Genau das taten seine Teamkollegen im Anschluss auch nicht. Dayot Upamecano nickte nach einem Freistoß von Joshua Kimmich zum 3:5 ein, der überragende Luis Diaz stellte nach einer herrlichen Einzelleistung und starken Vorlage von Harry Kane den Anschluss her. Und so fiel am Ende auch nicht zu stark ins Gewicht, dass Neuer selbst einen eher unrühmlichen Rekord in der Champions League aufstellte.
Erstmals seit Beginn der detaillierten Datenaufzeichnung im Jahr 2010 musste ein Torhüter in einem K.o.-Spiel der Königsklasse fünf Gegentore hinnehmen, ohne selbst eine einzige Parade zeigen zu können. Daran traf Neuer jedoch kaum eine Schuld.
"Man hat die Tore gesehen. Da ist es schwer, einen zu halten. Zweimal war es sehr knapp gewesen, wo ich eventuell drankomme beziehungsweise ihn (den Ball; Anm. d. Red.) auch touchiere", erklärte er im Anschluss. Auch beim Elfmeter von Dembele zum 2:3 kurz vor der Pause war Neuer in der richtigen Ecke, musste den Ball aber passieren lassen.
"Fünf Tore stören die Defensive und den Torwart natürlich, das ist klar. Aber wir stecken nicht den Kopf in den Sand. Wir schauen nach vorne", betonte Neuer und zeigte sich zuversichtlich für das Rückspiel in einer Woche vor heimischem Publikum in der Allianz Arena: "Wenn wir gut aufgelegt sind, können wir der Defensive wehtun. Und wir können es auch besser machen hinten, als wir es heute getan haben."
Und in der Allianz Arena kann er sich dann zumindest auf seine eigenen Balljungen verlassen