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Sammer kritisiert Nagelsmann: "Kompany hätte das sicherlich so nicht getan, aber Julian hat es getan"

Ex-Nationalspieler Matthias Sammer hat sich in der Debatte um die öffentliche Kommunikation von Bundestrainer Julian Nagelsmann zu Wort gemeldet und dabei durchaus kritische Worte für die Figur gefunden, die der 38-Jährige in den vergangenen Wochen abgab.

  • Konkret missfiel dem einstigen DFB-Sportdirektor, dass Nagelsmann in der Diskussion um seine unglücklichen Äußerungen Richtung Stürmer Deniz Undav erklärt hatte, auf sein Frau Lena Wurzenberger gehört zu haben.

    Nagelsmann hatte zu seiner Entschuldigung bei Undav in der Talk-Reihe 'Bestbesetzung' bei MagentaTV geschildert: "Es war nicht richtig und war auch in der Schärfe für die Öffentlichkeit viel zu forsch. Da habe ich gesagt: 'War blöd von mir, tut mir leid.'" Seine Frau sei "ein Mensch, der mich super reflektiert, der mir natürlich auch ins Gesicht sagt, wenn irgendwas nicht gut war. Beispiel Deniz Undav. Ich habe ihr gesagt, ich werde ihn anrufen, und dann hat sie gesagt: 'Ja, das rate ich dir auch.' So kann man es zusammenfassen."

    Eine öffentliche Erläuterung, die es für Matthias Sammer so nicht gebraucht hätte. Er erklärte im Hagedorn-Talk auf Sky: "Auch das mit seiner Ehefrau - sie sind ja jetzt verheiratet - ist so ein Schmankerl, Lena ins Spiel zu bringen, um zu sagen: 'Mensch, die hat mich darauf hingewiesen.' Das ist so. Nur dass das Thema Undav so kritisch gesehen wurde, dass die Leute jetzt möglicherweise diskutieren: Jetzt braucht er schon seine Ehefrau für die Lösung. Das macht ihn auf der einen Seite sympathisch, auf der anderen Seite - hochprofessionell betrachtet - würde ich sagen: 'Julian, das gehört hier nicht her.'"

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  • Matthias SammerGetty

    Sammer über Nagelsmanns Strategie: "Nur bedingt der richtige Weg"

    Nagelsmanns offensive Kommunikationsstrategie und das Bedürfnis, viele Entscheidungen zu begründen, sorgten unter anderem in der jüngsten Länderspielpause für Diskussionen.

    Angesprochen auf mögliche Unterschiede zwischen Nagelsmann und Vincent Kompany beim FC Bayern, sagte Sammer: "Ja, also erst einmal die großen Linien: All meine Spieler - egal wen - verteidige ich nach außen hin, als gäbe es keinen Morgen. Darüber baust du Vertrauen auf. Und natürlich in der täglichen Arbeit - deshalb kann man das aber nur bedingt vergleichen. Vincent Kompany hat seine Spieler täglich, und Julian hat sie in großen Abständen. Und er muss natürlich oftmals durch gewisse Aussagen, durch gewisse Reizpunkte etwas auslösen, also eine Reaktion hervorrufen. Nur glaube ich, dass das nur bedingt der richtige Weg ist."

    Generell sei Nagelsmann gut beraten, Dinge zu handhaben wie "die Alten", seine legendären Vorgänger beim DFB. Auch Sportdirektor Rudi Völler sei hier gefragt: "(…) Ich würde mir wünschen - und ich muss da Rudi auch ein Stück weit mit ins Boot nehmen -, ihn vielleicht noch enger im Austausch darauf hinzuweisen, gewisse Themen eher nicht zu machen. (…)" Manchmal sei eben "weniger ein bisschen mehr".

  • Nagelsmann sollte vor der WM "nicht so viel erzählen"

    Nagelsmann bestreitet mit der DFB-Elf nach der Heim-EM im Sommer nun bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko zwei zweites großes Turnier. Sammer habe, "je näher das Turnier kommt und je mehr Julian vermeintlich in der Kritik steht, entwickle ich immer mehr das Gefühl, ihn schützen zu wollen und eine Hand über ihn zu legen, um zu sagen, was denn jetzt möglicherweise das Beste wäre. Und ich würde ihm, wenn mir das überhaupt zusteht, einfach raten, vor dieser WM gar nicht so viel zu erzählen. (…)"

    Sammers "Message" an den Bundestrainer: "Ruhig bleiben. Ich glaube, dass er gerade versucht, den Leuten da draußen zu erklären, was seine Beweggründe sind, um gewisse Aussagen zu tätigen, zum Beispiel auch über Deniz Undav. Da kann man ja sagen, so unehrlich war das nicht. Es ist vielleicht nicht optimal als Trainer, oder du musst dir über die Konsequenzen bewusst sein. Und deshalb: Kompany hätte das sicherlich so nicht getan, aber Julian hat es getan."