtlos. Note: 2,5.
Getty ImagesBVB, Noten bei Borussia Dortmund vs. Werder Bremen: Joane Gadou
Gadou gefiel mit seiner beeindruckenden Robustheit, war in Zweikämpfen unüberwindbar. Bereinigte beispielsweise nach gut einer halben Stunde stark, als Werders Chuki ohne sein Eingreifen frei durch gewesen wäre. Auch mit Ball am Fuß stark, Drucksituationen konnten dem 19-jährigen Innenverteidiger nichts anhaben. Note: 2,5.
BVB, Noten bei Borussia Dortmund vs. Werder Bremen: Waldemar Anton
Anton sah im Vorfeld von Füllkrugs Großchance (54.) nicht gut aus, als er den Bremer Stürmer zu einfach im Rücken entwischen ließ. Ansonsten ein solider Auftritt des Nationalspielers. Note: 3,5.
BVB, Noten bei Borussia Dortmund vs. Werder Bremen: Nico Schlotterbeck
Schlotterbeck war unermüdlich darum bemüht, den tiefen Bremer Block mit seinen Pässen auseinanderzuziehen. Stand dabei teilweise weit in der Hälfte der Gäste und wurde selbst torgefährlich, hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit zwei Abschlüsse aus aussichtsreicher Position. Was seine Defensivaufgaben angeht, ebenfalls eine ordentliche Vorstellung. Dann kamen die Schlussminuten, in denen Schlotterbeck zunächst nach Ecke per Kopf zum 2:0 traf, kurz darauf dann allerdings einen Pass in Bremer Füße spielt, aus dem dann Werders Anschlusstor resultierte. Note: 3.
Getty ImagesBVB, Noten bei Borussia Dortmund vs. Werder Bremen: Maximilian Beier
Ersetzte den verletzten Ryerson auf der rechten Schiene und rannte seine Seite unermüdlich hoch und runter. Bei seiner Großchance kurz vor der Pause machte es Beier von Ballan- und -mitnahme bis hin zum Abschluss eigentlich richtig gut, doch Werder-Keeper Hein reagierte eben herausragend. War gegen den Ball sehr aufmerksam, tauschte in Halbzeit zwei die Seiten mit seinem Pendant Svensson und kam fortan über links. Auch dort setzte er regelmäßig Akzente, wie etwa seine schöne Hackenweiterleitung auf Nwaneri, die dessen gute Chance nach einer Stunde ermöglichte. Ganz wichtig: Beiers Ballgewinn 20 Meter vor dem eigenen Tor gegen Weiser leitete den Angriff ein, der zum 1:0 führte. Insgesamt ein klares Signal an Bundestrainer Jürgen Klopp, dass er an einem Beier in dieser Verfassung irgendwann nicht mehr vorbei kommen dürfte. Note: 2.
BVB, Noten bei Borussia Dortmund vs. Werder Bremen: Jobe Bellingham
Leistete sich zu Beginn den einen oder anderen unnötigen Abspielfehler, wurde danach aber schnell ballsicherer. Dennoch: Bellingham hatte diese Saison schon deutlich bessere Spiele, allzu viele Spuren hinterließ er nicht. Note: 4.
Getty ImagesBVB, Noten bei Borussia Dortmund vs. Werder Bremen: Felix Nmecha
Nmecha generierte dank guter Antizipation viele hohe Ballgewinne, war spielfreudig und brachte mit klugen Pässen immer wieder Dynamik ins Dortmunder Spiel. Wirkte später im Spiel dann jedoch müde und hatte letztlich keinen entscheidenden Einfluss mehr auf das Offensivspiel. Note: 3,5.
BVB, Noten bei Borussia Dortmund vs. Werder Bremen: Daniel Svensson
Verlässlich wie immer beackerte Svensson zunächst die gewohnte linke und nach dem Tausch mit Beier in Hälfte zwei dann die rechte Schiene. Setzte sich immer wieder gut durch und kam zu Flanken, die dann jedoch jeweils keinen Abnehmer fanden. Dafür nahm er selbst in der 80. Minute erfolgreich ab und traf zum erlösenden 1:0. Note: 3.
BVB, Noten bei Borussia Dortmund vs. Werder Bremen: Marcel Sabitzer
Sabitzer zeigte, dass er Dortmunds Spiel im Angriffsdrittel durchaus etwas geben kann, hatte kurz vor der Pause einen guten Abschluss. Wenige Minuten vorher hatte es der Österreicher bei einem Freistoß aus gut 25 Metern einfach mal probiert und wäre beinahe belohnt worden, der Ball flog nur knapp am Kreuzeck vorbei. Insgesamt war Sabitzer sehr bemüht und hatte mehrere kluge kleine Aktionen. Note: 3.
Getty ImagesBVB, Noten bei Borussia Dortmund vs. Werder Bremen: Ethan Nwaneri
Nwaneri blieb zunächst lange eher unauffällig, mauserte sich dann aber zum zwischenzeitlich torgefährlichsten Dortmunder. Mit seiner ersten richtig guten Offensivaktion lupfte er den Ball vor Beiers Großchance (43.) schön in dessen Lauf. Danach zielte er bei mehreren Abschlüssen entweder einen Tick zu ungenau oder scheiterte am starken Bremer Keeper Hein. Nach gut einer Stunde dann durch Silva ersetzt. Note: 3.
BVB, Noten bei Borussia Dortmund vs. Werder Bremen: Serhou Guirassy
Guirassy spielte sehr mannschaftsdienlich, machte hier und da als guter Wandspieler gefährliche Dortmunder Aktionen möglich. Die wichtigste Szene hatte der Stürmer schließlich in der 80. Minute: Im Laufduell mit Friedl durchgesetzt und mit Übersicht auf Silva abgelegt, dessen verunglückter Abschluss zur Vorarbeit für 1:0-Torschütze Svensson wurde. Note: 2,5.
Getty ImagesBVB, Noten bei Borussia Dortmund vs. Werder Bremen: Die Eingewechselten
Fabio Silva (ab 63. für Nwaneri): Silva wurde nach gut einer Stunde für Nwaneri eingewechselt, die ganz großen Akzente des Portugiesen blieben aus. Wichtigste Aktion war sein eigentlich verunglückter Abschluss nach Ablage von Guirassy, der zur Vorlage für Svenssons Führungstor wurde. Note: 4.
Konstantinos Karetsas (ab 72. für Sabitzer): Der Grieche kam für die letzten 20 Minuten ins Spiel und nahm mit seinem herausragenden weiten Ball in den Lauf von Guirassy in der Entstehung des 1:0 noch eine ganz wichtige Rolle ein. Keine Bewertung.
Joey Veerman (ab 72. für Bellingham): Auch Veerman bekam 20 Minuten - und auch er wurde noch ganz wichtig. Den schön getretenen Eckball des Niederländers verwertete Schlotterbeck per Kopf zum 2:0. Keine Bewertung.



