MIXED-ZONE-INTERVIEW
Im Halbfinale des Audi Cups setzte es für den FC Bayern gegen den FC Liverpool um Trainer Jürgen Klopp eine deutliche Niederlage. Weltmeister Thomas Müller stellte sich nach der empfindlichen 0:3-Pleite in der Mixed Zone einigen kritischen Fragen.
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Thomas, kann man das straffe Programm in der bisherigen Vorbereitung als Ausrede nehmen oder muss man sich Sorgen machen?
Thomas Müller: Man kann es als Ausrede hernehmen, man kann sich aber auch Sorgen machen, das ist jedem selbst überlassen. Für uns ist es natürlich unerfreulich, solch ein Spiel zu spielen, man ist unzufrieden mit solch einer Leistung, andererseits ist es auch eine Riesenmöglichkeit, wenn uns unsere Fehler und Schwächen einfach aufgezeigt werden. Zu diesem Zeitpunkt der Saison kann man das noch gut nutzen. Der Ehrgeiz ist da geweckt, solche Niederlagen stacheln einen mehr an als Siege. Wir haben am Samstag ein Spiel, bei dem es das erste Mal auch richtig um das Ergebnis geht, aber trotzdem wollen wir schon morgen eine bessere Leistung bringen. Für eine Niederlage kann man viele Gründe suchen. Der Asien-Trip, auch wenn er anstrengend war, hatte mit der heutigen Leistung nur bedingt etwas zu tun.
Von der Tribüne aus hat die Mannschaft müde und platt gewirkt, aber es fehlte auch in gewisser Weise an Struktur. Was hat bei dieser Pleite nun die größere Rolle gespielt?
Müller: Wir haben einige Fehler in Zonen gemacht, wo es eben gefährlich ist, Bälle zu verlieren. Wir sind eigentlich gut ins Spiel reingekommen, haben dann aber leider einen individuellen Fehler gemacht. Das hat jetzt keinen mannschaftstaktischen Hintergrund. Durch das 0:1 gingen leider auch die Köpfe ein wenig nach unten. Danach waren wir gewillt, aber als Mannschaft eben nicht kompakt genug. Bis zum ersten Bundesliga-Spiel werden wir hoffentlich noch gute zweieinhalb Wochen haben, in denen trainiert werden kann und nicht nur von Spiel zu Spiel regeneriert wird. Diese Zeit müssen wir nutzen. Nach dem Telekom-Cup standen wir schon als Meister fest, jetzt sieht es bereits wieder anders aus. Das Ziel des FC Bayern ist eine konstante Erfolgsserie und daran werden wir gemessen. Deshalb werden wir weitermachen und wie besessen arbeiten.
Karl-Heinz Rummenigge erklärte, dass es für einiges Verständnis habe, man aber dennoch langsam die Kurve kriegen müsse. Wie zuversichtlich sind Sie, diese Kurve bis zum Auftakt hinzubekommen?
Müller: Wenn ich nicht zuversichtlich wäre, müsste ich heimgehen und bräuchte gar nicht mehr wiederzukommen. Es ist nichts Schlimmes passiert, aber wir sind gewarnt, dass es nicht von alleine geht. Die Umstände werden wieder optimaler, als sie in der letzten Zeit waren, aber trotzdem werden wir im Fußball an Ergebnissen gemessen und dem müssen wir uns stellen.
Warum fallen Niederlagen in letzter Zeit dann auch gleich so deutlich aus?
Müller: Im Fußball kann man viele Dinge erklären und auch dafür gibt es einige Gründe, aber das Entscheidende ist, dass der Gegner einfach mehr Torchancen hatte. Wir haben zu viele Bälle in gefährlichen Zonen verloren und eben mannschaftstaktische Fehler gemacht. Das müssen wir abstellen und sind als Team in der Pflicht.



