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Bundesliga: Profi-Schiedsrichter erhalten Festgehalt, werden aber keine Profis

Frankfurt. Der Schiedsrichter ist der vielleicht wichtigste Mann auf dem Spielfeld. Er entscheidet über Strafstöße, die wiederum Spiele entscheiden können. Er muss sich viel Hohn und Spott anhören, sollte er mal einen Fehler begehen. Wenn seine Leistung makellos ist, wird dies zu häufig noch als Selbstverständlichkeit hingenommen. Die Wichtigkeit des Unparteiischen spiegelt sich aber nicht in seinem Verdienst und Rang wider. Zumindest Ersteres ändert sich ab der kommenden Saison.

Der Amateur bei den Profis

Der Fußball wird immer professioneller. Die Spieler werden rund um die Uhr betreut. Haben wir jeden Bereich ihres Sportlerdaseins spezielle Betreuer und Trainer. Im Training bekommen sie die perfekte Vorbereitung, nach dem Spiel die optimale Regeneration, sie sind eben Profis.

Anders sieht das bei den Schiedsrichtern aus, die für ein Fußballspiel unerlässlich sind. Sie sind nur im Nebenberuf Schiedsrichter, haben die Klassifikation Amateur und gehen hauptberuflich anderen Jobs nach. Wenn sich ein Referee verletzt, dann für Wochen oder gar Monate ausfällt, kann er auf keine Spezialisten zurückgreifen, die ihm vom Verband beim Genesungsprozess bereitgestellt werden. Das Honorar für das Pfeifen der Spiele bleibt dann also aus. Sie sind eben Amateure.

Monatsgehalt kann Verbesserung bringen

Um den „Männern in Schwarz“ eine bessere finanzielle Absicherung liefern zu können, erhalten alle Unparteiischen der ersten und zweiten Liga ab der kommenden Spielzeit ein Monatsgehalt. Unabhängig von der Anzahl ihrer Einsätze soll dieses ausgezahlt werden. Schiedsrichter der zweiten Liga erhalten dann monatlich 15000 Euro, die der ersten 20000 und die Fifa-Schiris bekommen das Maximum von 40000 Euro. Hinzu kommen noch die Honorare von 3800 pro Einsatz in der ersten und 2000 Euro pro Einsatz in der zweiten Bundesliga.

Keine Profis

Auch in der Diskussion war die Aufwertung der Schiedsrichter auf das Level von Profis. Dies hätte aber nur Folge, dass Personal, Equipment und alles was dazu gehört, ebenfalls professionalisiert werden müssten, davon nimmt der DFB weiterhin Abstand. Die Referees sind und bleiben im Status des Amateurs.

Zur Aufstockung des Gehalts, meinte Wolfgang Niersbach: „Die Anforderungen an unsere Spitzen-Schiedsrichter werden immer höher. Es ist deshalb das gemeinsame Ziel von DFB und Liga, ihnen ein möglichst professionelles Umfeld zu bieten, damit sie sich optimal auf ihre schwere Aufgabe vorbereiten und auf die Spielleitung konzentrieren können.“

Technik statt Torrichter

Eine weitere Änderung verkündete die FIFA erst kürzlich. Sie erlaubte das Benutzen von Techniken, wie dem Hawk-Eye, wie es im Tennis eingesetzt wird, dem Chip im Ball oder anderen Techniken, die den Schiedsrichtern ihre Entscheidungen erleichtern sollen. Die UEFA hatte sich kurz nach der Entscheidung gegen technische Hilfsmittel und für die Torrichter ausgesprochen, der DFB dagegen folgt der FIFA-Route.

Wieder Niersbach: „Der DFB und die Deutsche Fußball Liga sind für die Einführung. Aber das geht nicht vor der Saison 2013/14. Wir sind uns mit unseren Schiedsrichtern einig, dass wir, anders als die UEFA, nicht die Torrichter einführen werden.“

In der Bundesliga soll es also in einem Jahr schon technische Hilfsmittel geben, anders sieht das im DFB-Pokal aus: „Da geht es um die Einheitlichkeit des Wettbewerbs. Deshalb sehe ich das nicht.“ Amateurteams könnten sich eine solche Technik nicht leisten.

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