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Beim BVB ist eine teure Altlast auf Abschiedtournee

Marcel Sabitzer ist mit 32 Jahren und über 600 Pflichtspielen im Profifußball ein alter Hase, den vermutlich nichts so leicht aus der Ruhe bringen kann. Der Mittelfeldspieler, seit 2023 in Diensten von Borussia Dortmund, war auch schon häufiger Gegenstand von Gerüchten und Spekulationen unterschiedlicher Couleur.

Insofern dürfte der zurückliegende Transfersommer für Sabitzer kein besonderer gewesen sein. Dennoch gab es um den Österreicher eine gewisse Geräuschkulisse, die besonders Richtung Ende der Wechselfrist lauter wurde.

Das hatte einerseits mit seinem sportlichen Status quo zu tun. Sabitzer durchlebte in seinen drei absolvierten Spielzeiten beim BVB ein permanentes Auf und Ab. Zu oft ließen seine Leistungen zu wünschen übrig, zu selten konnte er glanzvolle Phasen, die es durchaus auch gab, verlängern. Unter dem Strich: Sabitzer ging in dieser Zeit trotz 117 Pflichtspieleinsätzen die Konstanz ab, um auf Dauer unangefochtener Stammspieler zu sein.

SabitzerGetty Images

Wann läuft der Vertrag von Marcel Sabitzer beim BVB aus?

Als solcher ging er zwar aus der vergangenen Saison, doch das lag vor allem am verletzungsbedingten Fehlen Felix Nmechas. 26-mal stand Sabitzer im Vorjahr in der Startelf, mit fünf Torbeteiligungen fiel seine Ausbeute mager aus. Seine Perspektive im zentralen oder defensiven Mittelfeld war überschaubar. Neben Nmecha ließ Trainer Niko Kovac immer häufiger Jobe Bellingham ran.

Und da Sabitzers Vertrag Ende Juni 2027 ausläuft und der BVB in Joey Veerman einen Stammspieler auf seinem Einsatzgebiet verpflichtete, geriet er naturgemäß in die Gerüchteküche. So wurde dann Mitte August ordentlich spekuliert, als Sabitzer bei einem Treffen der Mannschaft einen "Blitz-Abgang" hinlegte und schon wieder abdüste, bevor die letzten seiner Mitspieler am Ort des Geschehens eintrafen.

Seit zwei Wochen ist nun klar: Sabitzer wird mindestens bis zur Winterpause bei der Borussia bleiben. Weil er in Dortmund "zufrieden" ist, wie sein Berater Roger Wittmann gegenüber Skyam Deadline Day verkündete. Bei seinem aktuellen Arbeitgeber kann Sabitzer auf "hohem Niveau" spielen, ließ Wittmann wissen.

Marcel Sabitzer of Borussia Dortmund reacts Getty Images

Marcel Sabitzer lagen im Sommer "zehn verschiedene Anfragen" vor

Das muss also in der Form bei den "zehn verschiedenen Anfragen", die Sabitzer laut des Beraters vorlagen, nicht der Fall gewesen sein. Der BVB hätte sicher nicht abgelehnt, wäre für den 102-fachen Nationalspieler ein marktgerechtes Angebot hineingeflattert. Da das nicht der Fall war, begibt sich Sabitzer in Dortmund auf Abschiedstour. "Im nächsten Jahr", erklärte Wittmann nämlich vielsagend, könne sein Klient dann alle Optionen abwägen.

Keine Option wird für ihn dann die Borussia sein. Der Klub plant nicht, mit Sabitzer zu verlängern. Und das aus gutem Grund: Er hat nicht nur sportlich die Erwartungen unzureichend erfüllt, sondern verdient auch sehr viel Geld. Acht Millionen Euro Jahresgehalt werden bei Sabitzer, für den man einst 19 Millionen Euro an den FC Bayern überwies, geschätzt. Die Neuzugänge um Veerman, Konstantinos Karetsas und Giannis Konstantelias sollen jeweils maximal die Hälfte davon verdienen.

Es ist daher eine für den BVB allzu bekannte und zugleich schmerzhafte Geschichte: Spieler, die im Vergleich zu ihrer dargebotenen Leistung viel zu viel Geld erhalten, sitzen ihre sehr gut dotierten Verträge aus. So war es etwa bei Nico Schulz, Marius Wolf, Niklas Süle oder Salih Özcan. Wer sollte es ihnen verübeln?

Borussia Dortmund v Villarreal CF - UEFA Champions League 2026/27 League Phase MD1Getty Images

"Flasche": Frau von Marcel Sabitzer legt sich mit pöbelndem User an

Die Antwort ist simpel: Menschen in den sozialen Medien natürlich! Dort wurde Sabitzer angesichts seiner zu oft schwachen Darbietungen schon vor längerer Zeit zum Buhmann auserkoren. Zuletzt eskalierte die Situation sogar insofern, dass sich Sabitzers Ehefrau Katja bei Instagram einschaltete.

Ein User hatte unter einem Post mit Wittmanns Aussagen geschrieben, er habe "echt gehofft, dass wir die Flasche los sind". Sabitzers Frau, 2014 Siegerin in der TV-Sendung 'Der Bachelor', antwortete: "Ich würde so gerne wissen, was du in deinem Leben so erreicht hast?" Die gehässige Replik: "Ich habe beim Bachelor mitgemacht und du?" Frau Sabitzer wieder: "Boh seid ihr alle so gemein. Deine Antwort sagt alles über dich. Du weißt gar nix über mein Leben."

