Für Billy Gilmour ist die Familie sehr wichtig. Auf seinem Schienbeinschoner hat sie der Schotte immer bei sich, während er versucht, sich den Traum von der Premier League zu erfüllen. Bis vor kurzem konnten seine Liebsten dem 16-Jährigen noch vor der Haustür beim Spielen zusehen - doch er verließ Schottland, um sich beim FC Chelsea einen Namen zu machen.
Diesen Wechsel konnte ihm auch sein ehemaliger Trainer Pedro Caixinha nicht ausreden, der sich dafür sogar mit den Eltern des Talents zusammensetzte. Weil er so jung war und dennoch mit den 20-Jährigen mithalten konnte, nannte ihn Caixinha Billy the Kid. Der Portugiese plante fest mit Gilmour und war kurz davor, ihn zum jüngsten Debütanten in der Geschichte der Glasgow Rangers zu machen.
"Er ist ein sehr schlauer Junge, jemand, der Ereignisse vor allen anderen voraussieht", lobte er den Mittelfeldstrategen und war dementsprechend enttäuscht, dass sein Juwel nach London abwanderte. 590.000€ zahlten die Blues, deren Nachwuchsmannschaften extrem erfolgreich sind, für Gilmours Dienste. Doch wer ist die schottische Nachwuchshoffnung, für die der englische Meister so viel Geld in die Hand nahm?
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Billy Gilmour wurde am 11. Juni 2001 in Glasgow geboren und wuchs im beschaulichen Ardrossan an der schottischen Westküste auf. In der Jugendakademie der Glasgow Rangers machte er auf sich aufmerksam und durfte schon als 15-Jähriger mit den Profis trainieren. Der damalige Trainer Caixinha war sich sicher, dass "Billy nicht nur eine großartige Zukunft im Verein, sondern auch eine großartige Zukunft im Fußball haben wird." Der Youngster war außerdem kurz davor, Derek Ferguson als jüngsten Spieler der Vereinsgeschichte abzulösen. Wie Graeme Murty, der U20-Trainer der Rangers verriet, war Gilmour "sehr, sehr, nah dran" in den Profikader berufen zu werden. Doch für die Verantwortlichen und Fans der Rangers kam alles anders.
Schottlands U16 als Sprungbrett
Beim Victory Shield, der jährlich zwischen den U16-Mannschaften von Irland, Wales, Nordirland und eben auch Schottland ausgetragen wird, spielte sich Gilmour in den Fokus der Topklubs. Mit seiner Ruhe am Ball und den beachtlichen Passdistanzen, die er spielte, zog er die Blicke der in Edinburgh anwesenden Scouts auf sich und verhalf seiner Mannschaft zum zweiten Platz. Die Rangers werden die Teilnahme ihres Juwels an diesem Wettbewerb im Nachhinein verteufeln, denn sie konnten Gilmour nicht mehr vom Verbleib überzeugen. Der Traum des Schotten, in der der Premier League zu spielen, war zu groß, weshalb er einen Profivertrag in Glasgow ablehnte und sich Chelsea anschloss.
Gilmour ist eigentlich ein typischer Zehner, doch er ist auch bereit, in einer zurückgezogeneren Rolle das Aufbauspiel einzuleiten. Mit seinem Passspiel und Dribbling versteht er es, gegnerische Verteidiger immer wieder vor Probleme zu stellen. Obwohl er eigentlich nicht für seine Physis bekannt wurde, ist der Schotte außerdem niemand, der vor einem Zweikampf zurückschreckt. Es ist also kein Wunder, weshalb europäische Giganten wie Bayern München und der FC Barcelona um die Unterschrift des Juwels gebuhlt haben sollen.
In Chelseas U18 wusste er auf Anhieb zu überzeugen und brachte es in vier Einsätzen auf vier Torbeteiligungen. Dennoch wirkt der Kapitän der schottischen U17 sehr geerdet, was auch Jody Morris, seinen Trainer in London, begeistert. "Seine Persönlichkeit und sein Charakter sind das, was ihn im Moment auszeichnet. Der Junge ist nicht nur ein gutes Kind, sondern auch jemand, der bereit ist zu lernen und ganz oben mitspielen möchte. Wenn er mit dieser Haltung weiter macht, dann hat er die besten Chancen", schwärmte der Jugendcoach gegenüber der Scottish Sun.
"Wohin sonst als zum Meister?"
Gilmour glaubt fest an seinen Wunsch und sieht den FC Chelsea dafür als beste Anlaufstelle. "Es war schon immer mein Traum, in der Premier League zu spielen und wohin sonst sollte man dort besser wechseln als zum Meister?", erklärte er SFA Performance Schools und führte aus: "Sie haben eine sehr erfolgreiche Jugend und ich wollte mich schon immer mit den Besten messen. Und die Besten sind bei Chelsea."
Natürlich war Familie Gilmour bei Billys erstem Tag in London mit dabei. Und wenn es seine Eltern nicht schaffen, bei den Spielen des 16-Jährigen anwesend zu sein, weil er beispielsweise in der UEFA Youth League in Rom zum Einsatz kommt, dann hat der Mittelfeldspieler immer noch seine Schienbeinschoner mit dem Bild seiner Familie bei sich. Sie werden ihn auf seinem Weg begleiten. Auf dem Weg, sich den Traum von der großen Karriere in der Premier League zu erfüllen.





