Borussia Dortmund: Das ist BVB-Neuzugang Manuel Akanji

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Die Defensive von Borussia Dortmund wackelt auch in dieser Saison wieder gewaltig. Abhilfe soll der junge Schweizer Manuel Akanji schaffen.


MANUEL AKANJI IM PORTRÄT


Manuel Akanji tut so, als würde ihn das alles nichts angehen. Während derzeit über das Interesse von Borussia Dortmund und des FC Liverpool an dem Schweizer Innenverteidiger berichtet wird, genießt der 22-Jährige die fußballfreie Zeit. Zusammen mit seiner Freundin und seinem Kumpel Breel Embolo vom FC Schalke vergnügt er sich derzeit in Paris und postet fleißig Bilder in den sozialen Medien. Von dem Rummel um seine Person scheint er sich vollends freigemacht zu haben.

Das Phänomen Aubameyang

Diese Abgeklärtheit trotz seines jungen Alters ist eine der größten Stärken des Nachwuchstalents aus der Schweiz. Der Sohn einer Schweizerin und eines Nigerianers gilt als Versprechen für die Zukunft und Hoffnung für die Nationalmannschaft der Eidgenossen. Beim FC Basel ist er schon längst Stammspieler und hat aufgrund seiner starken Leistungen in dieser Saison das Interesse vieler namhafter Klubs auf sich gezogen - eben auch das von Borussia Dortmund. Die Schwarz-Gelben haben ihn nun endgültig verpflichtet.

Manuel Akanji: Traum vom Old Trafford erfüllt

Akanjis Aufstieg in der Schweizer Liga beim FC Basel war beispielhaft. Mit 19 Jahren kam er zu dem Champions-League-Teilnehmer und erarbeitete sich in der Vorbereitung einen Stammplatz. Die steile Karriere fand seinen vorläufigen Höhepunkt, als er im September mit dem FC Basel in der Champions League im Old Trafford auflief. Manchester United ist nämlich sein erklärter Lieblingsverein. Dass Akanji sich diesen Traum erfüllen konnte, daran dachten vor gut einem Jahr wohl nicht einmal die kühnsten Optimisten.

Steckbrief  | Manuel Akanji (FC Basel)



Manuel Akanji, Switzerland

 

Alter: 22 Jahre

Stärken: Spielaufbau, taktisches Verständnis

Schwächen: Fehlende Erfahrung auf Top-Niveau

Position: Innenverteidigung

Größter Erfolg:  Zwei Schweizer Meistertitel


Er sagt:   "Ich hätte nie gedacht, dass ich mal eine Profikarriere einschlagen könnte."

Nachdem der FC Basel Akanji zwei Jahre zuvor vom FC Winterthur verpflichtet hatte, riss er sich das Kreuzband und kam erst im Februar 2017 wieder zurück. "Da gabs Leute, die sagten, ich hätte zu früh gewechselt oder meine Rückkehr würde nicht gelingen. Denen wollte ich es zeigen", sagte er in einem Interview mit der Schweizer Illustrierten . Damals ließ er sich auch den Satz: "Prove them wrong" (Beweise ihnen das Gegenteil) eintätowieren.

Das hat er geschafft. Akanji ist einer der gefragtesten jungen Spieler der Welt. Dass es einmal so weit kommen würde, dachte er selbst nicht. "Als Jugendlicher war ich ein durchschnittlicher Spieler. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal eine Profikarriere einschlagen könnte", sagte Akanji einmal in einem Interview. "Ich habe nur für den Spaß gespielt." Aus Spaß wurde aber bald ernst. Als er 17 Jahre alt wurde, hatte er noch einmal einen Wachstumsschub. Heute ist er 1,87 Meter groß und wiegt rund 85 Kilogramm. Eine stattliche Figur, die ihm in den Zweikämpfen oft einen Vorteil bringt. Dennoch ist er extrem schnell.

Dieses Talent hatte er schon als Jugendlicher. Im Alter von elf Jahren gewann er einmal einen nationalen Leichtathletik-Wettkampf. Zudem spielte er früher lieber Tennis als Fußball. Die Liebe zum Sport war ihm dabei eigentlich in die Wiege gelegt worden. Sein Vater war früher Amateurfußballer und seine ältere Schwester Sarah spielt heute in der zweiten Schweizer Liga Fußball.

Akanji die perfekte Ergänzung für den BVB

Akanji ist schnell, selbstsicher, zweikampfstark, beidfüßig - diese Stärken haben auch die Verantwortlichen bei Borussia Dortmund überzeugt. Zudem bringt der Innenverteidiger das mit, was einigen BVB-Spielern derzeit abgeht: Selbstvertrauen. "Ich möchte nicht arrogant klingen, aber ich habe einfach Vertrauen in meine Fähigkeiten", sagte er einmal der Schweizer Illustrierten .

Manuel Akanji FC Basel Romelu Lukaku

Dieses Vertrauen hat ihn sogar bis in die "Nati", die Schweizer Nationalmannschaft, gebracht. Mit 22 Jahren ist er der jüngste Spieler im Team. Er feierte sein Debüt im Juni beim 2:0-Auswärtssieg in der WM-Qualifikation gegen Färöer. Seitdem stand er vier Mal auf dem Feld - und spielte jeweils über die volle Distanz. Kommt keine Verletzung dazwischen, ist er für die WM fest eingeplant und darf in der Gruppenphase unter anderem gegen Brasilien antreten. Nun also der BVB . Doch ist Akanji überhaupt gleich eine Verstärkung?

Dafür müsste sich Akanji nämlich vor allem noch im Kopfballspiel und das defensive Stellungsspiel weiterentwickeln. "Ich bin schnell, kann gut tackeln und bin gut im Angriff. Praktischerweise bin ich beidfüßig ausgebildet worden. Aber meine Kopfballfähigkeiten muss ich verbessern und auch die taktischen Dinge in der Defensive muss ich noch lernen", sagte er vor Kurzem. Auch Michael Zor weiß: "Er hat in der Nationalmannschaft und in der Champions League schon nachgewiesen, dass er auf höchstem europäischen Niveau spielen kann. Gleichwohl sehen wir in ihm einen Abwehrspieler, der über weiteres Entwicklungspotenzial verfügt."

Der BVB war mit Akanji mal wieder schneller sein als die Konkurrenz. Bevor er nämlich seine Marktwert in der Rückrunde und bei der WM weiter steigern kann, spielt er schon in Dortmund. So ist er auch wieder in der Nähe seines Kumpels Embolo. Schalke und Dortmund trennen schließlich nur rund 35 Kilometer. Eine Win-win-win-Situation für alle also, zumal der FC Basel eine ordentliche Ablöse kassiert .


Die wichtigsten Infos zum Transfer von Manuel Akanji zum BVB


  • Den Wechsel nach Dortmund lassen sich die Borussen ungefähr 20 Millionen Euro kosten, Akanji unterschreibt einen Vertrag bis 2022.
  • Beim BVB erhält der Schweizer die Rückennumer 16.
  • Akanji soll in Dortmund die wacklige Defensive stabilisieren. 24 Gegentore kassierte Dortmund in der Hinrunde.
  • Der Schweizer Nationalspieler lief in der aktuellen Saison bereits für den FC Basel in der Champions League auf. Für den Bundesligisten ist er in der Europa League aber trotzdem spielberechtigt.
  • Michael Zorc über den Innenverteidiger: "Manuel hat sich mit seinen Leistungen ins Visier mehrerer europäischer Topklubs gespielt und wir sind glücklich, dass er sich für uns entschieden hat."

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