Sabitzers Problem ist, dass er für viele rund um den BVB als Altlast betrachtet wird. Er steht für das Dortmund der Vorjahre, das viel Ablöse und Gehalt in etablierte, etwas ältere Spieler butterte, die jedoch nur wenig Gegenleistung boten. Der durchaus erfrischende Ansatz der neuen sportlichen Führung und das vergangene Transferfenster des umtriebigen Sportdirektors Ole Book schürten zuletzt die Hoffnung, dass man eben auch Spieler wie Sabitzer oder Ramy Bensebaini und Emre Can loswird.

imago-sport-1083166193.jpgIMAGO

Marcel Sabitzer beim BVB zuletzt auf der offensiven Außenbahn eingesetzt

Es ist sehr gut möglich, dass man sich dafür lediglich noch ein Jahr gedulden muss. Bis dato ist es beileibe aber auch nicht so, dass Sabitzer keinen Mehrwert in die Mannschaft einbringen kann.

Kovac steht auf seine Erfahrung, die aggressive Spielweise sowie die Flexibilität. Auch das ist Teil der Wahrheit: Sabitzer ist einer dieser polyvalenten Achter, von denen der BVB zuletzt deutlich zu viele im Kader hatte. Seine mangelnde Konstanz hat auch damit zu tun, dass Sabitzer kaum einmal über einen längeren Zeitraum auf derselben Position spielte.

Das wird sich auch durch sein designiertes letztes Jahr in Dortmund ziehen. Mit Nmecha, Bellingham und Veerman ist die Mitte dicht. Sabitzer muss wie in der österreichischen Nationalelf, in der er aufgrund der hohen Belastung der vergangenen Jahre künftig eine Pause einlegt, auf beide offensiven Flügel und die Halbräume ausweichen. Einen Startelfeinsatz in der Bundesliga erhielt er von Kovac bisher nicht.

imago-sport-1083363689.jpgIMAGO

Marcel Sabitzer wird wohl nur noch Rotationsspieler beim BVB sein

Gegen Villarreal in der Champions League spielte Sabitzer jedoch von Beginn an und lieferte eine ansprechende Vorstellung ab, bei der er viel Intensität und einige gute Balleroberungen zeigte. Auch als Joker, von Kovac in "Finisher" umbenannt, spielte er zuletzt ordentlich. Nmechas Seitfallziehertor kürzlich gegen Paderborn bereitete Sabitzer vor.

Sollte sich keiner seiner Konkurrenten verletzten, wird sich Sabitzers Rolle als Rotationsspieler allem Anschein nach nicht mehr groß verändern. Außer, er bekommt auf der offensiven Position noch die Effektivität hin, mit der er dort als Dortmunder beim ÖFB auftritt: In 31 Länderspielen seit 2023 markierte Sabitzer starke 13 Tore. Vor seiner BVB-Zeit waren es in 42 Partien nur sechs Treffer gewesen.

Marcel Sabitzer: Seine Leistungsdaten beim BVB

Pflichtspiele

Tore

Vorlagen

123

8

15

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Häufig gestellte Fragen

Der Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund wurde am 19. Dezember 1909 in Dortmund gegründet. 

Die Lizenzfußballabteilung des BVB ist seit 1999 als Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA aus dem Ballspielverein Borussia 09 e.V. ausgegliedert und börsennotiert. Aktionäre mit höheren Anteilen sind beispielsweise die Sponsoren Evonic, Signal Iduna und Puma. Die Kontrolle über den Verein behält allerdings die Komplementär-GmbH Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH, die dem Verein weiterhin zu 100 Prozent gehört.

Das Stadion heißt seit Dezember 2005 offiziell Signal-Iduna-Park, wird allerdings häufig noch Westfalenstadion genannt - der frühere Name.

Der Signal-Iduna-Park ist mit einer Kapazität von 81.365 Fans bei nationalen Spielen eines der größten Fußballstadien Europas. Bei internationalen Partien, wenn Steh- zu Sitzplätzen umgewandelt werden müssen, passen rund 66.000 Menschen in das Stadion. 

Borussia Dortmund hat in der Vereinsgeschichte insgesamt 22 Titel gewonnen, darunter auch einmal die Königsklasse: Im Jahr 1997 schlug der BVB im Finale Juventus Turin mit 3:1.

Die Dortmunder haben neben fünf DFB-Pokalsiegen auch die nationale Meisterschaft häufig gewonnen. Mit acht Titeln sind sie der dritterfolgreichste Klub nach dem 1. FC Nürnberg (9 Meisterschaften) und dem FC Bayern München (35 Meisterschaften).

Die meisten Pflichtspiele im BVB-Trikot hat Michael Zorc absolviert (562 Partien von 1981 bis 1998), gefolgt von Mats Hummels (508 Einsätze zwischen 2008 und 2024).

Toptorschütze der Borussia ist Adi Preißler mit 177 Toren in 278 Einsätzen in den 40er- und 50er-Jahren. Knapp hinter ihm liegt Marco Reus mit 170 Buden.

Der BVB hatte zahlreiche prominente Spieler in seinen Reihen, beispielsweise Matthias Sammer, Michael Zorc, Lars Ricken, Karl-Heinz Riedle, Jürgen Kohler, Stefan Reuter, Dede, Robert Lewandowski, Marco Reus, Jude Bellingham, Erling Haaland oder Mats Hummels.

Auch an der Seitenlinie standen einige prominente Namen. Unter Ottmar Hitzfeld gewann der Klub neben Meisterschaften in 1997 die Champions League, auch unter Jürgen Klopp (u.a. 2x Meisterschaft, 2x DFB-Pokal), Thomas Tuchel (DFB-Pokal) und Matthias Sammer (Meisterschaft) sammelte Dortmund einige Trophäen.

Spitznamen hat Borussia Dortmund einige. Die Abkürzung "BVB" ist die gängigste Bezeichnung, auch "die Schwarz-Gelben" und "die Borussen" fallen oft. 

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