Die Bayern-Legende hält das Nationalelf-Comeback seines alten Weltmeisterkollegen Manuel Neuer für richtig, sieht aber zugleich Versäumnisse in der Ansprache von Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Getty Images SportWegen "heiß gekochter Diskussion": Thomas Müller hinterfragt von Bundestrainer Julian Nagelsmann vor der WM
"Die Diskussion wurde natürlich heiß gekocht, weil sie kommunikativ fragwürdig war", sagte der 38-Jährige im ran-Interview: "Aber sportinhaltlich ist sie für mich nachvollziehbar." Eine "Degradierung" der vorherigen Nummer eins Oliver Baumann sehe er nicht: "Er muss ready sein und uns helfen, wenn wir ihn brauchen."
Neuer (40) zeige, "dass er, wenn er sich körperlich gut fühlt, aus meiner Sicht einfach die beste Figur im Tor macht". Dabei gehe es aber um Nuancen und "ein Gefühl. Und deswegen brauchen wir uns gar keine Sorgen machen, denn wir haben es ja gesehen: Baumann ist nicht nur von seinen Torwartfähigkeiten, sondern auch vom Kopf her so gut - wenn Manu nicht kann, dann ist er da."
Getty ImagesWährend Manuel Neuer verletzt fehlte: Oliver Baumann überzeugt im letzten WM-Test
Neuer hatte bis zuletzt aufgrund einer vor Wochen erlittenen Wadenverletzung pausieren müssen und die letzten zwei WM-Testspiele gegen Finnland (4:0) und die USA (2:1) verpasst. Besonders gegen die USA untermauerte Vertreter Baumann mit starken Paraden seine einstige Rolle als Stammtorhüter bei der WM noch einmal eindrucksvoll.
Hinterher zeigte er sich "sehr zufrieden" mit seiner Leistung und sprach erstmals ausführlich über die Tatsache, dass Nagelsmann wenige Wochen vor Turnierstart doch wieder Neuer aus dem DFB-Ruhestand holte und ihn Baumann vor die Nase setzte.
"Anfangs war das hart, das war nicht ganz cool von meinem Gefühl her", sagte Baumann bei RTL. Die Flinte in der Nationalmannschaft ins Korn zu werfen, sei für ihn jedoch kein Thema gewesen: "Es war von Anfang an klar, dass ich für die Mannschaft da bin. Nicht herzukommen war kein Thema, es ist ja auch für mich eine WM. Ich möchte der Mannschaft helfen, meinen Beitrag leisten. Es gilt jetzt voller Fokus auf mich und auf die Mannschaft."
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