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EberlGetty Images

Max Eberl übt sich in Pseudolatein: Eine große Sorge des FC Bayern fußt nur auf Halbwahrheiten

Grundsätzlich geht der Trend in der deutschen Sprache zum Einbau von immer mehr englischen Worten. Das daraus entstehende Mischmasch hat sogar einen eigenen Namen: Denglisch (Jamal Musiala spricht das übrigens fluently). Insofern war es eine durchaus erfrischende Abwechslung, als Max Eberl neulich ausnahmsweise mal eine andere Sprache in seine Ausführungen mischte: Pseudolatein.

  • Der FC Bayern und der "Casus knacksus" 2025

    Nach dem Einzug ins Viertelfinale der Champions League sollte der Sportvorstand des FC Bayern einen Ausblick auf die Saison-Endphase liefern. Stehen die Chancen gegen Real Madrid besser als vor einem Jahr, als die Münchner gegen Inter Mailand scheiterten? 

    Für eine abschließende Einschätzung müsse er "erst die März-Länderspielpause abwarten", betonte Eberl. In der vergangenen Saison sei zunächst auch alles paletti gewesen, ehe diese Unterbrechung zum "Casus knacksus" wurde, zum Knackpunkt bei den großen Münchner Ambitionen. Dayot Upamecano (Knorpelschaden) und Alphonso Davies (Kreuzbandriss und Knorpelschaden) verletzten sich bei Einsätzen für ihre Nationalmannschaften schwer und verpassten die restliche Saison.

  • Eberl, Freund, KompanyIMAGO / Beautiful Sports

    Eberl erinnert vor der Länderspielpause an Upamecano und Davies

    "Das hat uns damals sehr, sehr wehgetan", sagte Eberl. "Die letzte März-Länderspielpause hat uns gegen Inter Mailand das Genick gekostet." Die Meisterschaft war den Münchnern zwar nicht mehr zu nehmen, in der Champions League scheiterten sie aber ersatzgeschwächt mit 1:2 und 2:2 am späteren Finalisten (im DFB-Pokal waren sie schon zuvor ausgeschieden). Randnotiz: Die damalige Verletzungsmisere sorgte dafür, dass Lennart Karl erstmals im Profikader stand, sein Debüt feierte er dann bei der Klub-WM.

    Die Schuld für das Aus in der Champions League alleine auf die Nationalmannschaften zu schieben, ist aber eine gewagte These. Zur Wahrheit gehört nämlich auch: Neben Upamecano und Davies fielen etliche weitere wichtige Spieler aus, die es allesamt in München erwischte. Manuel Neuer (Muskelfaserriss), Kingsley Coman (Reizung im Fuß) und Aleksandar Pavlovic (Pfeiffersche Drüsenfieber) fehlten schon vor der Länderspielphase. Kurz danach verletzten sich Jamal Musiala (Muskelbündelriss) und Hiroki Ito (Mittelfußbruch) bei Einsätzen für den FC Bayern.

    Insofern verwundert auch Vincent Kompanys Rückblick auf damals. Bei der Pressekonferenz vor dem 4:0-Sieg gegen Union Berlin wurde er auf Eberls "Casus knacksus"-These angesprochen. Kompany erinnerte sich, wie er vergangenes Jahr vor der März-Länderspielphase mit Sportdirektor Christoph Freund "High Five" gemacht und gejubelt habe: "Top, alle sind fit! Jetzt dürfen wir eine Woche Pause machen und dann geht's richtig los!" Tatsächlich fehlten zu diesem Zeitpunkt mit Neuer, Coman und Pavlovic schon seit Wochen drei wichtige Spieler.

  • UpamecanoIMAGO / Eibner

    Upamecano und Davies: Saison-Aus unter fragwürdigen Umständen

    Selbstredend verschärften die Verletzungen von Upamecano und Davies die Münchner Sorgen weiter - zumal ihr Zustandekommen große Fragen aufwarf. Upamecano spielte für Frankreich im Viertelfinal-Rückspiel der Nations League gegen Kroatien 120 Minuten durch, ehe ihm anschließend ein Knorpelschaden diagnostiziert wurde.

    Davies plagten schon vor seinem damaligen Einsatz für Kanada muskuläre Probleme. Nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung reiste er ohne exakte Diagnose nach München zurück, wo schließlich Kreuzbandriss und Knorpelschaden festgestellt wurden. Der FC Bayern drohte dem kanadischen Verband wegen dieser Vorgänge sogar öffentlichkeitswirksam mit einer Klage. Die Gemüter beruhigten sich danach aber bald wieder. "Es hat sich sehr schnell herausgestellt, dass Kanada nichts vorzuwerfen ist", sagte Kanadas damaliger Co-Trainer Franz Schiemer neulich im Interview mit SPOX.

    Auch Dr. Christian Fink, der Davies anschließend in Innsbruck operierte, verteidigte Kanadas Ärzte im SPOX-Interview: "In der akuten Situation direkt nach dem Unfall sind Verletzungen oft gar nicht so leicht zu diagnostizieren. Wegen schmerzbedingter Muskelanspannung ist eine Bandinstabilität akut nicht leicht zu beurteilen. Ich würde nie mit Steinen auf jemanden werfen, der einen Kreuzbandriss in der akuten Situation nicht exakt diagnostiziert hat."

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  • Vincent KompanyGetty

    Kompany sieht großen Unterschied und hofft auf "Rücksicht" der Nationaltrainer

    Bei der nun anstehenden Länderspielphase gebe es grundsätzlich "einen großen Unterschied zu letztem Jahr", findet Kompany: "Damals waren es Pflichtspiele, jetzt sind es hauptsächlich Freundschaftsspiele. Und viele Nationaltrainer haben schon entschieden, dass die Spieler wahrscheinlich keine zwei Spiele machen." Eberl erklärte: "Wir sitzen gerade alle im gleichen Boot. Ich hoffe, dass die Nationaltrainer ein Stück weit Rücksicht nehmen."

    Die angeschlagenen deutschen Nationalspieler Musiala und Pavlovic wurden nach Rücksprache mit Bundestrainer Julian Nagelsmann gar nicht nominiert, sie arbeiten in München an ihren Comebacks. Kompany betonte diesbezüglich das "gute Verhältnis" zu Nagelsmann. Insgesamt sind sechs Münchner mit dem DFB-Team unterwegs, darunter die beiden Debütanten Jonas Urbig und Lennart Karl. Dazu kommen zehn ausländische Nationalspieler.

    Englands Trainer Thomas Tuchel berief für die beiden anstehenden Länderspiele zwei unterschiedliche Kader. Harry Kane bekommt deshalb einige Tage Pause, ehe er erst gegen Ende der Woche zum Tross stößt und dann kommenden Dienstag in London beim zweiten Spiel gegen Itos Japan auflaufen wird.

    Für Spiele innerhalb Europas unterwegs sind zudem Konrad Laimer (Österreich), Min-Jae Kim (Südkorea) und Tom Bischof (Deutschland, U21). Josip Stanisic (Kroatien), Luis Diaz (Kolumbien), Upamecano und Michael Olise (beide Frankreich) müssen für Testspiele derweil die weite Reise ins WM-Gastgeberland USA auf sich nehmen. Nicolas Jackson spielt mit dem Senegal einmal heim und einmal auswärts. Nur ein einziger fitter Profi des FC Bayern wurde nicht für seine Nationalmannschaft berufen: der Portugiese Raphael Guerreiro.