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Jürgen KloppGetty Images

Jürgen Klopp steht vor einer Mammut-Aufgabe beim DFB: Bundestrainer gegen "Ich-AGs" und "Ego-Shooter"

Jürgen Klopp bekommt noch einmal Anschauungsunterricht der höchsten Kategorie. Wenn der designierte Bundestrainer beim WM-Finale letztmals als TV-Experte auftritt, kann er den Goldstandard des Weltfußballs aus der ersten Reihe beobachten. Weltstars wie Lionel Messi oder Lamine Yamal. Aber mit Titelverteidiger Argentinien und Europameister Spanien auch Teams, deren Wir-Gefühl Berge versetzt - während Klopps künftige Mannschaft gerade immer mehr zerbröselt.

  • WM-Debakel der deutschen Mannschaft: "Ich-AGs", "Ego-Shooter", "Bocklose"

    "Ich-AGs", "Ego-Shooter", "Bocklose" - was die Turnier-Nachbetrachtung in Spiegel und Süddeutscher Zeitung zutage fördert, wirft ein schlechtes Licht auf die WM-Verlierer - und dürfte Klopp als Warnung dienen. Beim Studium der Berichte kann er aus den Fehlern seines Vorgängers Julian Nagelsmann lernen - und erfährt, auf wen er beim Neuaufbau zählen kann. Auch wenn einige Infos aus dem Umfeld der Stars bewusst gestreut wurden.

    Das Gesamtbild jedenfalls ist das eines Trainers, der seine Mannschaft verlor. Von Spielern, die unter dem Druck zerbrachen. Von Funktionären, die alle Warnsignale überhörten.

    Die Gereiztheit, die unglückliche Kommunikation, falsche Versprechungen, ein System, das nicht so recht zu den Stärken der Spieler passte, der teils unausgewogene Kader, der personelle Bruch mit dem Ecuador-Spiel - die Nagelsmann-Fehler sind wohl bekannt. Wichtig für Klopp ist hier der Satz eines DFB-Funktionärs: "Vielleicht hat ihn die Wucht des Amtes erdrückt, vielleicht kam es zu früh." Klopp ist mehr als 20 Jahre älter als sein Vorgänger und hat alles erlebt, wird sich in Sachen Kommunikation aber prüfen müssen.

    Und er braucht gute Leute an seiner Seite. "Julian ist der Kompass abhandengekommen", wird ein WM-Delegationsmitglied zitiert. Weder Sportdirektor Rudi Völler, noch Geschäftsführer Andreas Rettig hätten dies korrigiert - im Gegenteil. Sie hätten Nagelsmann machen lassen. Völler bleibt, als Rettig-Erbe ist Per Mertesacker im Gespräch.

  • KloppGetty Images

    WM-Debakel: Kimmich, Musiala, Wirtz und Goretzka als Sinnbilder

    Das neue Führungstrio dürfte die Zügel anziehen, wenn es stimmt, was aus dem Umfeld eines Spielers in Sachen Familien-Besuche überliefert wird. "Man hatte den Eindruck: Nur der Fußball hat gestört", heißt es da. Hinzu kam laut einem Insider teils negativer Einfluss. Youngster wie Jamal Musiala oder Florian Wirtz etwa seien "alles liebe Jungs. Aber an ihnen wird gezerrt, Dokus, Kollektionen, Social Media, all das", sagt ein DFB-Mann, das sei zu viel. Ein anderer Insider bekräftigt: "Man merkt, dass aus manchen Talenten Ich-AGs mit tausend Ablenkungen von außen gemacht werden. Da gerät das Spiel an sich aus dem Fokus." Der nächste sah "zu viele Ego-Shooter".

    Joshua Kimmich dürfte diesen Vorwurf keiner machen. Der Kapitän soll sich vielmehr im Dienste der Mannschaft mit Leistenbeschwerden durch das Sechzehntelfinale gekämpft haben - ein Ausdruck seines unbändigen Ehrgeizes. Für einige war er damit angeblich "einen Tick drüber". Ein bekannter Vorwurf. Wie jener an Leon Goretzka, er habe sein eigenes Ding gemacht. Aus Enttäuschung über die Degradierung zum Reservisten soll er auch einen Elfmeter gegen Paraguay verweigert haben. "Da hat Leon gesagt: kein Bock", wird ein Eingeweihter zitiert. Eine SID-Quelle hält dies für "Quatsch".

    Während Messi und Yamal auf der größten Bühne zaubern, reflektieren Kimmich, Goretzka und Co. ihre WM im Urlaub. Wirtz am Meer. Kai Havertz mit seinem Söhnchen im DFB-Trikot. Angelo Stiller tanzend auf Mallorca.

    Und Klopp? Der "wird dafür sorgen, dass diese Mannschaft wieder funktioniert", sagte Mats Hummels bei MagentaTV, "da bin ich felsenfest von überzeugt!"

    Was im Argen liegt, weiß er jetzt ja.

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