Nein, es sei keine Abschiedsrunde gewesen, sagte der Teammanager von Manchester United, der nach dem 0:3 (0:2) gegen den AFC Bournemouth vor dem Aus steht. "Wie geht es weiter? Ich weiß es nicht. Ich werde immer das tun, was für den Verein am besten ist. Ich liebe die Verantwortung, aber wir müssen abwarten, was passiert." Der Vorstand führe Krisengespräche über Carricks Zukunft, berichtete der Guardian am Sonntagabend.
Carrick, der erst vor fünf Monaten nach einer erfolgreichen Interimsphase zum Cheftrainer ernannt worden war, lenkte den Blick auf das große Ganze. "Die Situation, in der wir uns als Fußballverein befinden, ist das, was mir am meisten am Herzen liegt. Es geht nicht um mich", betonte der Ex-Profi. Er akzeptiere zudem seinen "Anteil an der Situation. Ich verstehe die Situation vollkommen. Ehrlich gesagt erwarte ich nichts Bestimmtes. Ich mache ganz normal weiter."
Die positiven Reaktionen der Fans in seine Richtung rührten Carrick. "Für mich geht es jetzt darum, das erst einmal zu verarbeiten. Die Emotionen am Ende des Spiels waren etwas, das ich so bisher noch nicht wirklich erlebt habe", sagte der frühere Mittelfeldspieler, der als Profi 464 Pflichtspiele für United bestritten hatte: "Die Verbundenheit und Wertschätzung der Fans zu spüren, bedeutet mir sehr viel. Ich nehme das wahr und weiß es sehr zu schätzen."
Auch Carrick ist es jedoch nicht gelungen, den steilen Niedergang des großen Klubs nach dem Abgang des Erfolgstrainers Alex Ferguson im Jahr 2013 aufzuhalten. Die Klatsche gegen Bournemouth und den deutschen Teammanager Marco Rose war das achte Pflichtspiel in Folge ohne Sieg, United erlebt den schlechtesten Saisonstart seiner Premier-League-Geschichte.
Getty ImagesFolgen Julian Nagelsmann oder Fabian Hürzeler auf Michael Carrick?
Von Experten-Seite hatte es nach der Klatsche gegen Bournemouth bereits Mutmaßungen gegeben, dass es mit dem 45-Jährigen nicht weitergehen werde. "Carrick will ausgewechselt werden. Er möchte nicht mehr mit diesen Spielern auf der Trainerbank sitzen. Kannst du dir vorstellen, morgen mit Bruno Fernandes auf den Trainingsplatz zu gehen, nachdem du ihn nicht einmal eingewechselt hast? Es ist eine vergiftete Kabine. Er möchte heute Nacht einfach nur von seinem Leiden erlöst werden", meinte etwa der ehemalige englische Nationalspieler Jamie Carragher.
In eine ähnliche Kerbe schlug auch Klublegende Gary Neville, der seinem Ex-Verein ein "absolutes Chaos" auf allen Ebenen attestierte: "Die Führungskräfte werden wahrscheinlich eine Entscheidung treffen müssen, die die United-Fans anwidert, aber sie ist vermutlich notwendig."
Als mögliche Carrick-Nachfolger waren jüngst unter anderem Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann, Antonio Conte und Fabian Hürzeler (Brighton & Hove Albion) genannt worden. Laut Guardian soll der frühere Newcastle-Coach Eddie Howe der Wunschkandidat von Uniteds Sportchef Jason Wilcox sein.





