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Karim AdeyemiGetty Images

Trotz eines schmerzhaften Eingeständnisses: Warum der BVB mit dem Adeyemi-Transfer alles richtig macht

Schon lange hatte es zahlreiche Gerüchte um ihn gegeben, dazu zogen sich die Gespräche um eine vorzeitige Verlängerung des 2027 auslaufenden Vertrags wie Kaugummi: Nun hat Karim Adeyemi Borussia Dortmund verlassen und ist zum FC Barcelona gewechselt, wo mit Hansi Flick ein Trainer wartet, der ihm einst zum Debüt in der deutschen Nationalelf verhalf. Das ist in mehrerlei Hinsicht eine gute Entscheidung seitens des BVB, legt allerdings auch einen misslungenen Plan offen.

  • Adeyemi beim BVB: Das Investment zahlt sich nicht aus

    Vor vier Jahren hatten die Westfalen 30 Millionen Euro für den damals 20-Jährigen in die Hand genommen, um ihn aus Salzburg loszueisen. Sehr viel Geld für die Borussia, kaum ein Spieler kostete den Klub in der Historie mehr. Es wurde investiert in ein Versprechen auf die nahe, aber auch langfristige Zukunft.

    Doch, das lässt sich nun leicht festhalten: Das Investment zahlte sich nicht so aus, wie man es sich beim BVB erhofft hatte. Das ist das schmerzhafte Eingeständnis, das sich die Dortmunder machen müssen. Adeyemi wurde bei den Schwarz-Gelben nie zum unumstrittenen Leistungsträger, von diesem Status war er vielmehr stets weit entfernt.

    Dennoch wurde er in Dortmund Nationalspieler und lieferte zwischenzeitlich brillante Leistungen ab. Unter Coach Niko Kovac avancierte Adeyemi zuletzt allerdings zu einem Teilzeit-Reservisten und nicht zum unumstrittenen Fixpunkt im Offensivspiel. Das gelang ihm bei keinem seiner Trainer beim BVB. In der abgelaufenen Bundesligasaison kam der Flügelspieler auf eine durchschnittliche Spielzeit von gerade einmal 42 Minuten pro Partie.

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  • Karim AdeyemiGetty Images

    Adeyemi-Deal ging für den BVB nicht auf: Der Schlussstrich war richtig

    Adeyemi brachte in lichten Momenten wie in der Champions League seine unnachahmliche Tiefe und Schnelligkeit gelegentlich auf den Rasen und spielte teils auch sehr ordentliche Halbjahre. Doch im grauen Liga-Alltag und über eine gesamte Saison hinweg gesehen fehlte ihm schlicht die Konstanz und auch Professionalität, um den entscheidenden nächsten Schritt in seiner Karriere zu gehen.

    Dass die Borussia für ihn daher nun eine fixe Ablösesumme von lediglich 22 Millionen Euro bekommt, ist für Spieler wie Verein vielsagend. Die finalen Einnahmen werden zwar durch leicht erreichbare Boni sowie eine 35-prozentige Weiterverkaufsbeteiligung den ursprünglich investierten Betrag aller Voraussicht nach knacken. Sie werden ihn aber nicht deutlich überbieten - und genau das war freilich das Ziel im Jahr 2022.

    Der Deal mit Adeyemi ging für den BVB damit nicht auf. Das Potenzial für ein deutliches Mehr an Leistung und Ablöse bringt er zweifelsohne mit. Zum Vorschein kam es jedoch zu selten. Daher ist es richtig, einen Schlussstrich zu ziehen und sich mit dem Geld, das man nun für einen Ersatzspieler und Nicht-WM-Fahrer mit noch einem Jahr Vertrag erhält, zufrieden zu geben.

    Dass man bei Adeyemi jetzt den Stecker zieht und das Kapital reinvestiert, anstatt mit ihm die nächste sportliche Bewährungsschleife zu drehen, ist erfreulich und bedeutet für die Borussia schon eine Art Lernkurve. Es zeigt auch eine neue Stringenz in der sportlichen Führung um das Trio Carsten Cramer, Lars Ricken und Ole Book. Das Prinzip Hoffnung, das den Klub in den vergangenen Spielzeiten zu oft lähmte, scheint einem kühleren, leistungsorientierten Pragmatismus zu weichen.

    Gut möglich, dass man dabei auch aus der Personalie Julian Brandt lernte. Ketzerisch gesagt schleppte der Verein bei ihm die Hoffnung durch, dass aus einem hochtalentierten, aber chronisch unbeständigen Techniker irgendwann der große Fixpunkt und unumstrittene Anführer reift. Doch Brandt, dessen Vertrag nicht verlängert wurde, pendelte sieben Jahre lang zwischen Welt- und Kreisklasse. Nicht nur bei ihm hielt der BVB stur an einem Narrativ fest, das die Realität auf dem Platz nur selten hergab.

    Dortmund ist jetzt natürlich gefordert, für Ersatz im Offensivbereich zu sorgen. Es würde sehr gut in die neue Geschichte passen, die der Klub künftig erzählen will, sollte man sich mit Said El Mala einen Spieler der Kategorie 19-jähriger Shootingstar angeln.

  • Said El MalaGetty Images

    El Mala würde dem BVB nach dem Adeyemi-Abgang gut zu Gesicht stehen

    Die Borussia hat großes Interesse an dem Kölner, der in seinen bisherigen Einsätzen genau das Gegenteil des oft lethargisch wirkenden Adeyemi verkörperte. El Mala bringt eine Unbekümmertheit und Gier mit, die dem Dortmunder Spiel nach den zähen, spielerisch oft biederen Auftritten der vergangenen Monate guttun würden.

    Der Abgang von Adeyemi sollte somit kein Verlust sein, den der Verein noch großartig bedauern wird. Er ist das folgerichtige Ergebnis einer Entwicklung, bei der Anspruch und Wirklichkeit zu weit auseinandergedriftet sind. 

    Denn, das passt auch in die derzeitige Erzählung des Dortmunder Triumvirats: Wer beim BVB künftig und dauerhaft eine tragende Rolle spielen will, darf nicht nur glänzen, wenn das Flutlicht in der Champions League angeht oder der Gegner ausreichend Räume anbietet. Er muss es auch dann tun, wenn der Wind im Herbst von vorne bläst.

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