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Dortmund - Hoffenheim, 06052017Getty Images

Borussia Dortmund: Saisonziel zum Greifen nah


HINTERGRUND

Die Rechnung ist ganz einfach, die Sokratis nach dem Spiel mit einem breiten Grinsen im Gesicht aufstellte. "Wir gewinnen die nächsten beiden Spiele - und den Pokal", sagte der griechische Innenverteidiger von Borussia Dortmund nach dem 2:1-Sieg über die TSG Hoffenheim. Geht die Rechnung auf, qualifiziert sich Borussia Dortmund als Dritter der Fußball-Bundesliga direkt für die Champions League.

Um dieses Ziel zu erreichen, das Minimalziel der Verantwortlichen der Borussia im Vorfeld der Saison, war der Sieg gegen die TSG von enormer Bedeutung. Denn nun haben die Borussen alles wieder in der eigenen Hand im Kampf um die Königsklasse. Genau das, was Marco Reus vor der Partie erhofft hatte, als er das "Endspiel um Platz drei" ausrief. Punktverluste gegen den FC Augsburg und Werder Bremen sind nämlich nicht mehr eingeplant.

TSG: Süle sauer auf Schiedsrichter

"Die Erleichterung ist nach dem Sieg groß. Der Sieg ist viel wert, auch weil es zur Sache ging und viel diskutiert wurde", sagte Torhüter Roman Bürki. Er mahnte aber an, die Saison nun ruhig zu Ende zu führen: "Wir haben kein einfaches Restprogramm." Über diese Interpretation kann man sicherlich streiten. Ein Sieg beim Abstiegskandidaten sollte Pflicht sein, ein Erfolg zu Hause gegen Werder Bremen wäre ebenfalls keine große Überraschung. Aber es ist die neue Demut beim BVB nach einer schweren Saison, dass nicht mehr alles als selbstverständlich angesehen wird.

Sieg gegen Hoffenheim nicht selbstverständlich

Selbstverständlich war der Sieg gegen Hoffenheim nämlich nicht. Unter gütiger Mithilfe des Schiedsrichtergespanns um Dr. Felix Brych gewann der BVB am Ende vielleicht sogar etwas glücklich. Der Führungstreffer durch Marco Reus hätte gar nicht erst fallen dürfen, weil er im Abseits stand. "Wenn es Abseits ist, muss er pfeifen. Er tut es aber nicht. Es ging so schnell und es ist sicherlich schwer zu sehen. Solange der Schiedsrichter nicht pfeift, muss man weiterspielen", sagte Reus zu der Aktion.

Marco Reus, Dortmund - Hoffenheim, 06052017Getty Images
Mr. 1:0: Marco Reus trifft gegen die TSG wieder zur Führung für den BVB

Das tat der BVB auch - und zog gegen die teils harte Gangart der Hoffenheimer nicht zurück. Nickeligkeiten gab es auf beiden Seiten - und Brych hatte so seine Probleme mit seiner Linie. "Wenn er seine Linie von Anfang so durchgezogen hätte und nicht so schlampig geworden wäre, wäre es für alle einfacher gewesen. Er hat mal so, mal so gepfiffen. Das nutzen die Spieler dann eiskalt aus", sagte Gonzalo Castro und TSG-Innenverteidiger Niklas Süle pflichtete ihm bei: "Es war heute vom Schiedsrichter kein guter Tag."

Tuchel mit dem "Geist" der Mannschaft zufrieden

Das störte die Dortmunder am Ende aber weniger als die Hoffenheimer. Denn die drei Punkte blieben schließlich in Dortmund. Kein Wunder, dass Trainer Thomas Tuchel seinem Team ein großes Kompliment aussprach. "Was die Mannschaft an Intensität und Bereitschaft bringt, um ihre Ziele zu erreichen, dafür gebührt ihr das größte Kompliment", sagte er und nannte den Schlüssel zum Sieg: "Von Beginn an haben wir eine herausragende Verteidigungsleistung gebracht. Das war der absolute Schlüssel. Die Intensität durchs Verteidigen nie runtergehen zu lassen, hat auch Hoffenheim Körner gekostet. Der Geist, den wir gezeigt haben, ist mehr als nur bemerkenswert."

Die Dortmunder spielten vor allem in der zweiten Halbzeit ungewöhnlich und überließen der TSG über weite Strecken den Ball. Damit wussten die Gäste nicht so wirklich etwas anzufangen - Tuchels Plan ging auf.

Dortmund holte sich mit dem Sieg den dritten Platz zurück und hat nun alles selbst in der Hand. Deshalb widersprach Tuchel auch Reus: "Es war kein Endspiel. Die Saison ist noch nicht vorbei, Platz drei ist noch nicht gesichert. Es ist elementar wichtig, nicht die Spannung zu verlieren. Wir haben absolut die Pflicht, drei Wochen weiter auf diesem Niveau zu arbeiten, uns weiter zu verausgaben und uns gegen alle Widerstände zu überwinden."

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