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VAGNER LOVE BESIKTAS JEROME BOATENG BAYERN MÜNCHEN CHAMPIONS LEAGUE 14032018

FC Bayern bei Besiktas: Drei Wermutstropfen am Bosporus


HINTERGRUND

Die Spieler des FC Bayern München  hatten ihr Zahnpastalächeln aufgesetzt, als sie am Mittwochabend in der Interviewzone des Besiktas -Parks vor die Mikrofone, Kameras und Diktiergeräte traten. Allesamt wirkten sie glücklich und zufrieden nach dem 3:1-Sieg  im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League .

Wagner: "Das erfüllt mich mit Stolz"

Sandro Wagner kam als Erster, dem Stürmer war die Freude nach seinem ersten Treffer in der Königsklasse am deutlichsten anzumerken. Es folgten Sven Ulreich, David Alaba und Thomas Müller. 

Wagner fand es "superwichtig, dass wir dominant aufgetreten sind und ein gutes Spiel gemacht haben". Keiner habe die Partie nach dem deutlichen 5:0-Erfolg im Hinspiel auf die leichte Schulter genommen, stattdessen habe man von Beginn an konzentriert gespielt, sagte er.

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Ulreich meinte, der FC Bayern habe durch den frühen Treffer von Thiago Alcantara die "kleinste, minimale Hektik, die bei einer Besiktas-Führung vielleicht hätte auftreten können, im Keim erstickt". Alaba zog ein "sehr positives" Fazit, weil man "sehr gute Phasen im Spiel" gehabt habe und Müller fand das 3:1 "mehr als zufriedenstellend".

Eine Verletzung und drei unnötige Gelbe Karten

Tatsächlich war es allerdings ein Abend, an dem der FC Bayern kaum etwas gewinnen, aber viel verlieren konnte. 

Viel verloren die Münchner zwar nicht, es passierten aber gleich drei Dinge, die ihnen nicht gefallen konnten. Zum einen war da natürlich die verletzungsbedingte Auswechslung des gerade wieder genesenen Thiagos, der nach 35 Minuten von dem ebenfalls gerade erst wieder genesenen James Rodriguez ersetzt werden musste. 

"Seine Auswechslung war keine Vorsichtsmaßnahme. Er hat gesagt, dass er an der Fußsohle einen Schmerz verspürt hat. Die erste Einschätzung ist aber nicht ganz so schlimm", erklärte Trainer Jupp Heynckes später.

Müller: Das sind die härtesten Viertelfinalgegner

Zum anderen waren da die insbesondere angesichts des klaren Hinspielresultats unnötigen Gelben Karten von Mats Hummels, Jerome Boateng und Rafinha. Und vor allem waren da spielerische Mängel, die eine nur etwas bessere Mannschaft vermutlich mehrfach bestraft hätte. Zumindest Müller und Heynckes hatten das trotz aller Zufriedenheit durchaus mitbekommen. 

"Einziger Wermutstropfen war, dass wir zu viele Gelbe Karten bekommen haben", befand der Coach, der damit vor allem auf die Verwarnung von Boateng angespielt haben dürfte. Für den Weltmeister war es bereits die zweite Gelbe Karte in der laufenden Spielzeit. Damit ist er nun genauso wie Joshua Kimmich, Sebastian Rudy, Corentin Tolisso und Robert Lewandowski von einer Sperre bedroht. 

"Gab Phasen, mit denen wir nicht so zufrieden sind"

"Das Spiel", meinte Müller zum dritten Problem, "hatte verschiedene Phasen, auch solche, mit denen wir im Nachhinein nicht so zufrieden sind. Vielleicht haben Besiktas und die Stimmung im Stadion das Ganze erzwungen. Wir hatten jedenfalls Mitte der zweiten Halbzeit sehr viele Ballverluste und nicht mehr so viel Ruhe. Wir haben uns ein bisschen von der Hektik anstecken lassen." Vorne seien die Bayern zwar "relativ kaltschnäuzig" gewesen, "bei einer besseren Ballkontrolle" hätte man allerdings mehr Kontersituationen zu Ende spielen können, wusste er.

VAGNER LOVE BESIKTAS JEROME BOATENG BAYERN MÜNCHEN CHAMPIONS LEAGUE 14032018

Genau das taten die Bayern aber nicht. Mehrfach vertändelten sie aussichtsreiche Situationen einigermaßen fahrlässig, teilweise in Überzahl. Gleichzeitig wirkte die Defensivreihe um die gesetzten Hummels, Boateng und Alaba sowie Kimmich-Ersatz Rafinha ungewohnt anfällig. Die Bayern hatten schlicht Glück, dass Besiktas im vordersten Drittel mindestens genauso konfus agierte wie die Münchner Offensive. Einzig Vagner Love bestrafte mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 die Unaufmerksamkeiten nach einem haarsträubenden Fehler von Alaba (59.).

Natürlich waren die Fehler im Spiel der Münchner vor allem dem souveränen Puffer aus dem Hinspiel geschuldet, im Viertelfinale werden sie sich im Vergleich zur Partie in Istanbul allerdings deutlich steigern müssen. 

"Wir können dieses Jahr Großes schaffen"

Erst einmal wollen die Bayern am Sonntag im "kleinen Prestigeduell" mit RB Leipzig "ein gutes Spiel machen" (Müller), um einen weiteren Schritt in Richtung Meisterschaft zu gehen oder den Titel womöglich bei neuerlichen Nachlässigkeiten der Konkurrenz schon perfekt zu machen.

Schon zweieinhalb Wochen später wird es dann aber ernst im Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse "Auf dem Niveau ist die Tagesform entscheidend. Wir sind aber sehr entspannt. Der Spirit in der Mannschaft mit dem Trainerteam ist unglaublich, so etwas habe ich selten erlebt. Wir können dieses Jahr Großes schaffen", sagte Wagner. Müller ergänzte: "Ganz leicht hat es eine Mannschaft gegen uns noch nie gehabt. Das haben wir im Duell mit Besiktas angedeutet." Andeutungen dürften in der Runde der letzten Acht allerdings nicht reichen.

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